Westfrankenbahn Planung für Akku-Züge startet
Mit 9.4 Millionen Euro finanziert Baden-Württemberg die Planung neuer Akku-Züge. Ab Mitte der 2030er Jahre sollen sie drei Bahnstrecken elektrifizieren helfen.
Die Umstellung der Tauberbahn, der südlichen Maintalbahn und der Madonnenlandbahn auf batterieelektrische Züge nimmt konkrete Formen an. Das Land Baden-Württemberg übernimmt die Planungskosten von rund 9.4 Millionen Euro vollständig. Ab Mitte der 2030er Jahre sollen auf dem rund 170 Kilometer langen Streckennetz Akku-Züge verkehren. Lediglich rund 15 Prozent des Netzes benötigen dafür neue Oberleitungen.
Das Projekt wird gemeinsam mit Bayern umgesetzt und soll neben der Umstellung auf elektrische Antriebe auch kürzere Fahrzeiten, zusätzliche Zugverbindungen und barrierefreie Bahnhöfe ermöglichen.
Akku-Züge der Westfrankenbahn: Die wichtigsten Fakten
- Planungsinvestition: rund 9.4 Millionen Euro durch Baden-Württemberg
- Streckennetz: rund 170 Kilometer auf drei Bahnstrecken
- Neue Oberleitungen: rund 23 Kilometer beziehungsweise 15 Prozent des Netzes
- Batteriebetrieb: rund 85 Prozent des Streckennetzes
- Abschluss der Vorplanung: 2029
- Geplante Betriebsaufnahme: Mitte der 2030er Jahre
- Geschwindigkeitserhöhungen auf bis zu 120 km/h vorgesehen
Baden-Württemberg finanziert Planung der Akku-Züge
Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat einen Planungsvertrag mit der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH Westfrankenbahn und der DB Energie GmbH unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst die Tauberbahn von Crailsheim über Bad Mergentheim und Lauda nach Wertheim, die Maintalbahn zwischen Wertheim und Miltenberg sowie die Madonnenlandbahn zwischen Miltenberg und Seckach.
Die Westfrankenbahn beauftragt zunächst die Grundlagenermittlung und Vorplanung. Dabei werden die technischen Anforderungen untersucht und unterschiedliche Ausbauvarianten miteinander verglichen. Die Vorplanung soll 2029 abgeschlossen sein und anschliessend in die weiteren Planungsschritte sowie die Realisierung übergehen.
Wir bringen Akku-Züge ins Taubertal und in den Odenwald. Das Land zahlt die Planung komplett. Wir tun das, weil wir möchten, dass es mit diesem zukunftsweisenden Projekt vorangeht. Kürzere Fahrzeiten, klimafreundliche elektrische Züge und barrierefreie Bahnsteige machen die Strecken fit für die Zukunft.
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23 Kilometer Oberleitung ermöglichen 85 Prozent Akkubetrieb
Das technische Konzept setzt auf batterieelektrische Triebzüge, die ihre Akkus unter bestehenden oder neu errichteten Oberleitungen aufladen. Auf Strecken ohne Fahrdraht erfolgt der Antrieb ausschliesslich über die gespeicherte elektrische Energie. Dadurch kann auf eine vollständige Elektrifizierung des rund 170 Kilometer langen Netzes verzichtet werden.
Neue Oberleitungen sind ausschliesslich auf der südlichen Tauberbahn vorgesehen. Auf dem gut 60 Kilometer langen Abschnitt zwischen Crailsheim, Bad Mergentheim und Königshofen sollen insgesamt rund 23 Kilometer elektrifiziert werden. Geplant sind ein bis zwei Oberleitungsabschnitte, mindestens zwischen Königshofen und Bad Mergentheim sowie bei Bedarf zwischen Crailsheim und Satteldorf.
