Energie Wasser Bern reicht Baugesuch für Netzabschnitt ein

Im März 2025 haben Energie Wasser Bern (ewb) und die Gemeinde Köniz den Entscheid zur Realisierung des Wärmeverbunds Bern-Wabern gefällt. Nun wird das Vorhaben konkret: Für den ersten grösseren Netzabschnitt im Zentrum von Wabern wurde das Baugesuch eingereicht.

Der Baustart ist für Ende 2026 vorgesehen. Der Abschnitt umfasst das Gebiet rund um die Kirchstrasse bei der Morillon-Schule, die Waldblickstrasse, die Werkstrasse, den Quellenweg, die Looserstrasse sowie einen Teil der Dorfstrasse zwischen Kirchstrasse und Seftigenstrasse. Auch das Wohn- und Pflegeheim Grünau AG an der Seftigenstrasse soll an das Netz angeschlossen werden.

Die operative und finanzielle Verantwortung für Bau und Betrieb liegt bei ewb. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit der Sanierung der Seftigenstrasse sowie der geplanten Tramverlängerung nach Kleinwabern.

Wärmeverbund Bern-Wabern versorgt bis zu 5’000 Einheiten

Der Wärmeverbund soll künftig bis zu 5’000 Wohneinheiten in Wabern und angrenzenden Berner Quartieren versorgen. Mindestens 80 Prozent der bereitgestellten Wärme stammen aus erneuerbaren Quellen.

Technische Grundlage bildet die Nutzung von Umweltwärme aus Überschusswasser des Wasserverbunds Region Bern aus der Pumpenstation Schönau. Dieses wird thermisch genutzt und in der bestehenden Heizzentrale der Wohnüberbauung Morillon an der Bondelistrasse aufbereitet.

Die Energiezentrale wird ab 2027 entsprechend umgebaut. Erste Wärmelieferungen sind ab 2029 vorgesehen.

Wärmeverbund Bern-Wabern im Überblick

  • Baugesuch für ersten grösseren Netzabschnitt eingereicht
  • Versorgung von bis zu 5’000 Wohneinheiten
  • Mindestens 80 Prozent erneuerbare Wärme
  • Erste Wärmelieferungen ab 2029 geplant

Geologische Abklärungen sichern Projektgrundlagen

Im Zuge der Detailplanung sind Sondierbohrungen bei der künftigen Energiezentrale sowie am Aarehang im Gebiet des Wasserverbunds Region Bern vorgesehen. Sie dienen der geologischen Abklärung des Untergrunds und bilden eine zentrale Grundlage für die weitere Projektierung.

Die Bohrungen starten nicht vor April 2026. Die Arbeiten sind zeitlich begrenzt und können lokal zu vorübergehenden Verkehrseinschränkungen und Baulärm führen. Immobilienbesitzerinnen und -besitzer sowie Anwohnende werden frühzeitig informiert.

Mit dem Wärmeverbund leisten ewb und die Gemeinde Köniz einen Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Öl- und Gasheizungen sollen schrittweise durch eine zentrale, erneuerbare Wärmeversorgung ersetzt werden.