Swissmechanic und Swissmem wollen ihre Kräfte in einem gemeinsamen Verband für die Schweizer Tech-Industrie bündeln. Ziel ist es, das Dienstleistungsangebot für die Mitgliedfirmen auszubauen, die politische Schlagkraft der Branche zu erhöhen und den Industriestandort Schweiz zu stärken. Die beiden Verbände knüpfen damit an die seit Anfang 2026 gemeinsame Organisation der nationalen beruflichen Grundbildung unter dem Dach von Swissmem an.
Swissmechanic und Swissmem bauen ihre Zusammenarbeit aus
Die Führungsgremien beider Verbände haben beschlossen, ein Fusionsprojekt zu starten. Swissmem fasste den Beschluss am 26. Februar 2026, der Swissmechanic-Verbandsrat folgte am 15. April 2026. Auf dieser Basis soll nun ein gemeinsamer Verband für die Schweizer Tech- und MEM-Industrie vorbereitet werden.
Fusion der Verbände im Überblick
- Swissmechanic und Swissmem prüfen die Schaffung eines gemeinsamen Verbands
- Die berufliche Grundbildung wird seit Anfang 2026 bereits gemeinsam organisiert
- Über den Grundsatzentscheid befinden die Mitglieder 2026 in zwei Versammlungen
Die beiden Organisationen sehen in der engeren Zusammenarbeit einen nächsten strategischen Schritt. Bereits heute bestehen gemeinsame Aktivitäten in der Berufsbildung. Nun soll geprüft werden, wie daraus eine institutionelle Zusammenführung entstehen kann.
Gemeinsamer Verband soll Services und politische Wirkung stärken
Für die Mitgliedfirmen soll ein breiteres Dienstleistungsangebot aus einer Hand entstehen. Genannt werden Berufsbildung, Rechtsberatung, Informationen zu Handelskonflikten, Schulungen im Nachhaltigkeitsbereich sowie Unterstützung in Krisenfällen. Damit zielt das Projekt auf eine stärkere betriebliche Unterstützung in einem anspruchsvollen industriellen Umfeld.
Gleichzeitig versprechen sich Swissmechanic und Swissmem mehr politisches Gewicht. Das Zusammenwachsen der beiden Verbände soll die Interessenvertretung der Branche auf nationaler und regionaler Ebene stärken. Im Zentrum steht damit nicht nur die interne Effizienz, sondern auch die Positionierung des Industriestandorts Schweiz.
Swissmechanic und Swissmem vertreten eine zentrale Schweizer Industrie
Swissmechanic zählt rund 1’300 Mitgliedfirmen, Swissmem rund 1’500. Gemeinsam vertreten die beiden Verbände eine technologisch führende Schweizer Branche mit rund 325’000 Mitarbeitenden in der Schweiz, darunter 20’000 Lernende. Weltweit arbeiten weitere 550’000 Personen für Unternehmen aus diesem Umfeld.
Nach Angaben der Verbände erwirtschaftet die Branche knapp 7 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts. Damit unterstreicht das Fusionsprojekt auch die wirtschaftliche Bedeutung der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie. Die geplante Bündelung ist deshalb mehr als ein organisatorischer Schritt und betrifft einen wichtigen Teil des Werkplatzes Schweiz.
Mitgliederversammlungen entscheiden über die Fusion
Als Nächstes erarbeitet eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Führungspersonen beider Verbände die detaillierte Planung. Diese soll anschliessend den zuständigen Gremien vorgelegt werden. Der eigentliche Grundsatzentscheid liegt danach bei den Mitgliedern.
Swissmem will voraussichtlich an der Mitgliederversammlung vom 23. Juni 2026 über die Fusion befinden. Bei Swissmechanic ist der Grundsatzentscheid an der Delegiertenversammlung vom 24. Oktober 2026 vorgesehen. Damit bleibt das Projekt im Jahr 2026 klar an die formellen Beschlüsse der Verbandsorgane gebunden.







