
AEW baut Agri-PV-Anlage für Kornelkirschen
AEW kombiniert in Beinwil Landwirtschaft und Solarstrom. Das 320-kWp-Projekt soll Extremwetterschutz und Energieproduktion verbinden.
Auf dem Landgut Weitsicht in Beinwil im Freiamt realisiert die AEW Energie AG eine Agri-Photovoltaikanlage. Das Innovationsprojekt verbindet den Anbau von Kornelkirschen mit der Produktion von erneuerbarem Strom und untersucht den Mehrwert für die landwirtschaftliche Produktion.
Auf einer Fläche von 5'000 m² werden Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 320 kWp auf drei Reihen installiert. Die Module können dem Sonnenverlauf von Osten nach Westen folgen. Durch die teilweise Beschattung sollen sie die Kornelkirschen vor Hitze und extremen Witterungseinflüssen schützen.
AEW installiert 320 kWp über Kornelkirschen
Anders als bei klassischen Freiflächen-Photovoltaikanlagen bleibt bei Agri-PV die landwirtschaftliche Nutzung bestehen. Landwirtschaft und Solarstromproduktion werden auf derselben Fläche kombiniert. Entscheidend ist dabei der Nachweis eines konkreten Mehrwerts für die landwirtschaftliche Produktion.
Die teilweise Beschattung kann Pflanzen vor intensiver Sonneneinstrahlung und Hitzestress schützen. Gleichzeitig soll sie die Wasserverdunstung reduzieren, damit die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt. Niederschläge können dadurch besser aufgenommen und gespeichert werden.
Wie wichtig der Schutz vor extremen Wetterbedingungen sein kann, zeigte sich bei der diesjährigen Ernte auf dem Landgut Weitsicht. Grosse Hitze, ein heftiger Hagelzug und kurzer Starkregen führten bei den Kornelkirschen zu einem hohen Ernteausfall.
«Der diesjährige Ernteausfall zeigt deutlich, wie wichtig wirksame Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel für die Landwirtschaft sind. Mit diesem Innovationsprojekt wollen wir anhand von Messwerten, Fakten und konkreten Beobachtungen untersuchen, welchen Beitrag die Anlage zum Schutz unserer Kornelkirschen leisten kann»
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Agri-PV-Projekt untersucht Schutzwirkung und Ertrag
Ein wissenschaftliches Projekt untersucht, wie sich die teilweise Beschattung auf die Kornelkirschen, das Mikroklima, den Wasserhaushalt des Bodens und den landwirtschaftlichen Ertrag auswirkt. Erwartet wird, dass die Module intensive Sonneneinstrahlung und Hitzestress mindern und die Verdunstung reduzieren können.
Gleichzeitig liefert das Projekt Erkenntnisse zur technischen Umsetzung und zur Stromproduktion unter realen landwirtschaftlichen Bedingungen. Damit sollen nicht nur die Auswirkungen auf die Pflanzen, sondern auch die energetischen Eigenschaften der Anlage untersucht werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für künftige Projekte dienen. AEW will damit Potenzial und Grenzen der Agri-Photovoltaik für weitere Anwendungen fundiert beurteilen.
«Mit diesem Innovationsprojekt wollen wir herausfinden, unter welchen Bedingungen Agri-PV einen echten Mehrwert für Landwirtschaft und Energieproduktion schafft. Die Erkenntnisse auf dem Landgut Weitsicht unter realen Bedingungen helfen uns, Potenzial und Grenzen dieser Technologie für weitere Anwendungen fundiert zu beurteilen»
AEW will Agri-PV-Anlage im Oktober fertigstellen
Der Baustart für die Agri-PV-Anlage erfolgte am 14. September 2026. Die Fertigstellung ist für Oktober 2026 vorgesehen. Im Frühling 2027 will AEW die Anlage auf dem Landgut Weitsicht im Rahmen eines Eröffnungsevents offiziell vorstellen.
Agri-Photovoltaik ermöglicht die gleichzeitige Nutzung einer Fläche für die Landwirtschaft und die Produktion von Solarstrom. Die Solarmodule werden so über oder zwischen den Kulturen installiert, dass die landwirtschaftliche Bewirtschaftung weiterhin möglich bleibt.
Ein landwirtschaftlicher Vorteil kann beispielsweise im Schutz vor Extremwetter, einer Ertragssteigerung oder einer Qualitätsverbesserung der landwirtschaftlichen Produkte liegen. Beim Projekt auf dem Landgut Weitsicht soll die tatsächliche Wirkung anhand von Messwerten und Beobachtungen unter realen Bedingungen untersucht werden.


