Repower generiert laut einer neuen Studie im Vergleich zu ausserkantonalen Energieunternehmen deutlich mehr volkswirtschaftliche Wertschöpfung in Graubünden. Untersucht wurde das Geschäftsjahr 2024. Im Zentrum stehen dabei nicht nur die Stromproduktion, sondern auch Hauptsitzfunktionen, Energiehandel und weitere Aktivitäten, die bei einem ausserkantonalen Modell nicht im Kanton anfallen würden.
Die Untersuchung wurde von der Hanser Consulting AG im Auftrag von Repower erstellt. Sie soll vor dem Hintergrund der Bündner Wasserkraftstrategie und der anstehenden Heimfälle eine sachliche Grundlage für die politische Diskussion liefern. Für Graubünden ist dabei entscheidend, wo die mit der Wasserkraft verbundene Wertschöpfung tatsächlich entsteht.
Repower erzielt laut Studie CHF 144 Mio. zusätzlichen Mehrwert
Für das detailliert untersuchte Geschäftsjahr 2024 errechnet die Studie für die Repower-Gruppe einen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Mehrwert von rund CHF 144 Mio. für Graubünden. Dieser Mehrwert entsteht insbesondere durch den Hauptsitz in Poschiavo, den Energiehandel in der Valposchiavo sowie weitere Funktionen, die bei ausserkantonalen Unternehmen nicht im Kanton anfallen würden.
Gemäss Studie betrug die direkte regionale Bruttowertschöpfung der Repower-Gruppe in Graubünden im Jahr 2024 rund CHF 290 Mio. In ertragsschwächeren Jahren dürfte sie bei rund CHF 260 Mio. liegen. Unter Einbezug indirekter und induzierter Effekte stehen laut Untersuchung rund 3.7 Prozent des kantonalen Bruttoinlandprodukts mit den Aktivitäten von Repower in Zusammenhang.
Die Wertschöpfung fällt laut Studie in Form von Löhnen, Aufträgen für Unternehmen in Graubünden, Steuern und Abgaben für die öffentliche Hand sowie Gewinnen für die Eigentümer an. Regional liegen Schwerpunkte unter anderem in Bernina, Prättigau und Landquart.
Die wichtigsten Kennzahlen zur Studie
- Zusätzlicher volkswirtschaftlicher Mehrwert 2024 von rund CHF 144 Mio.
- Direkte regionale Bruttowertschöpfung 2024 von rund CHF 290 Mio.
- Rund 500 Mitarbeitende von Repower in Graubünden
- Zusätzliche Wertschöpfung von rund 9.3 Rp. pro kWh aus Bündner Wasserkraft
Wasserkraft, Heimfälle und Konzessionen rücken in den Fokus
Besondere Relevanz erhält die Studie durch die anstehenden Heimfälle in Graubünden. In den kommenden Jahren wird die Frage wichtiger, wie die Nutzung der Wasserkraft langfristig organisiert wird und wo die damit verbundene Wertschöpfung anfällt. Für den Kanton und die Konzessionsgemeinden geht es damit nicht nur um Energieproduktion, sondern auch um Arbeitsplätze, Steuererträge und die strategische Verankerung von Funktionen im Kanton.
Gemäss Studie erzielt Repower pro in Graubünden verfügbare Kilowattstunde Wasserkraftproduktion zusätzlich rund 9.3 Rappen an Wertschöpfung. Setzt man diesen Wert ins Verhältnis zur eigentlichen Wertschöpfung aus der Produktion, ergibt sich rechnerisch eine 2.5-fach höhere volkswirtschaftliche Wertschöpfung für Graubünden als bei ausserkantonalen Energieunternehmen.
Die Autoren verweisen zudem auf die Bedeutung des Asset Backed Trading. Gerade bei der Verwertung von Wasserkraft könne nicht nur der physische Verkauf der Energie, sondern auch der Handel entlang der verfügbaren Energie zusätzliche Wertschöpfung im Kanton auslösen.
Repower stärkt Graubünden auch als Arbeitgeberin und Hauptsitz
Repower ist laut Medienmitteilung entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette tätig, von der Produktion über das Netz und die Versorgung bis zum Handel. Diese breite Aufstellung gilt in der Studie als wichtiger Grund dafür, dass im Kanton mehr wirtschaftliche Effekte anfallen als bei ausserkantonalen Strukturen.
Hinzu kommt die Rolle als Arbeitgeberin. Repower beschäftigt rund 500 Mitarbeitende in Graubünden und zählt damit zu den grösseren Arbeitgeberinnen im Kanton. Die Studie hebt zudem hochwertige Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze, lokale Beschaffung und zusätzliche Energiekompetenz im Kanton als weitere positive Effekte hervor.
Vor diesem Hintergrund erhält die Debatte um Heimfälle und Konzessionen eine zusätzliche wirtschaftliche Dimension. Entscheidend ist nicht nur, wer über Wasserkraft verfügt, sondern auch, wo Handel, Hauptsitzfunktionen und weitere Wertschöpfungsschritte angesiedelt sind.









