
Stromtarife 2027 Bilanz der publizierten Tarife in der Schweiz
Bis zum 31. August mussten die Schweizer Grundversorger ihre Stromtarife für 2027 veröffentlichen. Die inzwischen vorliegenden Tarifentscheide zeigen ein differenziertes Bild: Bei vielen Versorgern sinken die Gesamtpreise, einzelne halten ihre Tarife weitgehend stabil und bei mehreren Netzgebieten steigen die Stromkosten trotz tieferer Beschaffungspreise.
Die häufig kommunizierte Aussage «sinkende Strompreise 2027» trifft damit nur teilweise zu. Zwar geben tiefere Beschaffungskosten bei zahlreichen Versorgern Spielraum für günstigere Energietarife. Gleichzeitig steigen in verschiedenen Netzgebieten die Kosten für Netzausbau, Messwesen und Kapital. Hinzu kommen Deckungsdifferenzen aus früheren Jahren und unterschiedlich wirkende nationale Kostenkomponenten.
Noch deutlicher als bei der reinen Preisentwicklung verändert sich die Tarifgestaltung. Mehrere Versorger führen saisonale Sommer- und Winterpreise, Leistungskomponenten, neue Tarifzeitfenster oder dynamische Netztarife ein. Die Tarifrunde 2027 markiert damit einen sichtbaren Übergang von klassischen Hoch-/Niedertarifen zu stärker zeit-, leistungs- und netzabhängigen Modellen.
Bilanz der Stromtarife 2027
Die wichtigsten Entwicklungen
- Bei einem grossen Teil der bisher ausgewerteten Grundversorger sinken die Gesamtpreise.
- Die Energiebeschaffung wird vielfach günstiger, während die Netzkosten uneinheitlich verlaufen.
- AEW, Fällanden, Energie Service Biel, Tägerwilen und weitere Versorger zeigen steigende Gesamtpreise.
- Stabile beziehungsweise nahezu stabile Tarife melden unter anderem EKZ, ewz, Localnet und Oberlunkhofen.
- Saisonale Sommer-/Winterpreise werden deutlich häufiger.
- Leistungskomponenten ergänzen oder ersetzen bei einzelnen Versorgern klassische Grundpreise.
- Dynamische Netztarife gewinnen insbesondere bei BKW, CKW und EKZ an Bedeutung.
- Neue Niedertarif-Zeitfenster sollen Verbrauch in Stunden mit hoher Solarproduktion oder tieferer Netzbelastung verschieben.
- Die Solarstromvergütung wird zunehmend markt- und zeitabhängig.
- Messkosten werden seit 2026/2027 deutlich sichtbarer als eigene Tarifkomponente ausgewiesen.
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Preisrückgang bei Energie, steigender Druck im Netz
Der wichtigste preissenkende Faktor für 2027 sind bei vielen Versorgern tiefere Energiebeschaffungskosten. Besonders deutlich zeigt sich dies unter anderem bei BKW, Horgen, Altstätten, Jonen, Groupe E, Primeo, CKW und Energie Wasser Bern.
Die Entwicklung der Netzkosten ist dagegen wesentlich uneinheitlicher. AEW erhöht die Grundversorgungstarife trotz tieferer Energiebeschaffung um rund 7 Prozent, weil höhere Netzkosten die Entlastung überkompensieren. Auch bei Energie Kreuzlingen, Altstätten, Jonen und Energie Service Biel steigen die Netzaufwendungen beziehungsweise Netztarife.
Die Begründungen ähneln sich: Ausbau und Verstärkung der Verteilnetze, zunehmende dezentrale Photovoltaikproduktion, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher, Digitalisierung und Smart Meter verursachen zusätzliche Kosten. Gleichzeitig sinkt in einzelnen Netzen die aus dem Netz bezogene Energiemenge. Fixkosten verteilen sich dadurch auf weniger Kilowattstunden.
Diese Entwicklung relativiert die häufig verwendete Aussage, dass mehr dezentrale Produktion automatisch tiefere Stromkosten bedeutet. Für die Netze kann die Integration zusätzlicher Produktion und flexibler Verbraucher zunächst einen erheblichen Investitionsbedarf auslösen.
2027 verändert sich vor allem die Tarifgestaltung
Die strukturell bedeutendste Entwicklung der Tarifrunde ist die zunehmende Abkehr vom klassischen Modell aus Hoch- und Niedertarif plus fixer Grundgebühr.
