HSLU bringt zentrale Akteure aus Ingenieurwesen und Bildung zusammen

Am 4. März 2026 fand an der Hochschule Luzern (HSLU) die erste National Conference of Engineers statt. Rund 40 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und Studierendenschaft nahmen teil. Ziel war es, bestehende Initiativen zur Nachwuchsförderung im Ingenieurwesen sichtbar zu machen und strategisch zu bündeln.

Die Bestandsaufnahme zeigt ein klares Bild: In der Schweiz existiert eine Vielzahl an Programmen zur Förderung von MINT- und Ingenieurberufen. Allein auf der Plattform educamint.ch sind über 860 Initiativen verzeichnet. Die Herausforderung liegt weniger im Aufbau neuer Angebote als in deren Koordination, Finanzierung und Wirkung.

Die Konferenz setzte damit einen wichtigen Impuls für eine stärkere nationale Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren.

Ingenieurberufe als Schlüssel für Energiewende und Digitalisierung

Ingenieurinnen und Ingenieure leisten einen zentralen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Dazu zählen insbesondere die Energiewende, die Digitalisierung sowie die Entwicklung nachhaltiger Infrastrukturen und Produktionssysteme.

Sie entwickeln Lösungen für erneuerbare Energiesysteme, resiliente Netze, smarte Mobilität und datenbasierte Anwendungen. Damit tragen sie wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Erreichung internationaler Klimaziele bei.

Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel in diesen Bereichen seit Jahren. Besonders auffällig bleibt die Unterrepräsentation von Frauen in technischen Berufen.

Workshops definieren konkrete Handlungsfelder für die Schweiz

In interdisziplinären Workshops erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Massnahmen zur Stärkung des Ingenieurwesens. Die Ergebnisse wurden anschliessend gemeinsam reflektiert und weiterentwickelt.

Ein besonderer Fokus lag auf der Einbindung von Studierenden, die neue Perspektiven und praxisnahe Impulse einbrachten. Diese Zusammenarbeit erwies sich als zentral für die Entwicklung tragfähiger Lösungsansätze.

Die Diskussionen führten zu klar definierten strategischen Stossrichtungen für die kommenden Jahre.

Zentrale Stossrichtungen der Ingenieurkonferenz

  • Engineering als Grundlage für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärken
  • Berufsbild verständlicher und gesellschaftlich relevanter positionieren
  • Praxisbeispiele und konkrete Anwendungen sichtbarer machen
  • Nachwuchs frühzeitig für Technik und Ingenieurwesen begeistern
  • Nationale Vernetzung und Koordination systematisch ausbauen

Konferenz setzt Startpunkt für nationale Roadmap

Die erste National Conference of Engineers markiert den Beginn eines langfristigen Prozesses zur Stärkung des Ingenieurwesens in der Schweiz. Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, bestehende Initiativen gezielt zu vernetzen und Synergien konsequent zu nutzen.

Im Fokus steht eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Hochschulen, Verbänden, Verwaltung und Politik. Ziel ist es, die Wirkung bestehender Programme zu erhöhen und neue Impulse für die Nachwuchsförderung zu setzen.

Als nächster Meilenstein ist die National Conference of Engineers am 4. März 2027 geplant. Dort soll eine nationale Deklaration verabschiedet werden, die den weiteren Kurs definiert.