
Swissgrid investiert kräftig ins Netz der Zukunft
Swissgrid verbindet Netzsicherheit, Investitionen und Regulierung enger denn je. Das Geschäftsjahr 2025 zeigt, wie stark Versorgungssicherheit und Netzausbau zusammenhängen.
Swissgrid hat im Geschäftsjahr 2025 ihr Übertragungsnetz trotz anspruchsvollem Umfeld durchgehend verfügbar gehalten. Mit 100 Prozent Netzverfügbarkeit erfüllte das Unternehmen seinen Kernauftrag. Gleichzeitig transportierte das Netz rund 70,5 Terawattstunden elektrische Energie und blieb damit eine zentrale Grundlage für die Stromversorgung in der Schweiz.
Finanziell schloss Swissgrid das Jahr mit einem Unternehmensergebnis von 91,7 Millionen Franken ab. Das Ergebnis lag unter dem Vorjahr, blieb im stark regulierten Geschäftsmodell jedoch auf stabilem Niveau. Ausschlaggebend waren vor allem regulatorische Vorgaben beim Abbau von Unterdeckungen und eine tiefere Verzinsung der Deckungsdifferenzen.
Swissgrid setzt 2025 zentrale Markierungen
- 31 Netzprojekte im Strategischen Netz 2040 definiert
- 281,2 Millionen Franken in den Netzausbau investiert
- 100 Prozent Netzverfügbarkeit im Jahr 2025 erreicht
- 91,7 Millionen Franken Unternehmensergebnis im regulierten Geschäftsmodell erzielt
- Stromabkommen und Netzexpress gelten als wichtige Hebel für die Zukunft
Swissgrid treibt mit dem Strategischen Netz 2040 den Netzausbau voran
Mit dem im April 2025 veröffentlichten Strategischen Netz 2040 hat Swissgrid die langfristige Planung für das Schweizer Übertragungsnetz konkretisiert. Insgesamt wurden 31 wesentliche Netzprojekte identifiziert, die bis 2040 umgesetzt werden sollen. Dafür sind Investitionen von rund 5,5 Milliarden Franken vorgesehen.
Die Pläne zeigen die Grössenordnung der anstehenden Arbeiten deutlich. Swissgrid will bestehende Leitungen auf rund 400 Kilometern verstärken, 790 Kilometer Leitungen neu erstellen und weitere 790 Kilometer zurückbauen. Damit reagiert das Unternehmen auf die veränderten Anforderungen im Stromsystem und auf die wachsende Bedeutung eines leistungsfähigen Übertragungsnetzes.
Im Berichtsjahr wurden bereits konkrete Fortschritte erzielt. Dazu zählen die Baubewilligung für die 220-Kilovolt-Leitung im neuen Gotthardstrassentunnel sowie die Inbetriebnahme eines neuen Transformators im Unterwerk Bonaduz. Gleichzeitig verweist Swissgrid darauf, dass langwierige Bewilligungsverfahren den Ausbau weiter bremsen.
Swissgrid setzt bei Netzbetrieb und Regelenergie auf Innovation
Der Netzbetrieb wird durch die Transformation des Energiesystems anspruchsvoller. Swissgrid reagiert darauf mit neuen technologischen Ansätzen und Pilotprojekten. Ein zentrales Beispiel ist das Projekt PV4Balancing, mit dem das Flexibilitätspotenzial von Photovoltaikanlagen künftig auch für die Netzstabilisierung genutzt werden soll.
Zusätzlich setzt Swissgrid auf eine eigens entwickelte Software für den Einsatz von Regelenergie. Diese Lösung prognostiziert den Bedarf, unterstützt den täglichen Netzbetrieb mit künstlicher Intelligenz und aktiviert geeignete Regelenergieprodukte teilweise automatisiert. Laut Swissgrid konnten damit im Berichtsjahr rund 20 Millionen Euro Regelenergiekosten eingespart werden.
Diese Entwicklung ist auch für die Energiebranche in der Schweiz relevant. Sie zeigt, wie stark Digitalisierung, KI und Flexibilität inzwischen mit Fragen der Versorgungssicherheit und Effizienz im Übertragungsnetz verknüpft sind.
Stromabkommen und Netzexpress bleiben für Swissgrid strategisch zentral
Swissgrid verknüpft den sicheren Netzbetrieb weiterhin eng mit regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen. Das Unternehmen betont, dass die Schweiz im Winter auf Stromimporte angewiesen ist und im Sommer überschüssige Produktion exportiert. Dafür braucht es verlässliche Kapazitäten auf den Grenzleitungen.
Ein Stromabkommen mit der Europäischen Union würde diese Kapazitäten laut Swissgrid absichern und den Zugang zu grösseren europäischen Plattformen für Regelenergie verbessern. Das könnte den Wettbewerb stärken und die Kosten für die Netzstabilität senken. Entsprechend misst Swissgrid dem Stromabkommen eine hohe Bedeutung für Versorgungssicherheit und Netzbetrieb bei.
Auch die sogenannte Netzexpress-Vorlage bleibt für das Unternehmen zentral. Sie soll helfen, Planungs- und Bewilligungsverfahren für Netzprojekte zu beschleunigen. Gerade mit Blick auf die Umsetzung des Strategischen Netzes 2040 ist das für Swissgrid ein wichtiger Faktor.
Swissgrid senkt Beschaffungsaufwand und hält Investitionen hoch
Die Gesamtinvestitionen beliefen sich 2025 auf 356,6 Millionen Franken. Davon entfielen 281,2 Millionen Franken auf den Netzausbau und 15,3 Millionen Franken auf die Instandhaltung. Damit investierte Swissgrid nochmals mehr als im Vorjahr in die Modernisierung und Weiterentwicklung des Übertragungsnetzes.
Gleichzeitig sank der Beschaffungsaufwand ohne Stromreserve und solidarisierte Kosten auf 462,6 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es noch 684,5 Millionen Franken. Swissgrid führt dies unter anderem auf optimierte Beschaffungsprozesse und auf die eingesetzte KI-Lösung im Bereich Regelenergie zurück.
Der Nettoumsatz ohne Stromreserve ging wegen tieferer Tarife für das Übertragungsnetz erwartungsgemäss auf 1’481,6 Millionen Franken zurück. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Swissgrid wegen des vom UVEK festgelegten WACC für Netzbetreiber mit einem leicht tieferen Ergebnis als im Berichtsjahr.
Swissgrid verschärft ihre Klimaziele entlang der Wertschöpfungskette
Neben Netzbetrieb und Finanzen setzte Swissgrid 2025 auch bei der Nachhaltigkeit Akzente. Das Unternehmen verbesserte sich in mehreren relevanten Nachhaltigkeitsratings und baute seine Klimastrategie weiter aus. Zusätzlich zu den bestehenden Netto-Null-Zielen für Scope 1 und 2 wurden wissenschaftsbasierte Klimaziele für indirekte Emissionen in Scope 3 definiert.
Mit dem dazugehörigen Dekarbonisierungsplan will Swissgrid die Reduktion von Treibhausgasen entlang der eigenen Wertschöpfungskette vorantreiben. Damit verbindet das Unternehmen Netzinfrastruktur, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit noch stärker miteinander.