Winterthur führt beispielsweise für Haushalte einen Leistungstarif von 1.50 Franken pro Kilowatt und Monat ein. Massgebend ist die höchste Viertelstunden-Leistungsspitze des Monats. Der bisherige Grundpreis entfällt. Damit wird nicht mehr nur die bezogene Energiemenge, sondern auch die gleichzeitige Beanspruchung des Netzes tarifrelevant.
Auch Villmergen und Oberbüren führen Leistungskomponenten ein. Diese Modelle können die Netzkosten verursachergerechter verteilen, erhöhen für Kundinnen und Kunden aber gleichzeitig die Bedeutung des individuellen Lastprofils. Haushalte mit gleichzeitig betriebenen leistungsstarken Geräten können dadurch anders belastet werden als Haushalte mit gleichem Jahresverbrauch und gleichmässigerem Bezug.
Saisonale Preise verbreiten sich
Sommer- und Winterpreise werden 2027 bei mehreren Versorgern eingeführt oder stärker eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Winterthur, Steinach, EWN, Repower, IB-Murten, Weiach und Oberbüren.
Hintergrund ist die zunehmende saisonale Differenz zwischen hoher Solarstromproduktion im Sommer und höherem Strombedarf beziehungsweise geringerer erneuerbarer Produktion im Winter.
Die Tarifgestaltung bildet damit stärker die tatsächliche saisonale Kostenstruktur ab. Für Kundinnen und Kunden wird allerdings die Vergleichbarkeit der Tarife schwieriger, weil ein einzelner Rp./kWh-Wert den Jahrespreis immer weniger vollständig beschreibt.
Neue Zeitfenster statt klassischem Tag-/Nachttarif
Auch innerhalb eines Tages verändern sich die Preissignale. Winterthur erweitert den Niedertarif werktags um das Zeitfenster von 13 bis 16 Uhr. Horgen definiert neue Hoch- und Niedertarifzeiten. Groupe E hält Niedertarifzeiten von 12 bis 17 Uhr sowie von 23 bis 7 Uhr aufrecht.
Diese Zeitfenster spiegeln die zunehmende Solarproduktion am Mittag. Während früher vor allem die Nacht als günstige Verbrauchsperiode galt, wird nun auch der Nachmittag tariflich attraktiver.
Dynamische Tarife kommen aus der Pilotphase
BKW, CKW und EKZ setzen auf dynamische beziehungsweise stärker variable Netztarife. Dabei können Netzbelastung, Solarproduktion oder andere kurzfristige Signale Einfluss auf den Preis haben.
Damit können flexible Verbraucher wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Boiler oder Batteriespeicher gezielter gesteuert werden. Der Nutzen hängt allerdings von Smart Metern, automatisierter Steuerung und der tatsächlichen Flexibilität des jeweiligen Haushalts oder Betriebs ab.
Solarstromvergütung wird marktnäher
Auch bei der Einspeisung verändert sich die Logik. Energie Service Biel vergütet eingespeisten Solarstrom künftig anhand des stündlichen Börsenpreises zum Zeitpunkt der Lieferung. Weiach orientiert sich grundsätzlich am vierteljährlichen Referenz-Marktpreis des Bundes.
Murgenthal setzt zusätzlich einen «Netz 2050»-Anreiz für Anlagen, deren Einspeiseleistung begrenzt wird. Bottighofen regelt den Ankauf von Herkunftsnachweisen grösserer Photovoltaikanlagen neu.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Produktionszeitpunkts nimmt damit zu. Eine Kilowattstunde Solarstrom kann künftig je nach Markt- und Netzsituation unterschiedlich bewertet werden.
Übersicht der publizierten Stromtarife 2027
Winterthur | AEW | EKS | EW Ursern | Groupe E | SAK | Wohlenschwil | Primeo | EKZ | Repower | Wetzikon | Steinach | EWN | Biglen | IB-Murten | Energie Wasser Bern | Kreuzlingen | Altstätten | Jonen | Tägerwilen | Oberbüren | ewz | EWS | ibw | CKW | ESB | Oberlunkhofen | Güttingen | Horgen | Bottighofen | energieUri | Localnet | Widnau | Berneck | Balgach | ewl | Weiach | Au SG | Murgenthal | BKW | Thal | EWO | Bürglen | Villmergen | Fällanden | Andelfingen | Dintikon | Arosa | Schlatt | Valgrid
Stadtwerk Winterthur: 8 Prozent tiefer und neues Leistungstarifmodell
Stadtwerk Winterthur senkt die Stromtarife für Haushalte gegenüber 2026 durchschnittlich um 8 Prozent. Ein H4-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4’500 kWh spart rund 108 Franken pro Jahr.
