
Stromabkommen Neue Allianz wirbt für Zustimmung
Eine neue Allianz aus Wirtschaft und Energiebranche wirbt für das Stromabkommen mit der EU und stellt Versorgungssicherheit und Kosten ins Zentrum.
Mit der «Allianz Stromabkommen Schweiz» bündeln Akteure aus Wirtschaft und Energiebranche ihre Unterstützung für das Stromabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Die am 9. September 2026 lancierte Allianz sieht darin eine zentrale Voraussetzung für eine sichere, stabile und bezahlbare Stromversorgung.
Im Mittelpunkt stehen die stärkere Einbindung der Schweiz in den europäischen Strommarkt, verbindliche Regeln für den grenzüberschreitenden Stromaustausch und zusätzliche Mitwirkungsmöglichkeiten. Die Allianz setzt sich zugleich dafür ein, das Abkommen ohne zusätzlichen «Swiss Finish» umzusetzen.
Stromabkommen soll Winterversorgung absichern
Die Schweiz ist mit 41 Leitungen mit ihren Nachbarländern verbunden. Besonders im Winter ist sie auf Stromimporte angewiesen. Das Stromabkommen soll für diesen Austausch klare und verbindliche Regeln schaffen und die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern langfristig absichern.
Die Allianz warnt davor, dass die Schweiz ohne Abkommen schrittweise Einfluss auf Regeln und Prozesse im europäischen Strommarkt verliert. Gleichzeitig könnten Unsicherheiten, Kosten und Risiken für die Netzstabilität steigen. Heute verhandelt Swissgrid die privatrechtlichen und technischen Verträge für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit regelmässig neu.
«Dank eines Stromabkommens bleibt die Schweiz verlässlich in das europäische Stromnetz eingebunden. Das ist gerade für die Winterversorgung entscheidend»
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Strommarkt soll Kosten senken und Handel erleichtern
Nach Einschätzung der Allianz bringt das Stromabkommen nicht nur mehr Versorgungssicherheit. Der erleichterte Stromhandel soll auch die Kosten langfristig senken, Preise planbarer machen und unnötige Zusatzkosten vermeiden. Davon sollen Unternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Kantone und Gemeinden profitieren.
Im Sommer eröffnet der Zugang zum europäischen Strombinnenmarkt den Schweizer Kraftwerksbetreibern zusätzliche Möglichkeiten zur Vermarktung ihrer Produktion. Gleichzeitig erhöht ein grenzüberschreitend funktionierender Markt die Flexibilität im Stromsystem.
Das Stromabkommen aus Sicht der Allianz
- Klare Regeln für den Stromaustausch zwischen der Schweiz und der EU
- Stärkere Absicherung der Stromimporte für die Winterversorgung
- Besserer Zugang zum europäischen Strombinnenmarkt
- Mehr Mitsprache bei für die Schweiz relevanten europäischen Prozessen
- Umsetzung ohne zusätzliche Regulierung durch einen «Swiss Finish»
Swissgrid betont Bedeutung für die Netzstabilität
Für den Betrieb des Schweizer Übertragungsnetzes ist die Zusammenarbeit mit Europa besonders relevant. Das Stromnetz der Schweiz ist Teil des europäischen Verbundnetzes und entsprechend eng von den technischen und regulatorischen Entwicklungen in den Nachbarländern abhängig.
«Die Schweiz ist keine Insel. Wir betreiben das europäische Verbundnetz gemeinsam mit den europäischen Partnern. Netzstabilität ist gemeinsam am sichersten und am effizientesten. Wir sind von den Entwicklungen in Europa in hohem Masse betroffen, deshalb müssen wir unsere Interessen einbringen können»
Die Allianz sieht darin einen wichtigen Vorteil des Stromabkommens. Die Schweiz soll bei Prozessen, die ihre Netzstabilität direkt betreffen, stärker eingebunden sein und ihre Interessen institutionell einbringen können.
Wasserkraft soll vom europäischen Markt profitieren
Auch für die Energiewende sieht die Allianz Vorteile. Erneuerbare Energien könnten besser in das Stromsystem integriert werden, wenn Strom grenzüberschreitend gehandelt, gespeichert und flexibel eingesetzt werden kann.
Besonders die Schweizer Wasserkraft soll vom verbesserten Marktzugang profitieren. Ihre flexible Produktion und Speicherfähigkeit können nach Einschätzung der Allianz im europäischen Stromsystem stärker genutzt werden.
Allianz bereitet politische Diskussion zum Abkommen vor
Die Allianz vereint Organisationen und Unternehmen aus Wirtschaft und Energiebranche. Sie will über die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen des Stromabkommens informieren und die öffentliche Diskussion über dessen Auswirkungen auf Versorgungssicherheit, Stromkosten und Strommarkt begleiten.
Dabei setzt sie sich ausdrücklich für eine Umsetzung ohne «Swiss Finish» ein. Zusätzliche regulatorische Anforderungen, die das Abkommen selbst nicht verlangt, sollen nach ihrer Position vermieden werden.
«Es geht um das Interesse der Schweiz und des Wirtschaftsstandortes. Ohne Stromabkommen wird die Stabilisierung des Schweizer Stromnetzes deutlich mehr kosten. Diese Mehrkosten würden auf die Verbraucher überwälzt, auf Haushalte und Unternehmen»
Die Allianz will zudem die überparteiliche Zusammenarbeit koordinieren. Ihr Ziel ist es, die Bevölkerung über die aus ihrer Sicht bestehenden Vorteile des Stromabkommens zu informieren und damit auch die Grundlage für eine mögliche Volksabstimmung zu schaffen.



