Am 1. Januar 2026 waren in der Schweiz 706 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung von über 300 Kilowatt in Betrieb. Ein Jahr zuvor waren es 703 Zentralen. Die mittlere Energieproduktion der in der Wasserkraftstatistik erfassten Anlagen lag 2025 bei 37’162 GWh/a und damit unter dem Vorjahreswert von 37’350 GWh/a.

Der Rückgang zeigt, dass die Wasserkraft trotz einzelner Neubauten und Erneuerungen stark von technischen Aktualisierungen, hydrologischen Bedingungen und ausserordentlichen Ereignissen beeinflusst bleibt. Für die Schweizer Stromversorgung ist diese Entwicklung relevant, weil Wasserkraft weiterhin den grössten Anteil an der inländischen Stromproduktion liefert.

Wasserkraft-Zentralen liefern 37’162 GWh pro Jahr

Der Zubau durch Erneuerungen und Neubauten betrug 2025 rund 50 GWh/a. Den grössten Anteil daran hatte die Neuinbetriebnahme des Laufkraftwerks Sousbach in Lauterbrunnen mit 30.5 GWh/a. Zudem konnte die Anlage in Bondo wieder in Betrieb genommen werden, nachdem sie nach dem Bergsturz von 2017 neu aufgebaut werden musste.

Im Jahr 2025 befanden sich 12 Zentralen im Umbau und 6 Zentralen im Bau. Der erwartete zusätzliche Produktionsausbau dieser Projekte liegt bei knapp 40 GWh/a. Damit bleibt der Ausbau der Wasserkraft zwar aktiv, bewegt sich aber im Vergleich zur gesamten Produktion auf einem begrenzten Niveau.

Die maximal mögliche Leistung ab Generator wurde auf 16’475 MW angepasst. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 101 MW.

Wasserkraftstatistik 2025 im Überblick

  • 706 Wasserkraft-Zentralen mit mehr als 300 Kilowatt Leistung waren am 1. Januar 2026 in Betrieb.
  • Die mittlere Produktionserwartung lag bei 37’162 GWh/a.
  • Der Zubau durch Erneuerungen und Neubauten betrug rund 50 GWh/a.
  • Die maximal mögliche Leistung ab Generator lag bei 16’475 MW.

Restwasser, Zuflüsse und Walliser Schäden drücken Erwartung

Die regelmässige Aktualisierung der mittleren Produktionserwartung bestehender Anlagen führte 2025 zu einer Abnahme von 188 GWh. Gründe dafür waren unter anderem Datenaktualisierungen im Zusammenhang mit Restwassersanierungen sowie die niedrigen Zuflüsse im vergangenen Jahr.

Zusätzlich sind zwei Zentralen nach dem schweren Unwetter 2024 im Wallis weiterhin ausser Betrieb. Besonders stark wirkt sich das grosse Rhône-Kraftwerk in Susten-Chippis aus. Dessen mittlere Produktionserwartung liegt bei 215 GWh, musste aber temporär auf Null gesetzt werden.

Solche Anpassungen zeigen, dass die Wasserkraftstatistik nicht nur Neubauten und technische Leistung abbildet. Sie berücksichtigt auch die realistische mittlere Produktionserwartung der Anlagen unter veränderten betrieblichen und hydrologischen Bedingungen.

Wallis und Graubünden prägen die Schweizer Wasserkraft

Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung bleiben die klassischen Wasserkraftregionen der Schweiz. Das Wallis erreicht 10’469 GWh/a und damit 28.1 Prozent der erwarteten Produktion. Graubünden folgt mit 7’919 GWh/a beziehungsweise 21.4 Prozent.

Weitere wichtige Beiträge leisten das Tessin mit 3’485 GWh/a und einem Anteil von 9.4 Prozent sowie Bern mit 3’424 GWh/a und 9.2 Prozent. Zusammen tragen diese vier Kantone den überwiegenden Teil der erwarteten Schweizer Wasserkraftproduktion.

Die regionale Verteilung verdeutlicht die Bedeutung alpiner Standorte für die Stromversorgung. Gleichzeitig zeigt sie, wie stark einzelne Grossanlagen und Ereignisse in diesen Regionen die nationale Statistik beeinflussen können.

Energiegesetz sieht höheren Wasserkraftwert bis 2035 vor

Gemäss geltendem Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37’900 GWh steigen. Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Dieses Monitoring stützt sich auf die Statistik der Wasserkraft.

Für das Monitoring wird von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen. Anschliessend wird die Produktion der Wasserkraftwerke mit weniger als 300 Kilowatt Leistung addiert.

Für 2025 ergibt sich daraus eine durchschnittliche inländische Produktion von 36’724 GWh/a. Gegenüber dem im Vorjahr gemeldeten Wert entspricht dies einem Rückgang um 176 GWh.

BFE macht Wasserkraftanlagen digital sichtbar

Mit Wasserkraft wurden 2025 rund 58.5 Prozent des inländischen Stroms erzeugt, gemessen am 10-jährigen Mittelwert. Damit bleibt die Wasserkraft die zentrale erneuerbare Stromquelle der Schweiz.

Das Bundesamt für Energie macht die Statistik mit der Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz» zugänglich. Sie zeigt Anlagen mit einer Leistung von mehr als 300 Kilowatt nach ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und visualisiert Standorte sowie Zuflüsse.

Eine zweite Storymap widmet sich der speicherbaren Wasserkraft. Sie zeigt, welche Anlagen wie stark zur Energiespeicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion steht.