Swiss Energypark bestätigt hohe Eigenversorgung
Der Swiss Energypark verzeichnete im Jahr 2025 eine erneuerbare Stromproduktion von 134.45 Gigawattstunden (GWh). Der gesamte Stromverbrauch im Versorgungsgebiet betrug 166.96 GWh. Damit konnten rund 81 Prozent des regionalen Strombedarfs mit lokal produzierter Energie gedeckt werden.
Das Versorgungsgebiet umfasst rund 21’000 Einwohnerinnen und Einwohner und wird durch das Netz der Société des Forces électriques de La Goule versorgt. Der Swiss Energypark gilt als eine der wenigen Regionen Europas, in denen ein grosser Teil des Stromverbrauchs bereits heute durch erneuerbare Energie gedeckt wird.
Die Kombination aus Windenergie, Wasserkraft und Photovoltaik sorgt für eine stabile Produktion über das ganze Jahr hinweg. Auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen konnte 2025 ein hoher Anteil erneuerbarer Stromproduktion erreicht werden.
Windkraft bleibt wichtigste Stromquelle im Energypark
Die Windenergie leistete erneut den grössten Beitrag zur Stromproduktion. Insgesamt erzeugten die Windkraftwerke im Swiss Energypark 86.50 GWh und damit rund 64 Prozent der gesamten erneuerbaren Stromproduktion.
Das Jahr 2025 war europaweit durch aussergewöhnlich schwache Windverhältnisse geprägt. Auch der Standort Juvent war davon betroffen. Dennoch produzierte das Windkraftwerk Juvent 72.6 GWh und lag damit vier Prozent über dem budgetierten Jahreswert.
Die Windenergie bleibt insbesondere im Winterhalbjahr ein zentraler Pfeiler der regionalen Stromversorgung und trägt wesentlich zur Versorgungssicherheit bei.
Wasserkraftproduktion erreicht historischen Tiefstand
Die Produktion des Wasserkraftwerks La Goule lag 2025 bei 16.29 GWh und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Anteil an der gesamten Stromproduktion betrug rund zwölf Prozent.
Ursache waren geringere Wassermengen sowie regulatorische Anpassungen. Höhere Restwassermengen sind erforderlich, um französische Umweltvorgaben einzuhalten.
Die Entwicklung zeigt, dass die Stromproduktion aus Wasserkraft zunehmend von klimatischen sowie regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird.
Photovoltaik wächst weiter im Versorgungsgebiet
Die Solarproduktion im Swiss Energypark erreichte 2025 insgesamt 31.66 GWh und damit 24 Prozent der Gesamtproduktion. Die Photovoltaikanlage Mont-Soleil produzierte 537.30 Megawattstunden und lag damit nahe beim langjährigen Durchschnitt.
Eine Analyse von EPFL, CSEM und der Berner Fachhochschule zeigt, dass die Anlage auch nach mehr als 30 Betriebsjahren eine kumulierte Leistungsdegradation von unter 8.5 Prozent aufweist.
Im Netzgebiet der Société des Forces électriques de La Goule sind inzwischen rund 20 Prozent der Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Damit liegt die Region deutlich über dem Schweizer Durchschnitt von rund 15 Prozent.
Netzintegration erneuerbarer Energien erfordert neue Lösungen
Mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik treten in sehr sonnigen Sommerperioden vermehrt lokale Produktionsspitzen auf. Diese dauern meist nur kurze Zeit, erfordern jedoch hohe Netzkapazitäten.
Eine rein infrastrukturelle Lösung würde erhebliche Kosten verursachen. Deshalb werden ergänzende technische Ansätze geprüft. Dazu gehört etwa das sogenannte Peak Shaving.
Analysen im Auftrag des Bundesamts für Energie zeigen, dass eine Begrenzung der Einspeiseleistung auf 70 Prozent der Wechselrichterleistung die Netzbelastung deutlich reduziert. Gleichzeitig bleiben die finanziellen Auswirkungen für typische Einfamilienhausanlagen sehr gering.
Stromproduktion im Swiss Energypark 2025
- Gesamtproduktion erneuerbarer Strom: 134.45 GWh
- Deckung des regionalen Strombedarfs: 81 Prozent
- Windenergie: 86.50 GWh bzw. 64 Prozent der Produktion
- Photovoltaik: 31.66 GWh bzw. 24 Prozent
- Wasserkraft: 16.29 GWh bzw. 12 Prozent
Swiss Energypark dient als Labor für die Energiezukunft
Der Swiss Energypark erstreckt sich über ein Gebiet von 251 Quadratkilometern zwischen dem Kanton Jura und dem Berner Jura. Er vereint unter anderem die Windstromproduktion von Juvent sowie die Wasserkraftproduktion des Staudamms La Goule.
Die Region weist ähnliche Eigenschaften auf wie jene, welche die Schweiz im Energiesystem der Zukunft erreichen möchte. Dadurch dient der Swiss Energypark als reale Testregion für neue Lösungen zur Integration erneuerbarer Energien.
Im Zusammenspiel von Innovation, Netzbetrieb und erneuerbarer Stromproduktion wird hier untersucht, wie Verteilnetze auch bei hohem Anteil erneuerbarer Energie zuverlässig betrieben werden können.