Die genaue Lage und Länge der Oberleitungsabschnitte werden im Rahmen der Vorplanung festgelegt. Grundlage bildet eine Energiesimulation, die DB Energie im Auftrag des Verkehrsministeriums durchgeführt hat. Die Untersuchung zeigt, dass für die übrigen Streckenabschnitte die bestehenden beziehungsweise bereits geplanten Ladepunkte an den Endbahnhöfen ausreichen.
Madonnenlandbahn nutzt Oberleitungen in Miltenberg und Seckach
Die rund 40 Kilometer lange Madonnenlandbahn zwischen Miltenberg und Seckach soll vollständig ohne zusätzliche Oberleitungen auf der freien Strecke betrieben werden. Die Akku-Züge können an beiden Endpunkten unter Fahrdraht geladen werden. Für die Ladung während der Wendezeit sind rund zehn Minuten vorgesehen.
In Miltenberg wird die erforderliche Infrastruktur im Rahmen des separaten Projekts zur Elektrifizierung und zum Ausbau der nördlichen Maintalbahn geschaffen. Bayern hat die Planungen für die Elektrifizierung zwischen Aschaffenburg und Miltenberg bereits beauftragt. Diese sind mit dem Vorhaben auf baden-württembergischer Seite abgestimmt.
Die Umstellung der Westfrankenbahn auf klimafreundliche Antriebe ist ein Musterbeispiel für die Zusammenarbeit von Baden-Württemberg und Bayern. Wir haben bereits die Planungen für die Elektrifizierung der Strecke Aschaffenburg – Miltenberg beauftragt. Diese sind optimal mit den Planungen auf baden-württembergischer Seite abgestimmt. Im elektrifizierten Bahnhof Miltenberg können künftig die Züge Richtung Baden-Württemberg ihre Akkus aufladen.
Westfrankenbahn plant schnellere Züge und neue Stellwerke
Das Modernisierungsprojekt umfasst neben der Ladeinfrastruktur weitere Verbesserungen des Bahnbetriebs. Vorgesehen sind abschnittsweise Geschwindigkeitserhöhungen auf bis zu 120 km/h, zusätzliche Begegnungsbahnhöfe und neue elektronische Stellwerke. Ausserdem sollen Stationen barrierefrei ausgebaut werden.
Nach Abschluss der Arbeiten sollen zwei Linien im Stundentakt verkehren. Zwischen Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim entsteht dadurch im Kern ein Halbstundentakt. Auch am Wochenende ist ein deutlich erweitertes Zugangebot vorgesehen.
Mit der Kombination aus batterieelektrischem Antrieb und gezieltem Infrastrukturausbau sollen die Strecken im Taubertal und Odenwald langfristig modernisiert werden. Die konkrete Ausgestaltung des Betriebsangebots wird im weiteren Projektverlauf festgelegt.
Der Planungsstart ist ein starkes Signal für die DB RegioNetz Westfrankenbahn und die Menschen in unserer Region. In enger Abstimmung mit den Ländern Baden-Württemberg und Bayern bringen wir das Akku-Projekt nun Schritt für Schritt von der Grundlagenermittlung bis zur Realisierung voran. So machen wir unser Netz moderner, zuverlässiger und attraktiver für unsere Fahrgäste.
Vorplanung für die Westfrankenbahn soll 2029 enden
Mit dem unterzeichneten Planungsvertrag beginnt die technische Konkretisierung des Projekts. Bis 2029 sollen die erforderlichen Infrastrukturmassnahmen und Ausbauvarianten untersucht werden. Anschliessend sind die weiteren Planungs- und Realisierungsschritte vorgesehen.
Die Umstellung auf Akku-Züge ist für Mitte der 2030er Jahre geplant. Baden-Württemberg und Bayern koordinieren dabei die Infrastrukturprojekte auf beiden Seiten der Landesgrenze. Die Elektrifizierung des Bahnhofs Miltenberg bildet einen wesentlichen Bestandteil des gemeinsamen Betriebskonzepts.