Strukturell wesentlich bedeutender ist die Einführung eines neuen Tarifmodells. Der bisherige Grundpreis für Haushalte entfällt und wird durch einen Leistungstarif von 1.50 Franken pro Kilowatt und Monat ersetzt. Massgebend ist die höchste Viertelstunden-Leistungsspitze des Monats.
Neu gelten zudem saisonale Energiepreise. Gleichzeitig wird das Niedertarif-Zeitfenster werktags um 13 bis 16 Uhr erweitert.
Winterthur gehört damit zu den Versorgern, welche die Tarifstruktur 2027 besonders weitgehend verändern.
AEW: rund 7 Prozent höhere Stromtarife
Bei AEW Energie steigen die Grundversorgungstarife 2027 um rund 7 Prozent. Ein Haushalt mit 4’500 kWh bezahlt rund 88 Franken mehr pro Jahr.
Bei einem Gewerbekunden mit 63’000 kWh beträgt die Mehrbelastung rund 1’131 Franken beziehungsweise 6,7 Prozent.
Die Energiebeschaffung wird zwar günstiger. Die höheren Netzkosten fallen jedoch stärker ins Gewicht und führen unter dem Strich zu einer deutlichen Erhöhung.
AEW zeigt damit besonders deutlich, dass sinkende Marktpreise nicht automatisch tiefere Gesamtstrompreise bedeuten.
EKS: durchschnittlich 5,5 Prozent tiefere Strompreise
Beim Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen sinken die Strompreise 2027 im Durchschnitt um 5,5 Prozent.
Privatkundinnen und -kunden profitieren durchschnittlich von einer Reduktion um 4,3 Prozent. Ein typischer Vierpersonenhaushalt spart rund 62 Franken pro Jahr.
Bei Gewerbekunden beträgt die durchschnittliche Reduktion 5,6 Prozent. Gründe sind insbesondere tiefere Energiepreise sowie sinkende Kosten für vorgelagerte Netzdienstleistungen.
EW Ursern: Gesamtpreis sinkt um rund 8,2 Prozent
Das Elektrizitätswerk Ursern reduziert die Strompreise in der Grundversorgung um rund 8,2 Prozent.
Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 4’500 kWh sinkt der Gesamtpreis von 24,7 auf 22,7 Rp./kWh. Die jährliche Entlastung beträgt gut 90 Franken.
Hauptgrund sind deutlich tiefere Energiekosten.
Groupe E: 4,5 Prozent tiefer, neues Standardprodukt REGIO
Groupe E senkt die Stromtarife 2027 im Durchschnitt um 4,5 Prozent beziehungsweise rund 1,2 Rp./kWh.
Ein typischer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4’500 kWh spart rund 36 Franken pro Jahr. Die Energiekosten sinken um 5,6 Prozent.
Gegenläufig entwickeln sich Netz und Messung. Die Kosten für Modernisierung und Verstärkung des Stromnetzes steigen leicht, ebenso der Messtarif.
BASIC, PLUS und STAR werden durch REGIO ersetzt
Groupe E führt 2027 das neue Standardprodukt «REGIO» ein. Die bisherigen Produkte BASIC, PLUS und STAR entfallen.
Im Frühling und Sommer besteht REGIO zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie, insbesondere Wasser- und Solarstrom. Im Herbst und Winter beträgt der erneuerbare Anteil bis zu zwei Drittel. Ergänzt wird die Versorgung dann mit Schweizer Kernenergie.
Die Produktumstellung ist teilweise eine Folge der neuen gesetzlichen Anforderungen an die quartalsweise Stromkennzeichnung. Sie stellt deshalb nicht nur eine freiwillige Produktinnovation dar, sondern bildet auch veränderte regulatorische Vorgaben ab.
SAK: nahezu stabil, für Haushalte leicht höher
Bei den St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken bleiben die Strompreise insgesamt nahezu stabil.
