Zürich Wind, die Kooperation von Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ), ewz und Stadtwerk Winterthur, beginnt Mitte März 2026 mit den angekündigten Windmessungen im Zürcher Weinland. In Zünikon in der Gemeinde Wiesendangen wird in der Woche vom 16. März 2026 ein 125 Meter hoher Windmessmast aufgestellt. Über mindestens ein Jahr hinweg werden dort Windverhältnisse und Fledermausaktivitäten erfasst.

Die Messkampagne soll eine sachliche und faktenbasierte Grundlage für die Beurteilung des Standorts schaffen. Die erhobenen Daten sind entscheidend für die Standortprüfung und für die Frage, ob an den vorgesehenen Standorten weitere Projektschritte folgen.

«Die Windmessdaten sind ein wichtiges Puzzlestück der Standortprüfung und der allererste Schritt auf dem Weg zu einer allfälligen Windenergieanlage, die dereinst Strom produzieren könnte»
Alfredo Scherngell Zürich Wind

Zürich Wind erhebt Daten zu Wind und Fledermäusen

Der Windmessmast in Zünikon wird vollständig autark betrieben. Solarpanels und ein Batteriespeicher versorgen die Anlage mit Energie, ein Netzanschluss ist nicht erforderlich. Damit kann Zürich Wind die Messkampagne unabhängig von der lokalen Netzinfrastruktur umsetzen.

Erfasst werden nicht nur Winddaten, sondern auch Aktivitäten von Fledermäusen. Diese Informationen sind für die weitere Projektentwicklung zentral, weil sie sowohl die Ertragsbeurteilung als auch mögliche umweltrechtliche Abklärungen vorbereiten.

Zeigen die Messdaten ein wirtschaftlich sinnvolles Potenzial für Windenergie, soll in einem nächsten Schritt eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag gegeben werden.

Windmesskampagne im Zürcher Weinland

  • Aufstellung eines 125 Meter hohen Windmessmasts in Zünikon ab der Woche vom 16. März 2026
  • Messdauer von mindestens einem Jahr
  • Erfassung von Windverhältnissen und Fledermausaktivitäten
  • Autarker Betrieb mit Solarpanels und Batteriespeicher

Zürich Wind veröffentlicht Messwerte laufend auf der Webseite

Zürich Wind betont den transparenten Austausch mit der lokalen Bevölkerung. Die aktuellen Messwerte sollen deshalb auf der Webseite von Zürich Wind veröffentlicht werden. Damit will die Kooperation Vertrauen und Akzeptanz für Windenergieprojekte stärken.

Die laufende Veröffentlichung der Daten ist im Schweizer Windenergiemarkt bemerkenswert. Zürich Wind verweist darauf, zu den ersten Projektentwicklern in der Schweiz zu gehören, die Messdaten bereits in der Phase der Erhebung öffentlich zugänglich machen.

«Zürich Wind gehört schweizweit zu den ersten Projektentwicklern im Bereich Windenergie, die die Daten der Windmessungen bereits in der Phase der Erhebung veröffentlichen»
Pascal Müller Zürich Wind

Mit diesem Vorgehen verbindet Zürich Wind die technische Standortprüfung mit einer frühzeitigen Information der Bevölkerung. Die Transparenz ist damit Teil der Projektentwicklung und nicht erst Thema in späteren Verfahrensschritten.

Weitere Messmasten in Ossingen und Rickenbach folgen

Nach den Osterferien sollen voraussichtlich auch in Ossingen und Rickenbach Windmessmasten installiert werden. Die Umsetzung hängt an allen drei Standorten von den Wetterbedingungen ab und kann kurzfristig verschoben werden.

Die drei Gemeinden Wiesendangen, Ossingen und Rickenbach stehen im Zusammenhang mit möglichen Standorten für Windenergieanlagen im kantonalen Richtplan. Mit den Messungen konkretisiert Zürich Wind nun die technische Prüfung in diesen Gebieten.

Damit rückt die Frage näher, ob im Zürcher Weinland künftig konkrete Windenergieprojekte weiterentwickelt werden können. Die Messdaten und die daraus berechnete Ertragsprognose bilden dafür die zentrale Grundlage.

Windenergie soll die Winterstromversorgung im Kanton Zürich stärken

Nach Angaben von Zürich Wind kann das vorhandene Windenergiepotenzial in den betroffenen Zürcher Gemeinden einen Beitrag zur erneuerbaren Stromproduktion leisten. Besonders relevant ist dabei die kalte Jahreshälfte. Windenergieanlagen produzieren laut Zürich Wind rund zwei Drittel ihres Stroms im Winter.

Gerade dann steigt der Stromverbrauch, während Photovoltaikanlagen weniger produzieren. Aus Sicht der Projektträger ergänzt Windenergie deshalb Solar- und Wasserkraft und kann die regionale, klimafreundliche Stromversorgung stärken.

Für Energieversorger und Netzbetreiber ist die Messkampagne im Zürcher Weinland deshalb mehr als eine lokale Abklärung. Sie ist ein praktischer Schritt in einer Phase, in der der Kanton Zürich mögliche Windstandorte konkretisieren und die Rolle der Windkraft im künftigen Energiemix besser abschätzen will.