Energie Wasser Bern und Swisscom haben den Bau des Glasfasernetzes in der Stadt Bern weitgehend abgeschlossen. Das Projekt zählt zu den grösseren Infrastrukturvorhaben der vergangenen Jahre in der Bundesstadt und schafft die Grundlage für moderne Kommunikationsdienste in Haushalten, Büros und Gewerbebetrieben. Bis Ende 2026 sollen über 90 Prozent der Liegenschaften in der Stadt Bern erschlossen sein.

Glasfasernetz in Bern wächst stärker als ursprünglich geplant

In den vergangenen 16 Jahren haben Energie Wasser Bern und Swisscom gemeinsam die Basisinfrastruktur für ein flächendeckendes Glasfasernetz aufgebaut. Bereits heute sind über 15'000 Liegenschaften mit rund 100'000 Nutzungseinheiten angeschlossen. Damit wurden rund 18'000 Glasfaseranschlüsse mehr realisiert, als im Jahr 2010 ursprünglich vorgesehen waren.

Der zusätzliche Ausbau erklärt sich laut den Projektpartnern durch das stärkere Wachstum von Wohnungen und Geschäften in der Stadt Bern. Hinzu kommen technische Anschlüsse für Anlagen- und Gebäudesteuerungen, die im ursprünglichen Umfang so noch nicht absehbar waren. Der Ausbau reagiert damit nicht nur auf den klassischen Bedarf nach schnellem Internet, sondern auch auf die zunehmende Digitalisierung von Gebäuden und urbaner Infrastruktur.

Die Bauarbeiten konnten innerhalb der bewilligten Budgets umgesetzt werden. Das unterstreicht die Bedeutung einer über Jahre eingespielten Bau- und Projektorganisation, gerade bei einem Netz, das weite Teile des Stadtgebiets umfasst und technisch wie logistisch anspruchsvoll ist.

Glasfaser-Ausbau in Bern im Überblick

  • Über 15'000 Liegenschaften mit rund 100'000 Nutzungseinheiten sind bereits ans Glasfasernetz angeschlossen
  • Bis Ende 2026 sollen mehr als 90 Prozent der Liegenschaften in der Stadt Bern erschlossen sein
  • Rund 18'000 Glasfaseranschlüsse mehr als ursprünglich im Jahr 2010 geplant wurden realisiert
  • Die Bauarbeiten wurden innerhalb der bewilligten Budgets umgesetzt

Energie Wasser Bern nutzt Synergien mit Strom, Wasser und Wärme

Gebäude, die aus technischen Gründen bisher nicht angeschlossen werden konnten, sollen in den nächsten Jahren ebenfalls an das Glasfasernetz angebunden werden. Das gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil Swisscom die Kupferkabel schrittweise ausser Betrieb nimmt und zurückbaut. Der Glasfaserausbau bleibt damit auch nach dem erreichten Meilenstein ein laufendes Infrastrukturthema.

Schon seit längerem werden alle Neubauten und Totalsanierungen exklusiv durch Energie Wasser Bern direkt ans Glasfasernetz angeschlossen. Dabei werden die Netzanschlüsse für Strom, Wasser und Wärme gleichzeitig gebaut. Diese koordinierte Bauweise reduziert Schnittstellen, nutzt Synergien im Tiefbau und verbindet die digitale Infrastruktur eng mit den übrigen städtischen Versorgungsnetzen.

Für die Stadt Bern ist das Glasfasernetz damit nicht nur ein Telekommunikationsprojekt. Es ist Teil einer breiter gedachten urbanen Infrastruktur, die Versorgung, Digitalisierung und Standortentwicklung zusammenführt.

«Wir sind stolz darauf, eine zukunftsweisende digitale Infrastruktur für Bern erstellt zu haben. Das Glasfasernetz ist ein zentraler Standortfaktor und ein wichtiger Beitrag zum Service public: Es stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und ermöglicht der Bevölkerung den Zugang zu leistungsfähigen, modernen Kommunikationsdiensten»
Roland Weber Gesamtprojektleiter, Energie Wasser Bern

Swisscom und ewb bauen seit 2011 auf ein gemeinsames Modell

Die ersten Gespräche über ultraschnelles Internet, digitales Fernsehen und digitale Telefonie in der Stadt Bern wurden bereits 2009 geführt. Im Dezember 2011 unterzeichneten Energie Wasser Bern und Swisscom den Kooperationsvertrag, der bis heute die Grundlage der Zusammenarbeit bildet. Die Ausbaugebiete wurden innerhalb der Stadt aufgeteilt, wobei ewb rund 70 Prozent und Swisscom rund 30 Prozent übernahm.

Die Bauweise orientiert sich am schweizweit abgestimmten 4-Faser-Modell. Dieses stellt unabhängige Glasfaserverbindungen von den Anschlusszentralen bis zu den Steckdosen in Wohnungen und Geschäften sicher. Damit schafft das Modell die Voraussetzung für Wettbewerb bei den Dienstleistungsangeboten und für eine langfristig tragfähige digitale Infrastruktur.

Mit dem ausgebauten Glasfasernetz erhalten die Stadtberner Bevölkerung und die Wirtschaft Zugang zu modernen Kommunikationsdiensten. Für Bern ist das Projekt damit ein digitaler Infrastrukturbaustein mit langfristiger Wirkung auf Standortqualität, Wettbewerb und urbane Entwicklung.

«Mit dem Glasfaserausbau in Kooperation treiben wir die Digitalisierung der Schweiz entscheidend voran. Swisscom leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und stärkt zugleich die wirtschaftliche Entwicklung und digitale Zukunft der Stadt Bern. Das moderne Glasfasernetz bildet eine zentrale Grundlage für Innovation, Wachstum und ein starkes digitales Bern.»
Markus Reber Leiter Netze, Swisscom (Schweiz)