Die Basler Energieversorgerin IWB und die Stadtwerke Weil am Rhein prüfen seit Mai 2025, ob im Quartier Friedlingen ein gemeinsamer Wärmeverbund realisiert werden kann. Die bisherigen Ergebnisse einer laufenden Machbarkeitsprüfung fallen positiv aus. Nach aktuellem Stand erscheint das Vorhaben technisch machbar und grundsätzlich sinnvoll.
Im Zentrum steht die Frage, ob ein länderübergreifender Wärmeverbund auf Basis des bestehenden Fernwärmenetzes von IWB umgesetzt werden kann. Die bisherigen Analysen deuten darauf hin, dass der Wärmebedarf im Gebiet Friedlingen ausreicht, um einen solchen Verbund attraktiv erscheinen zu lassen. Damit rückt ein grenzüberschreitendes Wärmeprojekt in der Region Basel näher.
IWB und Stadtwerke Weil am Rhein sehen technisches Potenzial
Nach den ersten Resultaten der Machbarkeitsprüfung ist ein gemeinsamer Wärmeverbund in Weil am Rhein technisch umsetzbar. Die Wärme würde aus dem bestehenden Fernwärmenetz von IWB geliefert. Eine Wärmelieferung aus Basel wäre nach heutigem Stand ab Mitte 2028 möglich.
Für beide Partner ist das Projekt von strategischer Bedeutung, weil es bestehende Infrastruktur mit einem zusätzlichen Versorgungsgebiet verbinden würde. Das Vorhaben zeigt zugleich, dass Fernwärme und Wärmeverbünde zunehmend auch über kommunale und nationale Grenzen hinweg gedacht werden.
Ob das Projekt realisiert wird, ist derzeit noch offen. Die laufenden Analysen sollen nun vertieft zeigen, ob die technische Machbarkeit auch in ein tragfähiges Gesamtprojekt überführt werden kann.
Wärmeverbund Friedlingen im Überblick
- IWB und Stadtwerke Weil am Rhein prüfen seit Mai 2025 einen gemeinsamen Wärmeverbund
- Die bisherigen Resultate der Machbarkeitsprüfung fallen positiv aus
- Eine Wärmelieferung aus Basel könnte ab Mitte 2028 erfolgen
- Weitere Resultate werden Mitte 2026 erwartet
Fernwärme aus Basel soll Dekarbonisierung der Region stützen
Die benötigte Wärme würde aus dem bestehenden Fernwärmenetz von IWB stammen. Das Projekt hätte damit nicht nur lokale Bedeutung für Friedlingen, sondern auch für die Dekarbonisierung von Weil am Rhein und der gesamten Grenzregion. Wärmeverbünde gelten als wichtiger Hebel, um fossile Heizsysteme schrittweise zu ersetzen.
Nach Angaben der Beteiligten soll die Wärmeerzeugung in Basel bis dahin bereits zu 80 Prozent CO₂-neutral sein. Sie folgt dem Netto-Null-Pfad des Kantons Basel-Stadt bis 2037. Ein Anschluss von Weil am Rhein an dieses System würde somit auf einer bereits weitgehend dekarbonisierten Wärmebasis aufbauen.
Gerade im urbanen und grenznahen Raum gewinnen solche Projekte an Bedeutung. Sie verbinden Infrastruktur, Versorgungssicherheit und Klimaziele in einem gemeinsamen Ansatz.
Interesse potenzieller Kundschaft wird bis Mitte 2026 abgeklärt
Neben der technischen Machbarkeit spielt die Nachfrage im Versorgungsgebiet eine zentrale Rolle. Seit März 2026 klären IWB und die Stadtwerke Weil am Rhein bei potenziellen Kundinnen und Kunden das Interesse am neuen Wärmeverbund ab. Diese Rückmeldungen sind wesentlich für die weitere Projektbewertung.
Die nächsten Ergebnisse der Machbarkeitsprüfung werden Mitte 2026 erwartet. Sie sollen aufzeigen, ob das länderübergreifende Wärmeprojekt tatsächlich umgesetzt werden kann. Erst auf dieser Grundlage ist ein möglicher Investitionsentscheid denkbar.
Damit bleibt der Wärmeverbund Friedlingen vorerst ein Prüfprojekt mit positiven Vorzeichen. Sollte sich die Machbarkeit bestätigen, könnte ab Mitte 2028 ein neues Kapitel der grenzüberschreitenden Wärmeversorgung in der Region Basel beginnen.







