Stadtwerk Winterthur senkt die Stromtarife und führt für Haushalte einen Leistungstarif sowie saisonale Energiepreise ein. zvg
Stadtwerk Winterthur senkt die Stromtarife für Haushalte 2027 um durchschnittlich rund 8 Prozent und führt ein neues Tarifmodell mit Leistungspreis und saisonalen Energietarifen ein. zVg
Tarife & Abgaben 31. August 2026 · 3 Min Lesezeit

Stadtwerk Winterthur Stromtarife sinken um 8 Prozent

Stadtwerk Winterthur senkt 2027 die Stromtarife für Haushalte um rund 8 Prozent und führt ein neues Tarifmodell mit Leistungspreis ein.

Die Stromtarife in Winterthur sinken zum dritten Mal in Folge. Für die Haushaltkundschaft beträgt die Reduktion gegenüber 2026 durchschnittlich rund 8 Prozent. Ein Familienhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4'500 kWh spart beim Standardprodukt «Klima Silber» über alle Preisbestandteile rund 108 Franken pro Jahr.

Hauptgrund für die tieferen Stromkosten ist der Tarifbestandteil Energie. Die Strommarktpreise sind seit ihrem Höchststand 2022 wieder gesunken, liegen gemäss Stadtwerk Winterthur aber weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt. Auch die Netznutzung wird günstiger, unter anderem aufgrund tieferer Kapitalkosten sowie geringerer Kosten für Verwaltung und das Übertragungsnetz von Swissgrid.

Stromtarife und Tarifmodell 2027 in Winterthur

  • Die Stromtarife für die Haushaltkundschaft sinken durchschnittlich um rund 8 Prozent.
  • Für Haushalte gilt neu ein Leistungstarif von 1.50 Franken pro kW und Monat.
  • Stadtwerk Winterthur führt saisonale Energietarife für Sommer und Winter ein.
  • Unter der Woche gilt zusätzlich von 13 bis 16 Uhr Niedertarif.
  • Der bisherige Grundpreis für die Haushaltkundschaft entfällt.

Stadtwerk Winterthur führt Leistungstarif für Haushalte ein

Mit dem neuen Tarifmodell führt Stadtwerk Winterthur für die Haushaltkundschaft einen Leistungstarif ein. Dieser beträgt 1.50 Franken pro Kilowatt und Monat. Massgebend ist die Viertelstunde eines Monats, in der ein Haushalt die höchste Leistung aus dem Stromnetz bezieht.

Damit spielt künftig stärker eine Rolle, wie viele leistungsintensive Geräte gleichzeitig betrieben werden. Wer beispielsweise Elektrofahrzeug, Wärmepumpe und weitere Geräte zeitlich versetzt nutzt, kann seine monatliche Leistungsspitze reduzieren. Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Leistungsspitze der Haushaltkundschaft unter 4 kW pro Monat.

Der neue Leistungstarif soll die Kosten der Netzinfrastruktur verursachergerechter verteilen und einen Anreiz schaffen, hohe Leistungsspitzen zu vermeiden. Gleichzeitig entfällt für die Haushaltkundschaft der bisherige Grundpreis. Dadurch wird insbesondere Kundschaft mit kleinem Stromverbrauch entlastet.

Saisonale Energietarife bilden Sommer und Winter ab

Eine weitere Neuerung sind saisonale Energietarife. Stadtwerk Winterthur begründet die Differenzierung mit den unterschiedlichen Verhältnissen an den Strommärkten. Im Sommer sorgt die hohe Solarstromproduktion häufiger für ein grösseres Angebot und tiefere Marktpreise, während der Strombedarf im Winter steigt und weniger Solarstrom produziert wird.

Diese Unterschiede zwischen Sommer und Winter werden künftig stärker an die Kundschaft weitergegeben. Damit soll auch ein Anreiz entstehen, den Stromverbrauch soweit möglich in Zeiten mit höherer Verfügbarkeit erneuerbarer Energie zu verlagern. Im Winter soll gleichzeitig ein sparsamer Umgang mit Strom gefördert werden.

Das neue Tarifmodell ist laut Stadtwerk Winterthur kostenneutral und führt insgesamt nicht zu höheren Einnahmen. Mit den saisonalen Energiepreisen und dem Leistungspreis sollen die tatsächlichen Kosten der Stromversorgung besser abgebildet werden. Gleichzeitig will Stadtwerk Winterthur damit die Stabilität des Stromnetzes und eine verursachergerechtere Kostenzuteilung unterstützen.

Zusätzlicher Niedertarif fördert Verbrauch von Solarstrom

Ab 2027 erweitert Stadtwerk Winterthur die Niedertarifzeiten. Von Montag bis Freitag gilt zusätzlich zwischen 13 und 16 Uhr Niedertarif. Die bisherigen Niedertarifzeiten unter der Woche von 20 bis 7 Uhr sowie an den Wochenenden bleiben bestehen.

Hintergrund ist der zunehmende Ausbau der Photovoltaik in Winterthur. Strom soll möglichst dann genutzt werden, wenn viel Solarstrom verfügbar ist. Kundinnen und Kunden können damit ihre Stromkosten beeinflussen, indem sie beispielsweise flexible Verbraucher gezielt in die zusätzlichen Niedertarifstunden verschieben.

Die Kombination aus Leistungstarif, saisonalen Energiepreisen und angepassten Tarifzeiten soll den Stromverbrauch stärker an der Belastung des Netzes und der Verfügbarkeit von Energie ausrichten. Hohe gleichzeitige Leistungsspitzen sollen reduziert und Solarstrom möglichst lokal genutzt werden. Damit will Stadtwerk Winterthur einen teuren Ausbau des Stromnetzes begrenzen und zugleich die Versorgungssicherheit stärken.

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