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Tarife & Abgaben 31. August 2026 · 4 Min Lesezeit

St.Galler Stadtwerke Strompreise steigen leicht

Die St.Galler Stadtwerke erhöhen ab Januar die Netztarife. Für Haushalte steigen die Gesamtkosten je nach Profil um 3.2 bis 5.7 Prozent.

Die St.Galler Stadtwerke (sgsw) passen ihre Stromtarife per 1. Januar 2027 an. Für die Mehrheit der Haushaltskundschaft bleibt der Energiepreis unverändert. Höhere Netznutzungs- und Messtarife führen unter dem Strich jedoch zu einem leichten Anstieg der Stromkosten.

Ein 2-Zimmer-Haushalt mit 1’600 kWh Jahresverbrauch bezahlt rund CHF 33 mehr pro Jahr. Bei einem 4-Zimmer-Haushalt mit 2’500 kWh sind es rund CHF 37 und bei einem 5-Zimmer-Haushalt mit 4’500 kWh rund CHF 44. Das entspricht Erhöhungen zwischen 3.2 und 5.7 Prozent.

Strompreise der sgsw für Haushalte ab 2027

  • H1 mit 1’600 kWh: rund CHF 33 mehr pro Jahr oder plus 5.7 Prozent
  • H2 mit 2’500 kWh: rund CHF 37 mehr pro Jahr oder plus 4.5 Prozent
  • H4 mit 4’500 kWh: rund CHF 44 mehr pro Jahr oder plus 3.2 Prozent

St.Galler Stadtwerke vereinheitlichen Energiepreise

In der Grundversorgung schaffen die sgsw die bisherigen nach Bezugsmenge abgestuften Energiepreise ab. Ab 2027 gilt für alle Kundinnen und Kunden ein einheitlicher Energiepreis, unabhängig von der bezogenen Strommenge. Hintergrund sind angepasste Kalkulationsregeln der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom).

Für die Haushaltskategorien H1, H2 und H4 bleibt der Energiepreis dadurch unverändert. Haushalte der Kategorie H3 mit einem höheren Anteil an Niedertarifbezug bezahlen rund CHF 20 mehr pro Jahr. Bei Gewerbekunden mit einem Jahresverbrauch zwischen 50 und 100 MWh kann der Wegfall der bisherigen Mengenstufen dagegen zu einer Mehrbelastung zwischen 12 und 23 Prozent führen.

Gleichzeitig reduzieren die sgsw die Preisdifferenz zwischen Hoch- und Niedertarif. Der Ausbau der Photovoltaik erhöht die Stromproduktion tagsüber und hat die Preisunterschiede zwischen Tag und Nacht an den Energiemärkten verringert.

sgsw bauen Unterdeckung von CHF 7.2 Mio. ab

Die Einkaufskonditionen für Energie sind gegenüber dem Vorjahr günstiger. Diese Entlastung führt bei den sgsw allerdings noch nicht zu sinkenden Energiepreisen, da eine bestehende Unterdeckung ausgeglichen werden muss.

Eine Unterdeckung entsteht, wenn die erzielten Erlöse unter den anrechenbaren Kosten liegen. Nach der Stromversorgungsverordnung muss diese Differenz innerhalb von drei Jahren ausgeglichen werden. Für 2027 berücksichtigen die sgsw dafür CHF 7.2 Mio.

Die günstigeren Beschaffungskosten werden damit zunächst für den Abbau dieser Differenz eingesetzt. Für die Mehrheit der Haushaltskundschaft bleibt der Energiepreis deshalb auf dem bisherigen Niveau.

Netztarif der sgsw steigt in der Niederspannung

Deutlicher verändert sich die Netznutzung. In der Niederspannung steigt der durchschnittliche Netztarif von 14.106 auf 15.833 Rp./kWh. In der Mittelspannung sinkt er dagegen leicht von 4.586 auf 4.565 Rp./kWh.

Ein wesentlicher Kostentreiber ist der gesetzlich vorgeschriebene Smart-Meter-Rollout. Gegenüber dem Vorjahr entstehen dadurch Mehrkosten von CHF 1.35 Mio. Bis Ende 2027 soll der Rollout abgeschlossen sein. Der monatliche Grundpreis für eine Direktmessung in der Niederspannung steigt entsprechend von CHF 8.60 auf CHF 10.90 pro Messpunkt, jeweils exklusive Mehrwertsteuer.

Zusätzlich belastet ein rückläufiger Netzabsatz die Kalkulation. Durch mehr lokale Stromproduktion, Batteriespeicher und Stromgemeinschaften rechnen die sgsw mit Mindereinnahmen von rund CHF 1.7 Mio. Sinkende Vorliegernetzkosten der Axpo sowie der tiefere kalkulatorische Zinssatz WACC dämpfen den Anstieg.

Bundeszuschläge verändern die Netzkosten

Auch die bundesrechtlichen Zuschläge innerhalb der Netznutzung verändern sich. Der Zuschlag für die Stromreserve sinkt von 0.41 auf 0.17 Rp./kWh. Gleichzeitig steigt der Zuschlag für solidarisierte Kosten über das Übertragungsnetz von 0.05 auf 0.19 Rp./kWh.

Der Netzzuschlag bleibt dagegen unverändert. Zusammen mit den Veränderungen bei Energie, Netznutzung sowie den Abgaben an Bund und Gemeinwesen ergeben sich daraus die neuen Gesamtpreise ab Januar 2027.

Für Gewerbekunden der Kategorien C3 bis C7 steigen die Gesamtkosten um rund 7.8 bis 11.8 Prozent. Kundinnen und Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100 MWh haben die Möglichkeit, in die Marktversorgung zu wechseln.

Solarstromvergütung der sgsw bleibt unverändert

Bei der Vergütung für eingespeisten Solarstrom nehmen die St.Galler Stadtwerke für 2027 keine Anpassung vor. Die bisherigen Vergütungsansätze bleiben bestehen.

Die detaillierten Tarifblätter für die Stromversorgung sind bereits verfügbar. Die Preistabelle und der Preisrechner der sgsw sollen bis Ende des Jahres aktualisiert werden.

https://www.sgsw.ch/home/strom/tarife.html#Par_sgsw_accordion_list_

St.Galler Stadtwerke: Stromtarife und Tarifblätter

Die St.Galler Stadtwerke erhöhen ab 2027 vor allem die Netznutzungs- und Messtarife. Für typische Haushalte steigen die jährlichen Stromkosten um rund CHF 33 bis CHF 44. zvg

St.Galler Stadtwerke erhöhen die Strompreise für Haushalte ab 2027 leicht

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