Wärmeverbund Kriens ewl investiert 130 Millionen
ewl plant in Kriens einen Wärmeverbund für bis zu 5'000 Haushalte. Mit Investitionen von 130 Millionen Franken soll die fossile Wärmeversorgung ersetzt werden.
Der Wärmeverbund Kriens nimmt konkrete Formen an. ewl energie wasser luzern und die Stadt Kriens haben am 21. Oktober 2026 über den Projektstand informiert. Das Vorprojekt für die Holzheizzentrale im Gebiet Rainacher in Obernau ist abgeschlossen. Erste Leitungen werden bereits verlegt, erste Wärmelieferverträge sind unterzeichnet. Ab Oktober 2028 sollen die ersten Gebäude mit erneuerbarer Wärme versorgt werden.
Für die Umsetzung des gesamten Wärmeverbunds rechnet ewl mit Investitionen von rund 130 Millionen Franken. Davon entfallen voraussichtlich 23 Millionen Franken auf die neue Holzheizzentrale. Im Endausbau soll das Wärmenetz rund 5'000 Haushalte versorgen und jährlich etwa 19'000 Tonnen CO₂ lokal einsparen.
ewl plant Holzheizzentrale für 3'300 Haushalte
Das Herzstück des Wärmeverbunds entsteht in der Gewerbezone Rainacher in Kriens Obernau. Die geplante Holzheizzentrale soll künftig Wärme für rund 3'300 Haushalte bereitstellen. Als Brennstoff sind Holzschnitzel aus der Region vorgesehen, um die regionale Wertschöpfung zu stärken und Transportwege möglichst kurz zu halten.
Die Anlage wird mit Holzkesseln und zwei Wärmespeichern ausgestattet. Ein zusätzlicher Gaskessel dient zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen und als Absicherung bei Ausfällen. Eine Abgasreinigungsanlage soll die Emissionen reduzieren. Die vorgesehene Baufläche umfasst rund 1'400 Quadratmeter.
Die Baueingabe ist für Anfang 2027 geplant. Frühestens im Sommer 2027 sollen die Bauarbeiten beginnen und voraussichtlich rund 15 Monate dauern. Die Anlieferung der Holzschnitzel erfolgt über die Rengglochstrasse, sodass Lastwagen keine Wohnquartiere durchqueren müssen.
«Mit dem Wärmeverbund schaffen wir eine langfristig sichere Wärmeversorgung und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, deren Preise stark von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst werden.»
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Wärmenetz in Obernau startet im Oktober 2028
Der Ausbau des Wärmenetzes erfolgt in mehreren Etappen. Bereits im Sommer 2026 haben die Leitungsarbeiten an der Houelbachstrasse begonnen. Weitere Arbeiten sind ab 2027 unter anderem an der Obernauerstrasse, der Hergiswaldstrasse, der Friedhofstrasse und der Horwerstrasse vorgesehen.
Ab Mitte 2027 soll der gezielte Ausbau des Wärmenetzes in Obernau beginnen. Die ersten Gebäude werden gemäss aktuellem Zeitplan ab Oktober 2028 angeschlossen. Anschliessend wird das Versorgungsgebiet schrittweise erweitert.
Die Holzheizzentrale soll rund 50 bis 70 Prozent des Wärmebedarfs im Konzessionsgebiet abdecken. Ab 2035 ist vorgesehen, über den Bypass-Autobahntunnel zusätzliche Wärme aus dem bestehenden Fernwärmenetz der Fernwärme Luzern AG zu beziehen. Dabei kann insbesondere Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen genutzt werden.
Wärmeverbund Kriens: Die wichtigsten Kennzahlen
- Gesamtinvestitionen: rund 130 Millionen Franken
- Investitionen Holzheizzentrale: rund 23 Millionen Franken
- Versorgung Holzheizzentrale: rund 3'300 Haushalte
- Versorgung im Endausbau: rund 5'000 Haushalte
- Geplante CO₂-Einsparung: rund 19'000 Tonnen jährlich
- Erste Wärmelieferungen: ab Oktober 2028
- Einbindung zusätzlicher Fernwärme: ab 2035
Stadt Kriens beteiligt sich an Fernwärme Luzern
Der Wärmeverbund wird von ewl im Auftrag der Fernwärme Luzern AG gebaut und betrieben. Am 24. September 2026 hat der Stadtrat Kriens beschlossen, sich mit 2.6 Prozent an der Fernwärme Luzern AG zu beteiligen. Der Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum. Die Referendumsfrist läuft bis zum 27. November 2026.
Mit der Beteiligung will die Stadt die langfristige Zusammenarbeit bei der Wärmeversorgung stärken. Ein Verwaltungsratssitz ist nicht vorgesehen. Zudem hat die Stadt beschlossen, das Schulhaus Obernau als erstes stadteigenes Gebäude an den Wärmeverbund anzuschliessen.
«Der Zeitpunkt für Energie aus Kriens für Kriens ist der richtige.»
Wärmeverbund unterstützt Klimaziel der Stadt Kriens
Mit dem geplanten Ausbau soll die Wärmeversorgung in Kriens schrittweise von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Wärme und Abwärme umgestellt werden. Im Endausbau wird mit einer lokalen CO₂-Einsparung von rund 19'000 Tonnen pro Jahr gerechnet. Das Projekt unterstützt damit das Klimaziel der Stadt Kriens, bis 2045 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen.
Eigentümerinnen und Eigentümer können auf der Projektwebsite von ewl prüfen, ob ihre Liegenschaft im vorgesehenen Versorgungsgebiet liegt und wann ein Anschluss geplant ist. Ein Online-Preisrechner ermöglicht eine unverbindliche Preisübersicht. Interessierte können ihr Anschlussinteresse direkt anmelden.



