Baustart der Fernwärmezentrale FWZ3 der Fernwärme Unteres Wiggertal AG auf dem Gelände der erzo KVA Oftringen. Die neue Anlage ermöglicht den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes im unteren Wiggertal.
Spatenstich für die neue Fernwärmezentrale mit Michael Schneider (Verwaltungsratspräsident FUWI), Christian Seitz (Verwaltungsrat FUWI), Simone Winter (Geschäftsleiterin FUWI), Markus Steiner (Präsident erzo ARA), Hans-Martin Plüss (Präsident erzo KVA) und Thomas Peyer (Geschäftsleiter erzo). zVg
Sektorkopplung (Wärme, Gas, Strom) 5. November 2026 · 3 Min Lesezeit

FUWI Neue Fernwärmezentrale in Oftringen entsteht

Mit dem Baustart der Fernwärmezentrale FWZ3 erweitert FUWI die Abwärmenutzung in Oftringen und schafft die Grundlage für den Ausbau des Fernwärmenetzes.

Mit dem symbolischen Spatenstich vom 4. November 2026 hat die Fernwärme Unteres Wiggertal AG (FUWI) den Bau einer neuen Fernwärmezentrale auf dem Areal der erzo Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in Oftringen gestartet. Die neue Anlage soll ab Herbst 2027 zusätzliche Abwärme aus der Kehrichtverwertung nutzbar machen. Damit entsteht eine wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung im unteren Wiggertal.

Neue Fernwärmezentrale nutzt zusätzlich 15 MW Abwärme

Für die neue Fernwärmezentrale FWZ3 wird die bestehende Reststoffhalle auf dem Gelände der erzo KVA Oftringen umgebaut. Die Anlage soll künftig zusätzliche 15 MW Abwärmeleistung aus der Kehrichtverwertung für die Fernwärmeversorgung bereitstellen.

Durch die zusätzliche Nutzung der Abwärme können fossile Energieträger ersetzt, der CO₂-Ausstoss reduziert und weitere Liegenschaften an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Die Inbetriebnahme der neuen Fernwärmezentrale ist für Herbst 2027 vorgesehen.

Zur Sicherstellung des Spitzenbedarfs und als Redundanz wird zudem ein zusätzlicher Reservekessel mit einer Leistung von 15 MW installiert. Dieser soll auch bei sehr tiefen Aussentemperaturen sowie während Revisions- und Wartungsarbeiten der erzo KVA einen zuverlässigen Betrieb des Fernwärmenetzes gewährleisten.

«Mit der neuen Fernwärmezentrale können wir zusätzliche Energie aus der Kehrichtverwertung nutzen, um künftig mehr Liegenschaften mit Fernwärme versorgen. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung im unteren Wiggertal»
Michael Schneider Verwaltungsratspräsident, FUWI

FUWI verbindet Fernwärmenetze in Zofingen und Oftringen

Der Bau der Fernwärmezentrale FWZ3 ist Bestandteil der ersten Ausbauphase des Fernwärmenetzes im unteren Wiggertal. Parallel dazu entsteht seit Oktober 2026 eine neue Verbindungsleitung zwischen der erzo KVA Oftringen und der Energiezentrale Mühlegasse in Zofingen.

Im Rahmen dieser ersten Ausbauphase werden die bestehenden Wärmeverbünde der StWZ Energie AG in Zofingen und von Primeo Energie in Oftringen in das gemeinsame Fernwärmenetz integriert. Damit werden die bestehenden Wärmeversorgungsstrukturen miteinander verbunden und die Voraussetzungen für weitere Anschlüsse geschaffen.

Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften entlang der neuen Verbindungsleitung haben bereits während des Leitungsbaus die Möglichkeit, ihre Gebäude an das Fernwärmenetz anzuschliessen. Die Versorgung neuer Kundinnen und Kunden mit Wärme aus dem neuen Netz soll ab Herbst 2028 erfolgen.

Fernwärmezentrale FWZ3: Projektdaten

  • Projekt: Fernwärmezentrale FWZ3 der Fernwärme Unteres Wiggertal AG
  • Standort: erzo KVA Oftringen
  • Bauliche Massnahme: Umnutzung der bestehenden Reststoffhalle zur Energiezentrale
  • Zusätzliche Abwärmeleistung: 15 MW
  • Spitzen- und Reservelastkessel: 15 MW
  • Baustart: 4. November 2026
  • Realisierung: Herbst 2026 bis Herbst 2027
  • Geplante Inbetriebnahme: Herbst 2027
  • Versorgung neuer Kunden: ab Herbst 2028

Fernwärmenetz soll bis zu 10'000 Liegenschaften versorgen

In einer zweiten Ausbauphase soll das Fernwärmenetz nach dem Ersatzneubau der erzo KVA auf weitere Gebiete im unteren Wiggertal ausgedehnt werden. Gleichzeitig ist eine Erweiterung der Fernwärmezentrale vorgesehen.

Geplant sind unter anderem neue Erschliessungen in Richtung Aarburg, Rothrist und Strengelbach. Auch zusätzliche Gebiete in Zofingen und Oftringen sollen an das gemeinsame Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Nach dem vollständigen Ausbau soll das Fernwärmenetz bis zu 10'000 Liegenschaften mit Wärme versorgen können. Die erwartete jährliche CO₂-Einsparung beträgt rund 30'000 Tonnen. Damit soll die Nutzung der Abwärme aus der Kehrichtverwertung einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung im unteren Wiggertal leisten.

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