
Stadtwerk Winterthur senkt Stromtarife um 8 Prozent
Stadtwerk Winterthur senkt die Stromtarife für Haushalte um 8 Prozent und führt mit Leistungspreis und Saisonpreisen ein neues Tarifmodell ein.
Die Stromtarife in Winterthur sinken 2027 zum dritten Mal in Folge. Für die Haushaltkundschaft beträgt die Reduktion gegenüber 2026 durchschnittlich rund 8 Prozent. Ein Familienhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4'500 Kilowattstunden spart mit dem Standardprodukt «Klima Silber» rund 108 Franken pro Jahr.
Hauptgrund für die tieferen Strompreise sind die gesunkenen Kosten für Energie. Auch der Tarifbestandteil Netznutzung geht zurück. Stadtwerk Winterthur nennt dafür tiefere Kapitalkosten, geringere Verwaltungskosten sowie tiefere Kosten für das Übertragungsnetz von Swissgrid.
Stromtarife und Tarifmodell in Winterthur
- Die Stromtarife für Haushalte sinken durchschnittlich um 8 Prozent.
- Der neue Leistungstarif beträgt 1.50 Franken pro Kilowatt und Monat.
- Ab 2027 gelten saisonale Energiepreise für Sommer und Winter.
- Unter der Woche gilt neu zusätzlich von 13 bis 16 Uhr Niedertarif.
Stadtwerk Winterthur führt Leistungstarif für Haushalte ein
Mit dem neuen Tarifmodell führt Stadtwerk Winterthur erstmals einen Leistungstarif für die Haushaltkundschaft ein. Entscheidend ist künftig nicht nur die verbrauchte Energiemenge, sondern auch die höchste gleichzeitig bezogene Leistung. Massgebend ist jene Viertelstunde im Monat, in der ein Haushalt am meisten Strom bezieht.
Der Leistungstarif beträgt 1.50 Franken pro Kilowatt und Monat. Wer mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig betreibt, verursacht eine höhere Leistungsspitze und bezahlt entsprechend mehr. Wer den Stromverbrauch über den Tag verteilt, kann die Leistungsspitze und damit die Kosten reduzieren.
Im Jahr 2026 lag die durchschnittliche Leistungsspitze der Haushaltkundschaft unter 4 Kilowatt pro Monat. Gleichzeitig mit der Einführung des Leistungstarifs entfällt der bisherige Grundpreis. Dies entlastet insbesondere Kundinnen und Kunden mit einem kleinen Stromverbrauch.
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Saisonale Energiepreise bilden Strommarkt stärker ab
Eine weitere Änderung betrifft die Energiepreise. Stadtwerk Winterthur führt ab 2027 saisonale Energietarife ein. Damit werden die unterschiedlichen Marktpreise im Sommer und Winter stärker in den Tarifen abgebildet.
Im Sommer führt die hohe Solarstromproduktion häufiger zu einem grossen Stromangebot und tiefen Marktpreisen. Im Winter fällt die Solarstromproduktion geringer aus, während gleichzeitig mehr Strom benötigt wird. Die höheren Winterpreise an den Handelsmärkten werden künftig entsprechend an die Kundschaft weitergegeben.
Das saisonale Tarifmodell soll damit auch einen Anreiz schaffen, den Stromverbrauch stärker an der Verfügbarkeit erneuerbarer Energie auszurichten. Insbesondere in den Wintermonaten soll Strom sparsamer eingesetzt werden.
Zusätzlicher Niedertarif fördert Verbrauch von Solarstrom
Parallel zu den saisonalen Energiepreisen erweitert Stadtwerk Winterthur die Niedertarifzeiten. Von Montag bis Freitag gilt ab 2027 zusätzlich zwischen 13 und 16 Uhr Niedertarif. Die bisherigen Niedertarifzeiten unter der Woche von 20 bis 7 Uhr sowie an den Wochenenden bleiben bestehen.
Mit dem zusätzlichen Zeitfenster reagiert Stadtwerk Winterthur auf den Ausbau der Photovoltaik in der Stadt. Strom soll möglichst dann verbraucht werden, wenn viel Solarstrom produziert wird. Kundinnen und Kunden können ihre Stromkosten dadurch stärker über den Zeitpunkt des Verbrauchs beeinflussen.
Das neue Tarifmodell ist nach Angaben von Stadtwerk Winterthur kostenneutral und führt nicht zu höheren Einnahmen. Die Kosten der Stromversorgung sollen verursachergerechter verteilt, Leistungsspitzen reduziert und ein kostenintensiver Ausbau des Stromnetzes möglichst begrenzt werden.


