Madrisa Solar produziert mehr Strom als prognostiziert
Das alpine Solarkraftwerk Madrisa Solar im Prättigau hat im ersten Winterhalbjahr von Oktober bis März rund 1,5 GWh Strom erzeugt. Damit übertrifft die Anlage die ursprünglichen Erwartungen deutlich. Bei einer installierten Leistung von etwas über zwei Megawatt zeigt sich das Potenzial alpiner Photovoltaik insbesondere in der kalten Jahreszeit.
Zum Zeitpunkt des ersten Winters waren rund 3’600 Solarmodule in Betrieb. Dies entspricht etwa 20 Prozent der geplanten Gesamtanlage. Bereits dieser Teilbetrieb liefert relevante Energiemengen für die regionale Versorgung.
Die Anlage liegt auf rund 2’000 Metern über Meer und ist gezielt auf eine hohe Winterstromproduktion ausgelegt.
Albedo-Effekt steigert Winterproduktion deutlich
Ein wesentlicher Faktor für die hohe Leistung ist der Albedo-Effekt. Nach dem ersten Schneefall nahm die Stromproduktion um rund 15 Prozent zu. Schnee reflektiert Sonnenlicht und erhöht damit die Einstrahlung auf die Module.
Die eingesetzten bifazialen Solarmodule nutzen Licht von beiden Seiten. Dadurch können sie neben direkter Sonneneinstrahlung auch reflektiertes Licht effizient in Strom umwandeln.
Diese Kombination macht alpine Solaranlagen besonders attraktiv für die Winterstromproduktion, die in der Schweiz strategisch an Bedeutung gewinnt.
Leistungsdaten Madrisa Solar im ersten Winter
- Produktion: rund 1,5 GWh Strom
- Leistung: etwas über 2 MW
- Leistungssteigerung durch Schnee: rund +15 Prozent
- In Betrieb: rund 20 Prozent der Gesamtanlage
Solarexpress-Vorgaben klar erfüllt
Madrisa Solar erfüllt im ersten Betriebswinter die Anforderungen des Solarexpress deutlich. Die Anlage produziert mehr als die geforderten 500 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung.
Damit bestätigt das Projekt die politische Zielsetzung, Winterstromlücken durch gezielte Förderung alpiner Photovoltaik zu reduzieren.
Die Ergebnisse liefern zudem wichtige Erkenntnisse für weitere Projekte im alpinen Raum.
Mehr Strom als Bedarf der Bergbahnen
Der produzierte Strom wird teilweise direkt vor Ort genutzt. Die Bergbahnen Madrisa beziehen Energie aus der Anlage für ihren Betrieb.
In Kombination mit bestehenden Solaranlagen konnte bereits mehr Strom erzeugt werden, als während der gesamten Wintersaison benötigt wurde.
Dies unterstreicht das Potenzial lokaler Energieversorgungssysteme mit erneuerbaren Energien.
Zweite Bauphase startet im Mai 2026
Die zweite und grösste Bauphase beginnt Anfang Mai 2026. Ziel ist es, bis November rund 70 Prozent der Anlage ans Netz anzuschliessen.
Die vollständige Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. Das Projekt wird von der Madrisa Solar AG umgesetzt, an der Repower, EKZ und die Gemeinde Klosters beteiligt sind.
Für Planung und Bau arbeitet das Projekt überwiegend mit regionalen Unternehmen zusammen.







