Die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) hat an ihrer Generalversammlung über ein Geschäftsjahr informiert, das von einer geschärften Eigentümerstrategie, einer klareren Ausrichtung auf das Kerngeschäft und einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis geprägt war. Im Zentrum steht die zuverlässige Versorgung der Ostschweiz mit Energie und Daten.

Die SAK erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von CHF 593.97 Mio. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von gut 2 Prozent. Das betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) erhöhte sich auf CHF 75.13 Mio. und lag damit rund 47 Prozent über dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich auf CHF 26.20 Mio. und war damit mehr als doppelt so hoch wie 2024.

Die neue Eigentümerstrategie ist eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der SAK, wobei die Versorgung der Ostschweiz im Zentrum steht.
Martin Simioni CEO, SAK

SAK erzielt deutlich höheres operatives Ergebnis

Das finanzielle Ergebnis der SAK wurde 2025 durch mehrere gegenläufige Effekte geprägt. Einerseits belasteten Sanierungs- und Restrukturierungsaufwendungen den Abschluss. Dazu zählt unter anderem der Ausstieg aus dem Geschäftsfeld VitaLink mit Gesundheitssensoren.

Andererseits trug die ausserordentliche Dividende der Axpo wesentlich zum sehr guten Gesamtergebnis bei. Die SAK sieht sich strategisch gut positioniert und verweist auf ihre breite Rolle als Gesamtdienstleisterin für Strom, Energie und ICT-Dienstleistungen.

Neben dem regulierten Netz- und Energiegeschäft gehören auch das Rechenzentrum RZO in Gais und die Tochtergesellschaft iWay zum Leistungsportfolio. Das regulierte Geschäft bildet dabei weiterhin die über Jahrzehnte gewachsene Basis der Unternehmensgruppe.

Die SAK ist strategisch gut positioniert. Wir bieten als Gesamtdienstleisterin nicht nur Strom und Energie, sondern mit dem Rechenzentrum RZO in Gais und der Tochtergesellschaft iWay auch umfassende ICT-Dienstleistungen an. Das regulierte Geschäft – die Versorgung der Ostschweiz mit Netzinfrastruktur und Energie – bildet dafür eine über 100 Jahre gewachsene, solide Basis.
Cornel Loser CFO, SAK

Über CHF 30 Mio. fliessen in das Verteilnetz

Im Geschäftsjahr 2025 investierte SAK über CHF 30 Mio. in den Ausbau und die Modernisierung des Verteilnetzes. Damit stärkt das Unternehmen die regionale Versorgungssicherheit in der Ostschweiz und schafft zusätzliche Voraussetzungen für die Integration erneuerbarer Energien.

Mit dem Mantelerlass entstehen neue Impulse und Rahmenbedingungen für den weiteren Netzausbau. SAK will die daraus entstehenden Chancen aktiv nutzen und Investitionen gezielt vorantreiben.

Die hohe Verfügbarkeit des Stromnetzes zeigt sich auch bei der durchschnittlichen Unterbrechungsdauer. Während der schweizweite SAIDI-Wert bei rund 16 Minuten pro Endverbraucher und Jahr liegt, erreicht SAK 11 Minuten und zählt damit zu den zuverlässigsten Netzbetreibern.

SAK fokussiert Versorgung, Netze und Energielösungen

  • Umsatz 2025: CHF 593.97 Mio., gut 2 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • EBITDA 2025: CHF 75.13 Mio., rund 47 Prozent über dem Vorjahreswert.
  • EBIT 2025: CHF 26.20 Mio., mehr als doppelt so hoch wie 2024.
  • Investitionen ins Verteilnetz: über CHF 30 Mio.
  • SAIDI-Wert SAK: 11 Minuten pro Endverbraucher und Jahr.

Glasfaser und Energiegemeinschaften gewinnen an Bedeutung

Im Glasfaserausbau setzte SAK 2025 verstärkt auf strategische Partnerschaften. Die Kooperationen verfolgen das Ziel, bestehende Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen und parallele Netze zu vermeiden.

Damit will SAK den Glasfaserausbau in der Ostschweiz beschleunigen. Schnelle Datenverbindungen sind ein wichtiger Standortfaktor und ergänzen die Rolle des Unternehmens als Versorgerin für Energie und Daten.

Auch bei den Energiedienstleistungen standen neue Modelle im Vordergrund. Ein Schwerpunkt lag auf Energiegemeinschaften, bei denen Besitzerinnen und Besitzer von Photovoltaik-Anlagen ihren Solarstrom direkt in der Nachbarschaft vermarkten können. Mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik gewinnt zudem das Flexibilitätsmanagement an Bedeutung.

SAK saniert Wasserkraftwerke am Rheintaler Binnenkanal

Ein weiterer Schwerpunkt lag 2025 bei der ökologischen Sanierung der drei Wasserkraftwerke Lienz, Blatten und Montlingen. Mit den Massnahmen leistet SAK einen Beitrag zum Gewässerschutz am Rheintaler Binnenkanal.

Neue Fischtreppen, Abstiegsklappen und Horizontalrechen verbessern die Durchgängigkeit der Anlagen. Rund zwei Dutzend Fischarten sollen dadurch sicher wandern können.

Erste Auswertungen bestätigen die Wirksamkeit der Massnahmen. Die ökologische Sanierung verbindet damit die Nutzung der Wasserkraft mit verbesserten Bedingungen für die Gewässerökologie.

SAK plant neuen Wärmeverbund in Herisau

In Herisau plant SAK einen neuen Wärmeverbund, der Abwärme und Erdwärme nutzt. Das Projekt soll die lokale Versorgung stärken und den Einsatz fossiler Energieträger reduzieren.

Der Wärmeverbund unterstützt den Weg zu Netto-Null und ergänzt die bestehenden Aktivitäten von SAK im Bereich erneuerbarer Energielösungen. Der Start des Vorprojekts ist ab 2026 vorgesehen.

Damit verbindet SAK die Weiterentwicklung des Kerngeschäfts mit Investitionen in Netzinfrastruktur, Glasfaser, Energiedienstleistungen, Wasserkraft und Wärmeversorgung.