Romande Energie eröffnet grösste Agri-PV-Anlage
In Lovatens schützt Agri-PV 1.8 Hektaren Bio-Heidelbeeren und liefert rund 2'400 MWh Solarstrom pro Jahr. Romande Energie betreibt die Anlage 30 Jahre.
Im waadtländischen Lovatens ist die nach Angaben der Projektpartner bislang grösste Agrivoltaikanlage der Schweiz in Betrieb gegangen. Das Projekt verbindet landwirtschaftliche Produktion und erneuerbare Stromerzeugung auf derselben Fläche. Partner sind der Bio-Produzent Olivier Pichonnat, das Waadtländer Unternehmen Insolight und Romande Energie.
Unter der Anlage wachsen auf 1.8 Hektaren Bio-Heidelbeeren. Insgesamt sind 5'220 Photovoltaikmodule auf einer speziell für den landwirtschaftlichen Betrieb entwickelten Konstruktion installiert. Die erwartete Jahresproduktion liegt bei rund 2'400 MWh Strom. Dies entspricht laut den Projektpartnern dem Jahresverbrauch von rund 955 Haushalten.
Agrivoltaikanlage Lovatens in Zahlen
- 1.8 Hektaren geschützte Bio-Heidelbeeren
- 5'220 Photovoltaikmodule
- Rund 2'400 MWh erwartete Stromproduktion pro Jahr
- Strommenge für umgerechnet rund 955 Haushalte
- Romande Energie betreibt die Anlage während 30 Jahren
Photovoltaik schützt Heidelbeeren vor Extremwetter
Die Photovoltaikmodule sind in 3.2 Metern Höhe montiert. Damit kann Olivier Pichonnat die Fläche weiterhin mit seinen bisherigen landwirtschaftlichen Maschinen bewirtschaften. Gleichzeitig schützt die Konstruktion die Kulturen vor Hagel, Frost, starken Niederschlägen und Hitzeperioden.
Nach Angaben der Projektpartner zeigte sich der Nutzen bereits während der starken Hitze im Sommer 2026. Während ungeschützte Kulturen teilweise erhebliche Schäden erlitten, herrschten unter der Agrivoltaikanlage günstigere Bedingungen für die Heidelbeeren. Verbrennungen, Wachstumsstopps und Austrocknung konnten dadurch begrenzt werden.
«J’avoue qu’avec tous les aléas que nous avons vécus ces dernières années liés au dérèglement climatique, je commençais à avoir de la peine à voir l’avenir sans protection pour mes cultures.»
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Insolight entwickelt Agrivoltaik für Landwirtschaft
Entwickelt und gebaut wurde die Anlage von Insolight. Das Waadtländer Unternehmen hat die Konstruktion auf die Anforderungen des Heidelbeeranbaus und des landwirtschaftlichen Betriebs abgestimmt. Die Lösung soll den gleichzeitigen Einsatz der Fläche für Landwirtschaft und Solarstromproduktion ermöglichen.
Insolight übernimmt bei solchen Projekten nach eigenen Angaben auch die regulatorischen Verfahren bis zur Inbetriebnahme. Mit der Anlage in Lovatens soll gezeigt werden, dass Agrivoltaik auch in grösserem Massstab und unter den Anforderungen professioneller Landwirtschaft eingesetzt werden kann.
Bei der Einweihung waren auch die Waadtländer Staatsrätinnen Valérie Dittli und Isabelle Moret anwesend. Der Kanton sieht im Projekt Potenzial für die Verbindung von Landwirtschaftspolitik, Anpassung an den Klimawandel und Ausbau erneuerbarer Energien.
Romande Energie finanziert und betreibt Anlage
Romande Energie finanziert die Agrivoltaikanlage und übernimmt Betrieb sowie Unterhalt während 30 Jahren. Für den Landwirtschaftsbetrieb entfällt damit die alleinige Finanzierung der Infrastruktur. Gleichzeitig soll das Modell zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für den Betrieb schaffen.
Romande Energie übernimmt zudem die Vermarktung des produzierten Solarstroms und dessen Integration in das Energiesystem. Am Projekt waren auch der Verteilnetzbetreiber des Konzerns für den neuen Netzanschluss und Romande Energie Services für die elektrische Installation beteiligt.
Die Projektpartner sehen die Anlage als Modell, das sich auf weitere landwirtschaftliche Anwendungen übertragen lässt. Die Kombination aus Agrivoltaik, Schutz der Kulturen und Solarstromproduktion soll dabei sowohl für Landwirtschaftsbetriebe als auch für die Energieversorgung Nutzen schaffen.



