Die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) hat mit einem Spatenstich den Baustart für die ökologische Sanierung der Wasserfassung List vollzogen. Das Sitterwehr liegt auf der Kantonsgrenze von Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden, zwischen Stein AR und Schlatt-Haslen AI.
Das Projekt ist Teil des Gesamtkonzepts für die ökologische Sanierung des Kraftwerks Kubel. Ziel ist es, die Durchgängigkeit für Fische und Geschiebe wiederherzustellen und den Fischschutz an einem zentralen Punkt der Sitter deutlich zu verbessern.
SAK verbessert Fischschutz beim Kraftwerk Kubel
Beim Wehr List wird Wasser aus der Sitter gefasst und unterirdisch in den Gübsensee geleitet. Dieser dient als Speichersee für das Kraftwerk Kubel in St.Gallen. Die Ausbauwassermenge der Fassung ist konzessioniert auf 5.2 Kubikmeter pro Sekunde.
Der Fischaufstieg über das Wehr ist heute nicht möglich. Auch der Fischabstieg ist beeinträchtigt. Zusätzlich ist der Geschiebehaushalt wesentlich gestört.
Mit der Sanierung setzt SAK die Vorgaben des Gewässerschutzgesetzes um. Dieses verpflichtet Betreiber bestehender Wasserkraftanlagen, erhebliche Beeinträchtigungen der Gewässerökologie zu beheben.
Sitterwehr-Sanierung stärkt Fischdurchgängigkeit
- Die Baukosten betragen rund 4 Millionen Franken.
- Die Finanzierung erfolgt über den Netzzuschlagsfonds.
- Die Gesamtbauarbeiten sollen bis Ende Juni 2027 abgeschlossen sein.
- Die konzessionierte Ausbauwassermenge beträgt 5.2 Kubikmeter pro Sekunde.
Coandarechen und Fischtreppe machen Sitterwehr passierbar
Im Rahmen der Sanierung wird das bestehende Wehr in eine vertikal angeströmte Rechenfassung vom Typ Coanda umgebaut. Ergänzend realisiert SAK eine Fischtreppe als konventionellen Schlitzpass für den Fischaufstieg. Für den Fischabstieg wird auf der rechten Uferseite ein Bypass erstellt.
Damit soll das Sitterwehr für Bachforellen, Groppen und Barben ganzjährig passierbar werden. Die Massnahmen verbessern sowohl die flussaufwärts als auch die flussabwärts gerichtete Durchgängigkeit. Gleichzeitig können Geschiebe und Feinsedimente über die Rechenanlage und einen Freihaltekanal ins Unterwasser gelangen.
Die verantwortliche Projektleiterin der SAK verweist auf die enge Abstimmung mit den kantonalen Fachstellen. Im Fokus stehen die Wiederherstellung der Geschiebe- und Fischdurchgängigkeit sowie Schutzmassnahmen beim Fischabstieg.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen erarbeitet. Im Zentrum stehen die Wiederherstellung der Geschiebe- und Fischdurchgängigkeit sowie Schutzmassnahmen beim Fischabstieg
Bauarbeiten am Sitterwehr laufen bis Sommer 2027
Für die Bauarbeiten wird die Sitter in ein temporäres Umgehungsgerinne auf der Innerrhoder Seite umgeleitet. Der Umleitungskanal soll bis zu den Sommerferien erstellt werden. Nach den Sommerferien wird die bestehende Wasserfassung ausser Betrieb genommen.
Anschliessend folgen die Umleitung der Sitter sowie die Bauarbeiten am Wehr und am neuen Betriebsgebäude. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Januar 2027. Ab dem 1. April 2027, nach Ablauf der Fischschonzeit, werden die Wasserhaltungsdämme rückgebaut.
Danach wird die Fischtreppe auf der rechten Uferseite erstellt. Der Abschluss der Gesamtbauarbeiten ist bis Ende Juni 2027 vorgesehen. Witterung und Baugrundverhältnisse können einzelne Bauphasen zeitlich beeinflussen.
SAK verbindet Wasserkraft und Gewässerökologie
Für SAK ist die Sanierung ein wichtiger Schritt, um Gewässerökologie und Energieproduktion besser in Einklang zu bringen. Die ökologische Aufwertung betrifft einen zentralen Abschnitt der Sitter und ist zugleich mit der langfristigen Nutzung der Wasserkraft in der Region verbunden.
Die Bauarbeiten erfolgen unter Berücksichtigung der geltenden umwelt- und fischereirechtlichen Vorgaben. Die zuständigen Fachstellen sind eng eingebunden. Die Anwesenheit von Hans Dörig, Bauherr des Kantons Appenzell Innerrhoden, und Dölf Biasotto, Energiedirektor des Kantons Appenzell Ausserrhoden, unterstreicht die regionale Bedeutung des Projekts.
Mit der Sanierung des Sitterwehrs verbessern wir die Fischdurchgängigkeit und den Fischschutz an einem zentralen Punkt der Sitter. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Gewässerökologie und sichern gleichzeitig eine langfristig nachhaltige Nutzung der Wasserkraft in der Region






