KWO schliesst Engpass im Kraftwerkssystem

Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) starten im Juni 2026 den Bau des Pumpspeicherwerks Grimsel 4 zwischen dem Grimselsee und dem Räterichsbodensee. Ziel ist es, einen bestehenden Engpass im komplexen Kraftwerkssystem zu beseitigen und die Abstimmung zwischen den drei Kraftwerkskaskaden zu optimieren.

Der Wassernachschub zwischen den beiden Seen war bislang deutlich limitiert. Mit Grimsel 4 wird diese systemische Lücke geschlossen und die Kapazitäten entlang der gesamten Kette effizienter genutzt.

Der Verwaltungsrat hat den Investitionsentscheid in Höhe von rund CHF 300 Millionen getroffen. Die notwendigen Konzessionen und Baubewilligungen liegen bereits vor.

Zwei Pumpturbinen erhöhen Flexibilität im Stromsystem

Kern des Projekts sind zwei reversible Pumpturbinen mit einer installierten Leistung von je 84 Megawatt. Jede Maschine kann bis zu 35 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fördern oder turbinieren.

Dank eines Frequenzumrichters lässt sich die Drehzahl im Pumpbetrieb stufenlos anpassen. Dadurch reagiert das Kraftwerk besonders flexibel auf Schwankungen im Stromnetz und kann die Produktion gezielt steuern.

Das Pumpspeicherwerk ermöglicht zudem die Bereitstellung von primärer und sekundärer Regelenergie. Diese Leistungen sind zentral für die Stabilität des Hochspannungsnetzes.

Technische Eckdaten Grimsel 4

  • Investition: rund CHF 300 Mio.
  • Leistung: 2 × 84 MW
  • Ausbauwassermenge: je 35 m³/s
  • Fallhöhe: 83 m bis 174 m
  • Bauzeit: 2026 bis 2032

Unterirdischer Bau integriert bestehende Infrastruktur

Alle neuen Anlagen werden vollständig unterirdisch erstellt und mit bestehenden Kraftwerken verbunden. Zentrale Elemente sind die Kavernenzentrale im Felsinnern sowie umfangreiche Stollen- und Rohrsysteme zwischen den beiden Seen.

Die Kraftwerkszentrale entsteht im Berg zwischen Grimselsee und Räterichsbodensee. Ergänzt wird sie durch ein ober- und unterwasserseitiges Triebwassersystem, einen Vertikalschacht sowie einen Erschliessungsstollen mit einer Länge von rund 1’800 Metern.

Durch die unterirdische Bauweise entstehen keine zusätzlichen Einstauflächen und keine dauerhaft sichtbaren Bauwerke. Das Projekt fügt sich damit in die bestehende Landschaft ein.