Für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt ergibt sich dennoch eine Erhöhung um rund 1,3 Prozent beziehungsweise etwa 17 Franken pro Jahr.
Der Energiepreis sinkt leicht. Gleichzeitig steigen die Netzkosten und kompensieren die Entlastung auf der Energieseite mehr als vollständig.
Die Bezeichnung «nahezu stabil» verdeckt damit, dass sich die Rechnung für einen typischen Haushalt faktisch erhöht.
Wohlenschwil: Musterhaushalt bezahlt 3,6 Prozent mehr
Beim Elektrizitätswerk Wohlenschwil steigt die Stromrechnung eines Musterhaushalts mit 7’500 kWh Jahresverbrauch um rund 69 Franken beziehungsweise 3,6 Prozent.
Der Energie-Verkaufspreis steigt gegenüber 2026 um rund 10 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Netznutzung um rund 3,2 Prozent.
Die Gemeinde verweist auf den weiteren Ausbau und die Erneuerung des Verteilnetzes aufgrund zunehmender dezentraler Energieerzeugung und Ladeinfrastruktur.
Die gegenläufige Entwicklung von Energie und Netz zeigt, dass Prozentangaben einzelner Tarifkomponenten nur begrenzt Rückschlüsse auf die Gesamtbelastung zulassen.
Primeo Energie: rund 2 Prozent günstiger
Primeo Energie senkt die Strompreise im Durchschnitt um rund 2 Prozent. Ein Haushalt mit 4’500 kWh spart rund 30 Franken pro Jahr, ein Gewerbebetrieb mit 30’000 kWh rund 200 Franken.
Hauptgrund sind tiefere Energiebeschaffungskosten.
Per 1. Januar 2027 pachtet Primeo zudem das Stromnetz der Aare Versorgungs AG in der Region Olten. Die Tarife beider Netzgebiete werden vereinheitlicht.
EKZ: Gesamtpreis für typischen Haushalt unverändert
Für einen typischen EKZ-Haushalt bleiben die Stromkosten 2027 insgesamt auf Vorjahresniveau.
Ein 3-Personen-Haushalt mit 2’500 kWh bezahlt weiterhin knapp 700 Franken pro Jahr. Tiefere Energie- und Netzkosten werden durch höhere Messkosten und solidarisierte Kosten kompensiert.
Dynamischer Wahltarif wird weiterentwickelt
EKZ entwickelt den dynamischen Wahltarif weiter. Künftig werden zusätzlich die lokale Netzbelastung und Solarproduktion berücksichtigt.
Damit wird die Netznutzung stärker nach der tatsächlichen Belastungssituation bepreist.
Repower: leicht günstiger und saisonale Energiepreise
Für einen H4-Haushalt mit 4’500 kWh sinken die Stromkosten von rund 1’469 auf 1’449 Franken.
Dies entspricht einer Entlastung von rund 20 Franken beziehungsweise 1,4 Prozent.
Neu unterscheidet das Standardprodukt Grischunpower zwischen Sommer- und Winterenergiepreisen. Zusätzlich führt Repower den variablen Tarif «Optima» ein.
Wetzikon: Energie-, Netz- und Messtarife publiziert
Der Stadtrat Wetzikon hat die Energie-, Netznutzungs- und Messtarife 2027 festgelegt. Die vollständigen Tarifunterlagen wurden am 28. August veröffentlicht.
Die Akten liegen bis zum 29. September 2026 öffentlich auf.
Steinach: saisonale Tarife und vereinfachte Kundengruppen
Steinach führt Sommer- und Wintertarife ein und reduziert die Kundengruppen auf S, M und L.
Für einen H4-Haushalt mit 4’500 kWh sinkt der Gesamtstrompreis um rund 3,4 Prozent. In der Kategorie C3 mit 150’000 kWh beträgt die Reduktion rund 6,2 Prozent.
Der Messtarif für einen durchschnittlichen Haushalt beträgt 66 Franken pro Jahr.
EWN: saisonale Energiepreise
Das Elektrizitätswerk Nidwalden stellt seine Produkt- und Tarifstruktur um und führt saisonale Energiepreise für Sommer und Winter ein.
Die Differenzierung soll die unterschiedlichen Produktions-, Beschaffungs- und Bereitstellungskosten im Jahresverlauf stärker abbilden.
