Lokale Elektrizitätsgemeinschaften gewinnen in der Stadt Zürich rasch an Bedeutung. Mit ewz.solarquartier hat ewz nach eigenen Angaben derzeit rund 130 LEGs aufgebaut. Rund 6’000 Strombezügerinnen und Strombezüger wollen bereits lokal produzierten Solarstrom aus einer Gemeinschaft im Quartier beziehen.
Für die Energiebranche ist das Modell relevant, weil es den wirtschaftlichen Nutzen von Photovoltaikanlagen verbessert und gleichzeitig das Niederspannungsnetz entlasten kann. Überschüssiger Solarstrom wird nicht mehr nur ins Netz zurückgespeist, sondern direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher in der Nachbarschaft vermarktet.
LEG-Ausbau von ewz in Zürich
- Rund 130 lokale Elektrizitätsgemeinschaften sind derzeit von ewz gebildet worden
- Rund 6’000 Strombezügerinnen und Strombezüger wollen sich bereits anschliessen
- ewz garantiert Produzierenden einen Abnahmepreis von 14 Rappen pro Kilowattstunde
- In der Stadt Zürich bestehen fast 2’900 PV-Anlagen mit knapp 100 Megawatt Peak Leistung
ewz erhöht die Anreize für Photovoltaik im Quartier
Für Produzierende soll der Einstieg in ewz.solarquartier einfach und wirtschaftlich attraktiv sein. ewz übernimmt die gesamte Koordination, Messung und Abrechnung. Der Anschluss erfolgt digitalisiert in drei Schritten, wodurch der administrative Aufwand für Eigentümerinnen und Eigentümer gering bleibt.
Im Zentrum steht die bessere Vermarktung von überschüssigem Solarstrom. Statt ausschliesslich auf klassische Rückspeisung zu setzen, können Produzierende ihre Mehrproduktion innerhalb der lokalen Elektrizitätsgemeinschaft verkaufen. In Kombination mit Förderbeiträgen von ewz entstehen zusätzliche Investitionsanreize für private und institutionelle Immobilienbesitzende.
Je mehr Solarstrom im Quartier erzeugt und lokal verbraucht wird, desto grösser ist der wirtschaftliche Nutzen für Produzierende und Bezüger. Gleichzeitig kann die lokale Nutzung das Stromnetz entlasten, weil mehr Energie dort verbraucht wird, wo sie produziert wird.
«Mit unserem LEG-Produkt ewz.solarquartier haben wir einen weiteren wirtschaftlichen Anreiz geschaffen, damit Solaranlagen nicht nur zugebaut werden, sondern damit langfristig hohe Erträge erzielt werden können»
Zürich braucht zusätzliche PV-Produzierende für das Ausbauziel
Aktuell gibt es in der Stadt Zürich fast 2’900 Photovoltaikanlagen mit knapp 100 Megawatt Peak Leistung. Diese Anlagen produzieren im Schnitt rund 80 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr. Gemäss der städtischen Photovoltaikstrategie soll das Solarpotenzial von rund 500 Gigawattstunden bis 2040 vollständig ausgeschöpft werden.
Dieses Ziel setzt einen deutlich stärkeren Ausbau auf privaten und institutionellen Liegenschaften voraus. Nach Angaben von ewz gehören rund 85 Prozent des Gebäudeparks nicht der öffentlichen Hand. Damit hängt der weitere Ausbau wesentlich davon ab, ob Eigentümerinnen, Eigentümer und Genossenschaften zusätzliche Dachflächen mit Photovoltaik erschliessen.
Die Nachfrage nach lokal produziertem Solarstrom wächst laut ewz bereits schneller als das verfügbare Angebot. In mehreren Quartieren übersteigt das Interesse der Strombezügerinnen und Strombezüger schon heute die verfügbare Produktion. Das verschärft den Fokus auf zusätzliche Produzierende, die ihre Anlagen in das Modell einbringen.
ABZ bringt 28 Photovoltaikanlagen in ewz.solarquartier ein
Eine wichtige Rolle spielen Wohnbaugenossenschaften, da sie oft zugleich als Produzentinnen und als Strombezügerinnen auftreten können. Zu den Vorreiterinnen gehört die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich. Sie meldet 28 Photovoltaikanlagen auf ihren Siedlungen im Stadtgebiet für die Teilnahme an ewz.solarquartier an.
Für Genossenschaften ist das Modell nicht nur energiewirtschaftlich, sondern auch betriebswirtschaftlich interessant. Es stärkt die lokale Wertschöpfung und ermöglicht Mieterinnen und Mietern den Zugang zu Solarstrom aus dem eigenen Umfeld, ohne dass dafür ein separates Vermarktungsmodell aufgebaut werden muss.
Die ABZ zählt als grösste gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft der Schweiz mit über 5’000 Wohnungen in der Stadt und im Grossraum Zürich zu den besonders sichtbaren Partnerinnen dieses Ansatzes.
«Dank der LEG-Lösung von ewz.solarquartier war für uns klar, dass wir alle 28 Photovoltaikanlagen auf unseren Siedlungen im Stadtgebiet anmelden»
Das Stromgesetz erweitert seit Januar 2026 den LEG-Rahmen
Die regulatorische Grundlage für lokale Elektrizitätsgemeinschaften wurde mit dem seit 1. Januar 2026 geltenden Stromgesetz erweitert. Bisher durfte Solarstrom in der Regel nur innerhalb derselben Liegenschaft vermarktet werden, etwa im Zusammenschluss zum Eigenverbrauch oder im Praxismodell Verteilnetzbetreiber.
Neu können sich Erzeugerinnen und Erzeuger sowie Endverbraucherinnen und Endverbraucher von Elektrizität aus erneuerbaren Energien zu einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft zusammenschliessen und die selbst erzeugte Elektrizität innerhalb dieser Gemeinschaft absetzen. LEGs können dabei Quartiere oder maximal ganze Gemeinden umfassen.
Technisch gelten klare Voraussetzungen. Alle Teilnehmenden müssen auf derselben Netzebene angeschlossen und mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein. In der Stadt Zürich sind ewz.solarquartier-LEGs aufgrund der Netzstruktur jeweils hinter einer der rund 800 Trafostationen auf der Netzebene 7 im Niederspannungsnetz möglich.
ewz kombiniert LEG-Modell mit weiteren Vermarktungsoptionen
Zusätzliche wirtschaftliche Wirkung entsteht durch die Kombination verschiedener Modelle. Mit ewz.solarsplit kann Solarstrom direkt an Mietparteien der eigenen Liegenschaft verkauft werden. Wer darüber hinaus mit ewz.solarquartier auch Strom an die Nachbarschaft liefert, kann die Vermarktung weiter optimieren.
Auch Batteriespeicher können die Wirtschaftlichkeit verbessern, weil sie den Eigenverbrauchsanteil erhöhen. Gleichzeitig sind Investitionen in Photovoltaikanlagen in der aktuellen Übergangsphase steuerlich weiterhin interessant, solange entsprechende Abzugsmöglichkeiten noch bestehen.
Damit positioniert sich ewz mit ewz.solarquartier als Anbieterin einer umfassenden LEG-Lösung, die technische Abwicklung, Vermarktung und Abrechnung verbindet und den Ausbau von Quartierstrom in Zürich beschleunigen soll.







