Visualisierung des erneuerten Wasserkraftwerks Aarau mit neuem Unterwassersteg an der Aare.
Visualisierung des erneuerten Kraftwerks Aarau mit dem neuen Unterwassersteg.
Projekte 20. August 2026 · 3 Min Lesezeit

Eniwa Kraftwerk Aarau steigert Produktion um 20 Prozent

Das Wasserkraftwerk Aarau soll über 20 Prozent mehr Strom produzieren und den Hochwasserschutz stärken. Nun liegen ergänzte Unterlagen auf.

Die ergänzten Unterlagen zum Projekt «Optimierung Wasserkraftwerk Aarau» liegen vom 24. August bis 22. September 2026 öffentlich auf. Eniwa hat dafür zahlreiche Varianten des bereits 2021 eingereichten Projekts erneut geprüft. Aus Sicht des Unternehmens bleibt die geplante Lösung hinsichtlich Stromproduktion, Hochwasserschutz, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit die beste Variante für die laufende Konzessionsperiode bis 2093.

Mit der Erneuerung soll die Stromproduktion des Wasserkraftwerks Aarau über das gesamte Jahr um mehr als 20 Prozent steigen. Rund 50 Prozent der Energieproduktion entfallen auf das Winterhalbjahr. Damit soll das Kraftwerk einen zusätzlichen Beitrag zur regionalen Stromversorgung leisten.

Kraftwerk Aarau: die wichtigsten Eckpunkte

  • Produktionssteigerung von mehr als 20 Prozent geplant
  • Rund 50 Prozent der Stromproduktion entfallen auf das Winterhalbjahr
  • Öffentliche Auflage der ergänzten Unterlagen vom 24. August bis 22. September 2026
  • Hochwasserschutz entlang der Konzessionsstrecke soll deutlich verbessert werden

Eniwa bestätigt Projekt von 2021 als beste Variante

Eniwa hat verschiedene Varianten zur Erneuerung des Wasserkraftwerks nochmals miteinander verglichen. Untersucht wurden insbesondere Lösungen zum vollständigen oder teilweisen Erhalt beziehungsweise zum Rückbau des Mitteldamms sowie unterschiedliche Ausgestaltungen des Kraftwerks.

Die Varianten wurden anhand der Kriterien Umwelt, Energieproduktion, Ortsbildschutz gemäss Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz und Wirtschaftlichkeit bewertet. Die Gesamtbeurteilung bestätigt nach Angaben von Eniwa das bereits 2021 eingereichte Projekt als vorteilhafteste Variante.

Die favorisierte Lösung erreicht eine Produktionssteigerung von mehr als 20 Prozent und weist unter den vertieft untersuchten Varianten die beste Umweltbewertung auf. Gleichzeitig beurteilt Eniwa sie als wirtschaftlichste Lösung. Varianten mit einem vollständigen oder teilweisen Erhalt des Mitteldamms würden teilweise zusätzliche Flächen und Eingriffe in Grundwasser, Fruchtfolgeflächen oder bestehende Infrastrukturen erfordern.

Neues Wasserkraftwerk verbessert Hochwasserschutz in Aarau

Eine zentrale Anforderung an das erneuerte Wasserkraftwerk ist ein verbesserter Hochwasserschutz im Aarauer Schachen. Während des Neubaus des Dotierkraftwerks kam es 2021 an insgesamt 55 Tagen zu einem Wehrüberfall. In der Spitze führte die Aare rund 1’100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Mit dem neuen Wasserkraftwerk und den vorgesehenen speziellen Wehrklappen soll der Hochwasserschutz deutlich verbessert werden. Nach der Inbetriebnahme soll die Stadt Aarau entlang der Konzessionsstrecke des Kraftwerks vor einem tausendjährlichen Hochwasser geschützt sein.

Die Anlage ist für Abflüsse von bis zu 1’700 Kubikmetern pro Sekunde ausgelegt. Das Projekt verbindet damit den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion mit zusätzlichen Schutzmassnahmen für Menschen und Infrastruktur.

53 Massnahmen werten Naturraum an der Aare auf

Im Zusammenhang mit den Umweltverträglichkeitsberichten hat Eniwa bereits erste von insgesamt 53 Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen umgesetzt. Sie sollen Natur und Naherholungsraum entlang der Aare schützen und aufwerten.

Zu den Massnahmen gehören auch Verbesserungen für die Nutzung des Flussraums. Neue Toiletten- und Duschanlagen sowie Ein- und Ausstiegshilfen sollen die Infrastruktur und die Sicherheit für Schwimmerinnen und Schwimmer verbessern.

Kinderspielplätze und ein Kiosk ergänzen die geplanten beziehungsweise bereits umgesetzten Aufwertungen. Eniwa verbindet das Kraftwerksprojekt damit auch mit einer Weiterentwicklung des Naherholungsgebiets zwischen Aarau und Schönenwerd.

Entscheid des Aargauer Regierungsrates innert Jahresfrist erwartet

Eniwa rechnet innert Jahresfrist mit einer Beurteilung und einem Entscheid des Aargauer Regierungsrates. Das Verfahren im Kanton Solothurn ist bis auf Weiteres sistiert.

Die beiden konzessionsgebenden Kantone Solothurn und Aargau haben dem Projekt «Optimierung 2021» als Ergänzung des bewilligten Projekts «Erneuerung Kraftwerk Aarau 2013» zugestimmt. Der Anteil des Kantons Solothurn an der Konzession beträgt 82 Prozent, jener des Kantons Aargau 18 Prozent.

Auch das Bundesamt für Energie und das Bundesamt für Umwelt haben dem Projekt zugestimmt. Die laufende Konzessionsperiode des Wasserkraftwerks reicht bis 2093.

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