Biglen: Energietarife 1 Rp./kWh tiefer
Bei allen drei Energieprodukten sinkt der Energietarif um 1,00 Rp./kWh. Die Netztarife bleiben unverändert.
Die Direktmessung kostet weiterhin 6.50 Franken pro Monat. Die halbindirekte Messung sinkt von 30 auf 12 Franken, die virtuelle Messung steigt von 1 auf 4.50 Franken pro Monat.
Für Photovoltaikanlagen bis 150 kW werden 10,80 Rp./kWh abzüglich 8 Prozent Verwaltungskosten vergütet. Herkunftsnachweise werden zusätzlich mit 2 Rp./kWh vergütet.
IB-Murten: Haushaltsstrom rund 7 Prozent günstiger
Für Privathaushalte in Murten, Meyriez und Muntelier sinkt der Strompreis durchschnittlich um rund 1,90 Rp./kWh beziehungsweise 7 Prozent.
Eine Familie mit 4’500 kWh spart rund 86 Franken pro Jahr. Für Gewerbekunden bleiben die Stromkosten praktisch unverändert.
Das neue Standardprodukt «EnergiePur» ersetzt bisherige Produkte. Gleichzeitig wird der Hoch-/Niedertarif durch einen Sommer-/Wintertarif ersetzt.
Energie Wasser Bern: 6,4 Prozent günstiger
Für einen 5-Zimmer-Haushalt mit 4’500 kWh sinkt der Gesamtpreis von 33,26 auf 31,11 Rp./kWh.
Dies entspricht einer Reduktion von 6,4 Prozent beziehungsweise rund 96 Franken pro Jahr.
Die Netznutzung steigt gleichzeitig um rund 1 Prozent.
Energie Kreuzlingen: tiefere Gesamtpreise trotz höheren Netzkosten
Die Strompreise sinken für alle Tarifgruppen. Hauptgründe sind tiefere Energiebeschaffungs- und Ausgleichsenergiekosten.
Die Kosten im Netzbereich steigen dagegen um 4,65 Prozent.
Die Produkte «Strom50» und «Strom100» werden zusammengeführt.
Altstätten: Haushaltsstrom rund 4,1 Prozent günstiger
Ein Haushalt mit 4’500 kWh spart rund 62 Franken beziehungsweise 4,1 Prozent pro Jahr.
Bei 13’000 kWh beträgt die Entlastung rund 180 Franken.
Die Beschaffungspreise sinken um rund 11 Prozent. Gleichzeitig steigen die Kosten des eigenen Verteilnetzes.
Jonen: Energie günstiger, Netz deutlich teurer
Der Gesamtpreis sinkt von 25,17 auf 24,85 Rp./kWh exkl. MWST beziehungsweise um 1,26 Prozent.
Der Energiepreis sinkt um 7,34 Prozent. Die Netznutzung steigt gleichzeitig um 9,89 Prozent.
Das Beispiel zeigt besonders deutlich, wie gegensätzlich sich Energie- und Netzkomponenten entwickeln können.
Tägerwilen: Haushalts-Gesamttarif steigt um 1,6 Prozent
Der Haushalts-Gesamttarif steigt von 25,83 auf 26,25 Rp./kWh.
Als Gründe werden höhere Netznutzungskosten und gestiegene Kapitalkosten genannt. Zusätzlich steigt die Grundgebühr um 2.50 Franken pro Monat.
Oberbüren: rund 1 Prozent günstiger und neue Tarifstruktur
Die Strompreise sinken insgesamt um rund 1 Prozent.
Strukturell verändert sich deutlich mehr: Neu gelten ein Einheitstarif bei der Netznutzung, eine Leistungskomponente für Haushalte und saisonale Energiepreise für Sommer und Winter.
ewz: Stromtarife weitgehend stabil
Die Stromtarife bleiben 2027 weitgehend stabil. Die Tarifkomponente Energielieferung bleibt bei allen drei Grundversorgungsprodukten unverändert.
Je nach Verbrauchsprofil ergeben sich beim Gesamtpreis leichte Veränderungen.
EWS Schwyz: durchschnittlich 3 Prozent günstiger
Die Strompreise sinken im Durchschnitt um 3 Prozent. Ein typischer Vierpersonenhaushalt spart rund 37 Franken pro Jahr.
