Der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz lag 2024 bei 2.1 TWh. Das entspricht rund 3.6 Prozent des gesamten Schweizer Stromverbrauchs. Seit der letzten vergleichbaren Erhebung im Jahr 2019 ist der Verbrauch damit um 18 Prozent gestiegen.
Die Entwicklung zeigt eine klare Verschiebung im Markt. Während grosse kommerzielle Rechenzentren deutlich wachsen, stagniert oder sinkt der Stromverbrauch vieler unternehmensinterner Rechenzentren. Gründe dafür sind Effizienzsteigerungen sowie die Auslagerung von IT-Leistungen in die Cloud oder an spezialisierte Anbieter.
Kommerzielle Rechenzentren gewinnen an Bedeutung
Grosse kommerzielle Rechenzentren stehen inzwischen für 44 Prozent des Stromverbrauchs der Rechenzentren in der Schweiz. Ihr Anteil hat seit 2019 deutlich zugenommen. Unternehmensinterne Rechenzentren verursachen weiterhin 56 Prozent des Verbrauchs, entwickeln sich aber weniger dynamisch.
Für die neue Erhebung wurde die Systemgrenze gegenüber der Studie von 2019 angepasst. Serverräume wurden diesmal nicht berücksichtigt, um die Erhebung zu vereinfachen. Bei gleicher Systemgrenze betrug der Verbrauch 2019 insgesamt 1.77 TWh.
Der Verbrauch stieg damit zwischen 2019 und 2024 durchschnittlich um 3.4 Prozent pro Jahr. Insgesamt bleibt die Zunahme moderat, weil Effizienzgewinne und IT-Auslagerungen den Mehrbedarf teilweise kompensieren.
Stromverbrauch der Schweizer Rechenzentren
- 2024 verbrauchten Rechenzentren in der Schweiz 2.1 TWh Strom.
- Der Anteil am gesamten Schweizer Stromverbrauch lag bei rund 3.6 Prozent.
- Bis 2030 wird ein Anstieg auf 2.5 bis 3.2 TWh erwartet.
- Das verbleibende Effizienzpotenzial wird auf rund 0.8 TWh geschätzt.
Effizienzpotenzial liegt bei rund 0.8 TWh
Das verbleibende Energieeffizienzpotenzial der Rechenzentren in der Schweiz wird auf rund 0.8 TWh geschätzt. Das entspricht fast 38 Prozent des heutigen Stromverbrauchs dieses Sektors. Der Spielraum für Verbesserungen ist bei der IT-Ausstattung etwas grösser als bei der Gebäudeinfrastruktur.
Damit bleiben Rechenzentren ein relevantes Handlungsfeld für die Energieeffizienz. Neben der technischen Infrastruktur rücken auch Auslastung, Kühlung und Betriebskonzepte stärker in den Fokus. Das Bundesamt für Energie will Verbrauch und Effizienz von Rechenzentren in den nächsten Jahren verstärkt überwachen.
Die Zahlen sind auch für die Energiebranche relevant. Der wachsende Strombedarf digitaler Infrastrukturen wirkt sich auf Verbrauchsprognosen, Netzplanung und Effizienzstrategien aus.
Künstliche Intelligenz spielt in der Schweiz noch geringe Rolle
Künstliche Intelligenz spielt beim Stromverbrauch der Schweizer Rechenzentren derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Einzig die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich betreibt am Swiss National Supercomputing Centre in Lugano einen KI-Supercomputer. Unternehmen und Privatpersonen nutzen überwiegend im Ausland vortrainierte KI-Modelle.
In der Schweiz bestehen bisher keine Rechenzentren, die auf das Training grosser Sprachmodelle ausgelegt sind. Solche Anlagen weisen Leistungen von mehreren Hundert Megawatt auf. Die grossen Rechenzentren in der Schweiz dienen bisher vor allem Cloud-Anwendungen.
Bis 2030 könnte der Gesamtstromverbrauch der Schweizer Rechenzentren auf 2.5 bis 3.2 TWh steigen. In einem maximalen Szenario wären auch 3.5 TWh möglich, was 6.0 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs von 2024 entsprechen würde.







