
BKW senkt Stromtarife 2027 deutlich und lanciert neuen Netztarif
Die BKW senkt 2027 die Stromkosten für einen typischen Haushalt um 7.6 Prozent und führt gleichzeitig einen dynamischen Netznutzungstarif ein.
Für Kundinnen und Kunden der BKW in der Grundversorgung sinkt der Strompreis 2027 deutlich. Bei einem typischen Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4’500 Kilowattstunden reduziert sich die Stromrechnung um rund 95 Franken pro Jahr. Gleichzeitig steigen die Netznutzungs- und Messtarife.
BKW senkt Energietarif 2027 um rund 29 Prozent
Beim Standard-Produkt Energy Blue sinkt der Gesamtpreis für das ElCom-Verbrauchsprofil H4 per 1. Januar 2027 um rund 7.90 Franken pro Monat beziehungsweise 95 Franken pro Jahr. Dies entspricht einer Reduktion um 7.6 Prozent. Die tatsächliche Veränderung hängt vom individuellen Verbrauchsverhalten ab.
Der Energietarif in der Grundversorgung wird um 2.92 Rp./kWh oder rund 29 Prozent reduziert. Die BKW versorgt ihre Kundschaft in der Grundversorgung überwiegend mit Strom aus eigenen Kraftwerken. Die Produktionskosten dieser Anlagen sind zuletzt gesunken.
Zusätzlich wirken der Abbau von Deckungsdifferenzen zugunsten der Kundschaft, tiefere Ausgleichsenergiekosten und ein tieferer WACC für die Grosswasserkraft preissenkend.
Stromtarife 2027 der BKW im Überblick
- Gesamtpreis für H4 sinkt um 7.6 Prozent beziehungsweise rund 95 Franken pro Jahr.
- Energietarif sinkt um 2.92 Rp./kWh oder rund 29 Prozent.
- Netznutzungstarif steigt für H4 insgesamt um 0.66 Rp./kWh.
- Messtarif steigt um 0.16 Rp./kWh.
- Gesamtpreis liegt bei einer Gemeindeabgabe von 1.5 Rp./kWh bei 25.6 Rp./kWh.
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Netznutzungstarif steigt trotz tieferer Gesamtkosten
Gegenläufig entwickeln sich die Kosten für das Stromnetz. Der Netznutzungstarif steigt 2027 um 5.9 Prozent. Für das H4-Verbrauchsprofil entspricht dies insgesamt einer Zunahme um 0.66 Rp./kWh.
Die BKW investierte 2025 mehr als 180 Millionen Franken in den Um- und Ausbau des Verteilnetzes für die Energiewende sowie in die Digitalisierung. Dämpfend wirken tiefere Kosten für die Stromreserve des Bundes und die Systemdienstleistungen von Swissgrid sowie der sinkende WACC für die Stromnetze.
Auch der Messtarif erhöht sich um 0.16 Rp./kWh. Als wesentlichen Grund nennt die BKW die hohen Investitionen in den Smart-Meter-Rollout.
BKW-Strompreis 2027 liegt meist bei 25.6 Rp./kWh
Unter dem Strich sinkt der Strompreis für das H4-Verbrauchsprofil um 2.1 Rp./kWh oder 7.6 Prozent. Bei einer Gemeindeabgabe von 1.5 Rp./kWh, wie sie in den meisten Gemeinden des BKW-Versorgungsgebiets erhoben wird, beträgt der Gesamtpreis 2027 damit 25.6 Rp./kWh.
Je nach Gemeinde, Verbrauchsprofil und individuellem Verbrauchsverhalten kann der effektive Preis pro Kilowattstunde höher oder tiefer ausfallen. Die Stromrechnung setzt sich aus Energietarif, Netznutzungstarif, Messtarif sowie den Abgaben an Bund, Kantone und Gemeinden zusammen.
Damit fällt die Reduktion des Energietarifs stärker aus als die gleichzeitig steigenden Kosten für Netznutzung und Messung.
«Sonne scheint» macht Netznutzung 2027 dynamisch
Parallel zu den neuen Stromtarifen führt die BKW 2027 erstmals einen dynamischen Netznutzungstarif für Privat- und Gewerbekunden ein. Das freiwillige Produkt «Sonne scheint» reduziert im Sommerhalbjahr zwischen April und September den Netznutzungstarif an ausgewählten sonnigen Nachmittagen zwischen 13 und 17 Uhr.
Der Rabatt beträgt bis zu 40 Prozent. Bei prognostizierter leichter Bewölkung wird generell ein Rabatt von 20 Prozent gewährt. Die Rabatthöhe wird an regionale Verhältnisse angepasst, sodass in sonnenärmeren Regionen höhere Rabatte gelten und in sonnenreicheren Regionen häufiger Rabattfenster möglich sind.
Grundlage des Modells sind historische Wetterdaten ausgewählter Stationen von Meteo Schweiz. Ob in einer der fünf Regionen am Folgetag ein Rabattfenster geöffnet wird, entscheidet die BKW aufgrund der Wetterprognosen und publiziert die Information jeweils am Vortag.
Dynamischer Tarif schafft Anreiz für flexiblen Strombezug
Mit «Sonne scheint» will die BKW einen Anreiz schaffen, Strom verstärkt dann zu beziehen, wenn aufgrund hoher Photovoltaik-Produktion viel Energie verfügbar ist. Dafür eignen sich insbesondere flexible Verbraucher wie Elektroautos, Wärmepumpen oder Boiler.
Energiemanagementsysteme können das Preissignal aufnehmen und grössere Verbraucher gezielt innerhalb des Rabattfensters steuern. Voraussetzung für die Teilnahme am dynamischen Netznutzungstarif ist ein Smart Meter.
Die Teilnahme bleibt freiwillig. Die BKW will ihre Kundinnen und Kunden im Herbst über die Anmeldemöglichkeiten informieren. Ein Wechsel zurück in das klassische Tarifmodell ist jeweils auf Anfang eines Kalenderjahrs möglich.