Die Energietarife sinken um 0,3 Rp./kWh, die Netznutzung durchschnittlich um 0,5 Rp./kWh.
ibw Wohlen: Strom 3,1 Prozent günstiger, Gas voraussichtlich ebenfalls tiefer
Für einen Haushalt mit 4’500 kWh sinkt der Strompreis um 3,1 Prozent beziehungsweise rund 40 Franken pro Jahr.
Beim Gas erwartet ibw aktuell ebenfalls eine Reduktion um rund 3 Prozent. Für ein Einfamilienhaus mit 20’000 kWh entspräche dies rund 69 Franken weniger pro Jahr.
Die Gaspreise sind jedoch noch Richtwerte, da Vorlieger-Netztarife und CO₂-Abgabe noch nicht abschliessend feststehen.
CKW: rund 2,5 Prozent tiefere Stromkosten
Beim Standardprodukt «ClassicStrom» sinkt der Gesamtpreis von 25,25 auf 24,67 Rp./kWh.
Ein Haushalt mit 4’500 kWh spart rund 26 Franken pro Jahr. Ein KMU mit 150’000 kWh wird um rund 1’150 Franken entlastet.
Die Netznutzung bleibt stabil. Der Messtarif steigt von 5,15 auf 5,50 Franken pro Monat.
Zusätzlich bietet CKW einen dynamischen Netztarif an.
Energie Service Biel: 4,8 Prozent höhere Stromkosten
Für einen durchschnittlichen Haushalt steigen die Stromkosten um 4,8 Prozent beziehungsweise 1,42 Rp./kWh. Die jährlichen Mehrkosten betragen rund 64 Franken.
Sowohl Energie als auch Netznutzung werden teurer.
Neu wird eingespeister Solarstrom nach dem stündlichen Börsenpreis zum jeweiligen Lieferzeitpunkt vergütet.
Oberlunkhofen: lokale Tarifkomponenten unverändert
Netznutzung, Messentgelt und Energielieferung bleiben unverändert.
Die Veränderungen der Gesamtbelastung entstehen im Wesentlichen durch nationale Kostenkomponenten. Systemdienstleistungen und Stromreserve sinken, die solidarisierten Kosten steigen.
Güttingen: Stromtarife 2027 publiziert
Güttingen hat eine offizielle Tarifpublikation für 2027 veröffentlicht.
Eine belastbare quantitative Einordnung gegenüber 2026 war aus der zunächst öffentlich indexierten Kurzpublikation nicht möglich.
Horgen: Energie 9,8 Prozent und Netz 4,8 Prozent günstiger
Die Energiekosten sinken durchschnittlich um 9,8 Prozent, die Netzkosten um 4,8 Prozent.
Für Haushaltskundinnen und -kunden entfällt zusätzlich der bisherige Energie-Grundpreis.
Neu gelten veränderte Tarifzeiten. Der Hochtarif gilt werktags von 07.00 bis 13.00 Uhr und von 17.00 bis 23.00 Uhr sowie am Wochenende von 17.00 bis 23.00 Uhr.
Bottighofen: Stromtarife beschlossen und HKN-Regelung angepasst
Der Gemeinderat hat die Stromtarife 2027 genehmigt.
Gleichzeitig wird der generelle Ankauf von Herkunftsnachweisen aus Photovoltaikanlagen über 30 kWp im Verteilnetz eingeführt.
energieUri: rund 4 Prozent tiefere Strompreise
Die Strompreise sinken zum dritten Mal in Folge. Für 2027 beträgt die Reduktion rund 4 Prozent.
Ein H4-Haushalt mit 4’500 kWh spart rund 45 Franken pro Jahr.
Neu stehen zwei Qualitäten zur Verfügung: erneuerbare Wasserkraft sowie erneuerbare Energie vollständig aus dem Kanton Uri.
Localnet: Haushalt praktisch unverändert
Für einen H4-Haushalt bleibt der Gesamtstrompreis praktisch auf dem Niveau von 2026. Ein mittlerer Gewerbebetrieb bezahlt rund 1 Prozent weniger.
Tiefere Energiebeschaffungskosten werden durch steigende Kosten für Betrieb und Ausbau des Stromnetzes teilweise kompensiert.
Localnet nennt unter anderem Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Smart Meter als Kostentreiber.
Widnau: Stromtarife steigen leicht
Energieeinkauf, Vorliegernetzkosten, Systemdienstleistungen und Stromreserve sinken.
