Der Energiekongress 2026 in den Olma Messen St.Gallen stand unter dem Leitthema «Die Kraft der Begeisterung». Die Energieagentur St.Gallen brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Energieunternehmen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung zusammen.
Im Mittelpunkt standen nicht nur strategische Zielbilder der Energiewende, sondern vor allem konkrete Fragen der Umsetzung. Die Beiträge zeigten, dass technologische Innovationen, starke lokale Energieversorger, flexible Netze und praxistaugliche Geschäftsmodelle immer enger zusammenspielen müssen.
Energiekongress verbindet Strategie und Praxis
Der Vormittag setzte mit dem Referat «Sustainable Mindset – deine Haltung ist entscheidend» von Prof. Dr. Wolfgang Jenewein einen inhaltlichen Auftakt. Danach folgte ein Talk zu 20 Jahren Energiekonzept 2050 der Stadt St.Gallen mit Fredy Brunner, Peter Jans und Karin Hungerbühler.
Der Nachmittag griff die Energiezukunft aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Dr. Tim Meyer sprach über die Frage, warum Energie schneller sauber wird, als viele denken. Weitere Impulse kamen unter anderem zu automatisierter Mobilität, technologischen Innovationen, alpiner Photovoltaik und zur Transformation vom Energieproduzenten zum Systemdienstleister.
Mit Anton Gunzinger wurde zudem eine Grundsatzfrage aufgenommen: Kann die Schweiz mit 100 Prozent erneuerbarer Energie versorgt werden? Der anschliessende EnergieTalk brachte Stimmen aus Elektrizitätswirtschaft, Politik, Solarbranche und Verteilnetzbetreibern zusammen.
Diese Themen prägten den Energiekongress
- Technologische Innovationen für eine beschleunigte Energiewende.
- Automatisierte Mobilität und neue Lösungen für die Ostschweiz.
- Photovoltaik in alpinen Höhen und die Rolle neuer Produktionsstandorte.
- Transformation von Energieproduzenten zu Systemdienstleistern.
- Lokale Energieversorger, Verteilnetze und Flexibilität als Umsetzungsebene.
Breakout-Sessions vertiefen zentrale Branchenthemen
Eine zentrale Neuerung des Kongresses waren die acht interaktiven Breakout-Sessions. In kleineren Gruppen wurden praxisnahe Themen gemeinsam mit den Sponsoren vertieft und diskutiert. Damit rückte der direkte Austausch stärker in den Mittelpunkt.
Die Teilnehmenden konnten ihre Session bereits bei der Anmeldung auswählen. Das Format ermöglichte eine fokussierte Auseinandersetzung mit konkreten Fragestellungen der Energieversorgung, der Netzplanung, der Speicherintegration und der Umsetzung auf lokaler Ebene.
Der Kongress setzte damit bewusst auf unterschiedliche Blickwinkel. Gleichzeitig verband die Beiträge ein gemeinsamer Nenner: Die Energiewende benötigt nicht nur Konzepte und Technologie, sondern auch Akteure, die Projekte vor Ort realisieren.
Batteriespeicher werden Teil des Gesamtsystems
Ein Schwerpunkt lag auf Batteriespeichern und ihrer Rolle im Stromsystem. Dabei wurde deutlich, dass Speicher nicht isoliert betrachtet werden können. Ihr Nutzen entsteht in der Anwendung und im Zusammenspiel von Technologie, Netz, Betrieb und Markt.
Batteriespeicher können Erzeugung und Verbrauch entkoppeln, Netze entlasten und Flexibilität bereitstellen. Gerade mit zunehmender Photovoltaik, Elektromobilität und Wärmepumpen gewinnt diese Flexibilität im Verteilnetz an Bedeutung.
Gleichzeitig entscheidet der Betrieb über den tatsächlichen Wert. Themen wie Dimensionierung, Verfügbarkeit, Monitoring, Hilfsenergie, Brand- und Umweltschutz, Lärmschutz, Wartung und Lebensdauer bestimmen, ob Batteriespeicher wirtschaftlich und systemdienlich eingesetzt werden können.
Lokale Energieversorger tragen die Umsetzung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle lokaler Energieversorger. Die Energiewende wird nicht nur auf politischer Ebene beschlossen, sondern vor allem im Verteilnetz umgesetzt. Dort entstehen die konkreten Herausforderungen durch Photovoltaik, Prosumer, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, Smart Meter und neue Anforderungen an die Datennutzung.
Lokale Querverbundswerke wurden als wichtige Umsetzungsebene beschrieben. Sie verbinden Kundennähe, regionale Wertschöpfung, Infrastrukturwissen und Handlungsspielraum. Gerade bei Wärme, Strom, Wasser, Kommunikation und weiteren Infrastrukturen können integrierte Lösungen Vorteile schaffen.
Die Diskussion zeigte aber auch, dass lokale EVU vor zunehmenden Anforderungen stehen. Regulierung, Digitalisierung, IKT-Sicherheit, Beschaffung, Flexibilitäten und Investitionsbedarf erhöhen die Komplexität. Entscheidend wird daher sein, ob Organisationen genügend Handlungsspielraum und Stabilität für langfristige Investitionen erhalten.
Energiekongress setzt Signal für die Energiezukunft
Der Energiekongress 2026 zeigte die Energiewende als umfassende Transformationsaufgabe. Die Diskussionen machten deutlich, dass Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung, Digitalisierung und Kostenbewusstsein gemeinsam gedacht werden müssen.
Die Energieagentur St.Gallen schloss den Kongresstag mit Dank an Referentinnen, Referenten, Teilnehmende, Sponsoren und das eigene Team ab. Der nächste Energiekongress findet am 27. Mai 2027 erneut in den Olma Messen St.Gallen statt.
Der Rückblick zeigt: Begeisterung kann Impulse geben. Entscheidend bleibt aber, dass daraus Projekte, Investitionen, robuste Netze und praxistaugliche Lösungen für die Energieversorgung entstehen.







