Luftaufnahme des Gründli-Areals in Glarus, auf dem die geplante Energiezentrale für die erneuerbare Wärmeversorgung entstehen soll.
Im Gründli in Glarus ist die neue Energiezentrale für den Wärmeverbund Glarus 3 vorgesehen. Sie soll langfristig mehr als 400 Liegenschaften mit erneuerbarer Wärme versorgen. zVg
Sektorkopplung (Wärme, Gas, Strom) 29. September 2026 · 3 Min Lesezeit

tb.glarus Wärmeverbünde in Glarus wachsen

tb.glarus erweitert die Wärmeverbünde Glarus 2 und 3 und plant im Gründli eine Energiezentrale für mehr als 400 Liegenschaften mit erneuerbarer Wärme.

Luftaufnahme des Gründli-Areals in Glarus, auf dem die geplante Energiezentrale für die erneuerbare Wärmeversorgung entstehen soll.
Im Gründli in Glarus ist die neue Energiezentrale für den Wärmeverbund Glarus 3 vorgesehen. Sie soll langfristig mehr als 400 Liegenschaften mit erneuerbarer Wärme versorgen. zVg

Die Technischen Betriebe Glarus bauen die erneuerbare Wärmeversorgung in der Gemeinde Glarus in den kommenden Jahren deutlich aus. Die Hauptleitungen der Wärmeverbünde Glarus 2 und Glarus 3 werden etappenweise erweitert. Gleichzeitig entsteht die Planung für eine neue Energiezentrale im Gründli, die langfristig mehr als 400 Liegenschaften versorgen soll.

Damit schaffen die tb.glarus eine Alternative zu fossilen Energieträgern wie Öl und Gas. Der Ausbau unterstützt zugleich das Ziel «Netto-Null bis 2050». Seit 2023 dürfen gemäss dem Glarner Energiegesetz in Wohnbauten keine neuen Öl- oder Gasheizungen mehr eingebaut werden. Für Bauten und Anlagen der öffentlichen Hand sollen bis 2040 mindestens 90 Prozent der Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien stammen.

Wärmeverbund Glarus 2 wird bis 2031 erweitert

Der Wärmeverbund Glarus 2 im Norden der Stadt soll zwischen 2027 und 2031 schrittweise ausgebaut werden. Vorgesehen sind Erweiterungen in Richtung Adlergut, Spital, Zollhausstrasse, Berglistrasse, Lindengut und Sonnenhügel.

Die bestehende Heizzentrale beim Schulhaus Buchholz liefert bereits heute erneuerbare Wärme. Mit dem Ausbau sollen weitere Haushalte, öffentliche Gebäude und Betriebe an die erneuerbare Wärmeversorgung angeschlossen werden können.

Die konkreten Bauetappen richten sich nach dem tatsächlichen Wärmebedarf und der Anschlussbereitschaft der Eigentümerschaften. Gleichzeitig werden die Arbeiten mit geplanten Strassen- und Werkleitungsprojekten abgestimmt.

Glarus 3 erhält rund fünf Kilometer Hauptleitungen

Auch der Wärmeverbund Glarus 3 soll ab 2027 etappenweise wachsen. Die ersten Hauptleitungen sind vom Gründli in Richtung Stadtzentrum und in angrenzende Quartiere vorgesehen.

Langfristig ist bis 2041 ein rund fünf Kilometer langes Hauptleitungsnetz geplant. Es soll weite Teile des Zentrums und des Südens von Glarus erschliessen. Die zusätzlichen Anschlussleitungen von den Hauptleitungen zu den einzelnen Liegenschaften sind in diesen fünf Kilometern noch nicht enthalten.

Ausbau der Wärmeversorgung in Glarus

  • Wärmeverbund Glarus 2 wird zwischen 2027 und 2031 erweitert
  • Wärmeverbund Glarus 3 erhält langfristig rund fünf Kilometer Hauptleitungen
  • Die Energiezentrale Gründli soll mehr als 400 Liegenschaften versorgen
  • Regionale Holzschnitzel sollen die Grundenergie liefern

Energiezentrale Gründli setzt auf regionale Holzschnitzel

Das Herzstück des Wärmeverbunds Glarus 3 wird die geplante Energiezentrale im Gründli. Regionale Holzschnitzel sollen dort künftig die Grundenergie liefern. Der modulare Aufbau soll ermöglichen, die Anlage mit dem wachsenden Wärmebedarf weiterzuentwickeln.

Ergänzend sind Wärmepumpen, Wärmespeicher und Photovoltaik vorgesehen. Ein wesentlicher Teil der technischen Anlagen soll unterirdisch angeordnet werden. Die Energiezentrale ist nördlich der bestehenden Turnhalle und des Hallenbads geplant.

Bis zur Inbetriebnahme der definitiven Energiezentrale stellt das bereits erstellte Heizprovisorium an der Glärnischstrasse die Versorgung der angeschlossenen Liegenschaften sicher.

Gemeinde und tb.glarus koordinieren den Ausbau

Die Ausbauplanung der Fernwärmeleitungen erfolgt gemeinsam durch die Gemeinde Glarus und die tb.glarus. Neue Fernwärmeleitungen sollen verbindlich mit anstehenden Strassen- und Werkleitungsprojekten koordiniert werden.

Wo gleichzeitig Wasser-, Strom- oder Abwasserleitungen sowie Strassen erneuert werden, sollen die Arbeiten soweit zeitlich, technisch und finanziell möglich gemeinsam ausgeführt werden. Dadurch sollen Synergien genutzt, Kosten reduziert und Beeinträchtigungen für Bevölkerung, Gewerbe und Verkehr möglichst gering gehalten werden.

«Die gesetzlichen Vorgaben und die kommunale Energieplanung zeigen, wohin die Reise geht. Unsere Aufgabe ist es, rechtzeitig eine verlässliche und wirtschaftliche Infrastruktur bereitzustellen. Mit dem koordinierten Ausbau der Wärmeverbünde schaffen wir eine konkrete Alternative zu fossilen Heizungen und stärken gleichzeitig die regionale Wertschöpfung»
Martin Zopfi-Glarner Geschäftsführer, Technische Betriebe Glarus

Nach Abschluss der jeweiligen Bewilligungsverfahren werden die einzelnen Bauetappen detailliert ausgearbeitet. Betroffene Anwohnende, Eigentümerschaften und Betriebe sollen rechtzeitig über Arbeiten und Anschlussmöglichkeiten informiert werden.

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