Da frühere Überdeckungen, die zur Tarifstabilisierung eingesetzt wurden, weitgehend abgebaut sind, steigen die Gesamtstromtarife dennoch leicht.
Berneck: unterschiedliche Entwicklung nach Kundengruppe
Beim Produkt «naturstrom basic» steigen die Tarife für Haushalte um 1,28 Prozent.
Für Gewerbekunden sinken sie um 0,9 Prozent, für Industriekunden um 3,95 Prozent.
Der Messtarif für Haushalte sinkt von 10 auf 7.50 Franken pro Monat.
Balgach: fast alle Tarifkategorien günstiger
Die Gesamtpreise sinken in fast allen Tarifkategorien.
Die durchschnittlichen Energiegestehungskosten reduzieren sich um 10,84 Prozent auf 10,65 Rp./kWh.
Beim Niederspannungs-Doppeltarif NE7 steigt dagegen der monatliche Netznutzungs-Grundpreis von 1.50 auf 4 Franken.
ewl Luzern: tiefere Stromkosten und Einheitspreis bei Energie
Ein typischer Vierpersonenhaushalt spart rund 97 Franken pro Jahr.
Die bisherigen Stromprodukte werden auf «ewl Naturstrom CH» und «ewl Naturstrom EU» reduziert.
Beim Energietarif entfallen die bisherigen Tag- und Nachtpreise zugunsten eines Einheitspreises.
Weiach: Einheitstarif Netz, saisonaler Energietarif
Bei der Netznutzung gilt neu ein Einheitstarif von 11,85 Rp./kWh exkl. MWST.
Der Energiepreis beträgt im Winter 13,798 Rp./kWh und im Sommer 8,50 Rp./kWh.
Die Rückliefervergütung wird grundsätzlich an den vierteljährlichen Referenz-Marktpreis des BFE gekoppelt.
Au SG: vollständige Tarifkomponenten publiziert
Beim Produkt «Basic» beträgt der Gesamtpreis inklusive MWST 32,55 Rp./kWh im Hochtarif beziehungsweise 27,52 Rp./kWh im Niedertarif.
Das Messwesen wird separat verrechnet. Eine Direktmessung kostet 4,95 Franken pro Monat, der Netz-Grundpreis beträgt 9 Franken pro Monat exkl. MWST.
Murgenthal: Tarifordnung mit LEG und Netzanreiz für PV
Der Standardtarif unter 50 MWh beträgt 33,84 Rp./kWh exkl. MWST.
Die PV-Einspeisevergütung beträgt 7,50 Rp./kWh. Herkunftsnachweise werden zusätzlich mit 2 Rp./kWh vergütet.
Für netzdienlich begrenzte PV-Anlagen gibt es zusätzlich eine Vergütung «Netz 2050» von 2 Rp./kWh.
Für lokale Elektrizitätsgemeinschaften sind Netznutzungsreduktionen von 40 beziehungsweise 20 Prozent vorgesehen.
BKW: H4-Gesamtpreis 7,6 Prozent tiefer
Ein H4-Haushalt mit 4’500 kWh spart rund 95 Franken pro Jahr.
Der Energietarif sinkt um rund 29 Prozent. Netznutzung und Messtarif steigen dagegen.
Mit «Sonne scheint» führt BKW zusätzlich einen dynamischen Netznutzungstarif ein.
Thal: Netznutzung und Energie günstiger, Tarifstruktur neu
Die Netznutzungstarife sinken durchschnittlich um 8,5 Prozent, die Energietarife um 7,1 Prozent.
Ein Haushalt mit 4’500 kWh spart rund 96 Franken pro Jahr.
Bei der Netznutzung gilt neu ein Einheitstarif. Die Energiepreise werden saisonal ausgestaltet.
EWO: durchschnittlich 2,1 Prozent günstiger
Das Elektrizitätswerk Obwalden senkt die Strompreise zum dritten Mal in Folge.
Für einen H4-Haushalt mit 4’500 kWh entspricht die Reduktion rund 25 Franken pro Jahr. Die Netznutzungskosten sinken durchschnittlich um 4,54 Prozent.
Bürglen: leichter Preisanstieg
Der Strompreis steigt moderat um 0,3 Rp./kWh auf 30,86 Rp./kWh inklusive MWST und exklusive Grundgebühren.
Systemdienstleistungen und Stromreserve sinken, während solidarisierte Kosten und insbesondere Herkunftsnachweise teilweise gegenläufig wirken.
