Die Wiener Linien stellen die Buslinie 57A auf einen emissionsfreien Betrieb um. Ab 20. April verkehren auf der Strecke zwischen Rudolfsheim und der Innenstadt zehn batteriebetriebene E-Busse. Die bisherigen Dieselbusse werden damit auf dieser Linie ersetzt.

Mit der Umstellung wächst der Anteil emissionsfreier Buslinien im Netz der Wiener Linien weiter. Nach Angaben des Unternehmens sind damit bereits 13 Linien und damit ein Viertel aller selbst betriebenen Buslinien auf emissionsfreie Antriebe umgestellt. Die Massnahme ist Teil der seit 2024 beschleunigten Dekarbonisierung der Busflotte.

Die wichtigsten Fakten zur Umstellung der Linie 57A

  • Ab 20. April fahren zehn batteriebetriebene E-Busse auf der Linie 57A
  • Zwei Schnellladestationen mit je 300 kW stehen an der Endhaltestelle bereit
  • Vier weitere Ladestationen mit 150 kW versorgen die Busse nachts in der Remise Rudolfsheim
  • Mit der Linie 57A sind bereits 13 Buslinien der Wiener Linien emissionsfrei unterwegs

Wiener Linien bauen die Ladeinfrastruktur für den 57A aus

Für den Einsatz der neuen E-Busse wurden an der Endhaltestelle des 57A in der Anschützgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus zwei Schnellladestationen errichtet. Die Ladegeräte leisten jeweils 300 kW. Dort werden die Fahrzeuge nach jeder Runde rund 10 Minuten lang geladen.

Über Nacht werden die Busse in der nahegelegenen Remise Rudolfsheim abgestellt und vollständig geladen. Dafür stehen dort vier Ladestationen mit 150 kW zur Verfügung. Die Wartung erfolgt im E-Kompetenzzentrum in Siebenhirten, das nach Angaben der Wiener Linien alle 60 grossen E-Busse beherbergt.

Damit verbindet das Unternehmen Gelegenheitsladen im Linienbetrieb mit nächtlichem Vollladen im Depot. Diese Kombination soll einen robusten Betrieb im Alltag sicherstellen und die Fahrzeuge über den gesamten Einsatztag hinweg verfügbar halten.

„Die Elektrifizierung des 57A zeigt, wie konsequent wir unsere Busflotte technologisch weiterentwickeln. Mit leistungsstarken 300-kW-Schnellladestationen an der Endhaltestelle sowie einer modernen Ladeinfrastruktur in der Remise Rudolfsheim schaffen wir die technischen Voraussetzungen für einen robusten, emissionsfreien Betrieb mit genug Power für den ganzen Tag. Jeder Schritt dieser Umstellung bringt uns unserem Ziel näher, das gesamte Bussystem klimafit und gleichzeitig leistungsstark zu machen.“
Gudrun Senk Geschäftsführerin Technischer Bereich, Wiener Linien

Wien setzt bei der Dekarbonisierung des Busverkehrs auf Tempo

Die Umstellung der Linie 57A folgt auf mehrere Elektrifizierungs- und Wasserstoffprojekte der vergangenen Monate. Seit 2024 haben die Wiener Linien bereits zahlreiche Buslinien auf E-Busse umgestellt. Im September 2025 wurden auf den Linien 2A und 3A in der Innenstadt Elektro-Wasserstoff-Busse eingeführt, auf der Linie 39A fahren seit Dezember Wasserstoff-Busse.

Der öffentliche Verkehr spielt in Wien eine zentrale Rolle für die Klimastrategie. Laut Wiener Linien sind bereits rund 80 Prozent der Fahrgäste emissionsfrei unterwegs, weil U-Bahn und Strassenbahn rein elektrisch verkehren. Die Elektrifizierung weiterer Buslinien ergänzt diese Struktur und adressiert jene Netzelemente, die bislang noch auf Diesel angewiesen waren.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima ordnet die Entwicklung in die breitere Verkehrspolitik der Stadt ein. Neben der Busflotte verweist sie auf neue Strassenbahnlinien und den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

„Wir investieren massiv in den weiteren Ausbau der umweltfreundlichen Öffis: 2025 wurden mit den Linien 12 und 27 gleich 2 neue Straßenbahnlinien eröffnet, die Linie 18 folgt mit Herbst 2026. Schon jetzt sind mehr als 80 Prozent der Wiener Fahrgäste emissionslos mit U-Bahn, Straßenbahn und E-Bussen unterwegs. Mit dem Start der nächsten elektrischen Buslinie setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt: Mit dieser Linie haben wir bereits ein Viertel unserer gesamten Buslinien auf emissionslose Antriebe umgestellt. Damit sparen wir effektiv CO2 ein und sorgen für noch mehr Lebensqualität für die Wiener*innen.“
Ulli Sima Öffi-Stadträtin, Wien

Mercedes eCitaro soll Komfort und Reichweite im Stadtverkehr sichern

Zum Einsatz kommen moderne Mercedes eCitaro Busse von Daimler Buses. Die Fahrzeuge sind 12 Meter lang, 2.5 Meter breit und 3.45 Meter hoch. Sie bieten 29 Sitzplätze, 53 Stehplätze sowie einen Kombiplatz für Kinderwägen und Rollstühle.

Der Elektromotor leistet 184 kW, die Batteriekapazität beträgt 392 kWh. Die Reichweite liegt laut den angegebenen technischen Daten bei mindestens 135 km. Ergänzt wird das Fahrzeugkonzept durch virtuelle Aussenspiegel sowie eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion, um die Energie im Betrieb möglichst effizient zu nutzen.

Neben dem Klimaschutz soll auch der Fahrkomfort profitieren. Die E-Busse sind leiser als ihre Dieselvorgänger, während das Bedienumfeld für die Lenkerinnen und Lenker laut Wiener Linien weitgehend unverändert bleibt.

„Unser Ziel ist klar: Wien bis 2040 klimaneutral zu machen. Dafür treiben wir große Infrastrukturprojekte wie den Ausbau der U-Bahn als größtes Klimaschutzprojekt unseres Konzerns ebenso voran wie den Ausbau erneuerbarer Energie durch neue Windparks. Gleichzeitig setzen wir viele konkrete Maßnahmen im Alltag – etwa die Umstellung von Buslinien. Denn klimaneutrale Mobilität entsteht durch das Zusammenspiel großer Investitionen und vieler konsequenter Schritte“
Monika Unterholzner stv. Generaldirektorin, Wiener Stadtwerke

Linie 57A soll ab 2027 bis zum Karlsplatz verlängert werden

Mit der Elektrifizierung ist die Entwicklung der Linie 57A noch nicht abgeschlossen. Ab 2027 soll die Strecke bis zum Karlsplatz verlängert werden. Damit würde die Verbindung ins Stadtzentrum weiter gestärkt.

Die Bezirksvertretungen betonen neben der Emissionsreduktion auch die Bedeutung für die Quartiererschliessung und die Aufenthaltsqualität. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen spielen leisere Fahrzeuge und verlässliche Verbindungen eine wichtige Rolle. Die Linie 57A verbindet wichtige Stadtteile mit der Innenstadt und gewinnt damit zusätzlich an verkehrlicher Bedeutung.

Die Umstellung auf E-Busse ist damit nicht nur ein Fahrzeugwechsel, sondern Teil eines umfassenderen Infrastruktur- und Mobilitätsumbaus. Sichtbar wird das an der Ladeinfrastruktur, an den Betriebskonzepten und an den geplanten Netzergänzungen entlang der Linie.