Villmergen: Leistungskomponente statt höherem Grundpreis
Die Gemeindewerke erwarten insgesamt tiefere Strompreise.
Neu wird ein Leistungspreis von CHF 1.50 pro Kilowatt eingeführt. Gleichzeitig sinkt der Grundpreis der Netznutzung von CHF 12.40 auf CHF 4.00 pro Monat.
Die Rückliefervergütung für Solarstrom wird stärker an den Marktverhältnissen ausgerichtet.
Fällanden: 9,9 bis 13,6 Prozent höhere Strompreise
Die Beschaffungskosten sinken von 10,98 auf voraussichtlich 9,79 Rp./kWh.
Trotzdem steigen die Endkundentarife je nach Kundengruppe um 9,9 bis 13,6 Prozent.
Hauptgrund sind frühere Unterdeckungen, insbesondere im Stromnetz, die über die Tarife abgebaut werden.
Fällanden ist damit eines der deutlichsten Beispiele dafür, dass sinkende Beschaffungskosten nicht zwingend sinkende Stromrechnungen bedeuten.
Andelfingen: insgesamt tiefere Stromtarife
Der Gemeinderat hat die Stromtarife 2027 beschlossen und insgesamt sinkende Preise angekündigt.
Konkrete Angaben zur Höhe der Reduktion enthält die veröffentlichte Kurzmitteilung nicht.
Dintikon: vollständige Tarifblätter publiziert
Dintikon hat Tarifblätter für Haushalte, Hochspannungsbezüger, Niederspannungs-Grossbezüger und temporäre Anschlüsse veröffentlicht.
Zusätzlich steht die Einspeisevergütung 2027 zur Verfügung. Eine zusammenfassende Veränderung gegenüber 2026 wurde nicht publiziert.
Arosa Energie: Tarife inklusive JSON publiziert
Arosa Energie hat eine Energiepreisliste 2026/2027 sowie die maschinenlesbaren Tarifdaten 2027 veröffentlicht.
Eine zusammenfassende prozentuale Veränderung gegenüber 2026 ist in der öffentlich zugänglichen Übersicht nicht ausgewiesen.
Schlatt: maschinenlesbare Stromtarife veröffentlicht
Die Technischen Werke Schlatt TG haben die Stromtarife 2027 als maschinenlesbare JSON-Datei bereitgestellt.
Eine separate quantitative Zusammenfassung der Veränderung gegenüber 2026 liegt nicht vor.
Valgrid: Netztarife für höhere Netzebenen
Valgrid hat die Netznutzungstarife und maschinenlesbaren Tarifdaten 2027 veröffentlicht.
Diese Tarife betreffen höhere Netzebenen und sind deshalb nicht direkt mit den Grundversorgungstarifen für Haushalte vergleichbar.
Sie sind dennoch relevant, weil vorgelagerte Netzkosten in die Kalkulation nachgelagerter Verteilnetzbetreiber einfliessen.
Fazit: Der Strompreis wird differenzierter
Die Tarifpublikationen 2027 bestätigen zwar insgesamt die zuvor erwartete Tendenz sinkender Strompreise. Für die Beurteilung einzelner Netzgebiete ist eine schweizweite Durchschnittsaussage jedoch nur begrenzt hilfreich.
Während Energie bei vielen Versorgern günstiger wird, steigen an anderen Stellen Netz-, Mess- oder Kapitalkosten. Je nach Ausgangslage können diese Effekte die Entlastung teilweise oder vollständig aufheben.
Gleichzeitig wird die Tarifstruktur komplexer. Ein Jahresverbrauch von beispielsweise 4’500 kWh reicht künftig bei einigen Versorgern nicht mehr aus, um die effektiven Stromkosten sinnvoll zu vergleichen. Leistungsspitzen, Jahreszeit, Tageszeit und Flexibilität des Verbrauchs gewinnen an Bedeutung.
Damit verschiebt sich die Diskussion von der Frage «Was kostet eine Kilowattstunde?» zunehmend zur Frage «Wann, wie viel und mit welcher Leistung wird Strom bezogen oder eingespeist?».
Die Stromtarife 2027 markieren damit nicht nur eine neue Preisrunde, sondern einen sichtbaren Umbau der Tariflogik im Schweizer Verteilnetz.


