Kanton Bern erteilt Konzession für Nutzung von Aarewasser

Der Ausbau der klimafreundlichen Wärmeversorgung in der Stadt Bern erreicht einen wichtigen Meilenstein. Der Grosse Rat hat die Konzession für die Nutzung des Aarewassers sowie die Baubewilligung für das geplante Fassungsbauwerk erteilt. Damit erhält Energie Wasser Bern grünes Licht für die weitere Planung des Fernwärmeprojekts im Nordosten der Stadt.

Bereits Ende 2024 hatte Energie Wasser Bern beim Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern ein entsprechendes Konzessionsgesuch eingereicht. Im Oktober 2025 hatte der Regierungsrat die Nutzung des Aarewassers für eine Dauer von 40 Jahren genehmigt und den Gesamtentscheid an den Grossen Rat weitergeleitet.

Mit dem Beschluss vom 4. März ist die Grundlage geschaffen, um das Projekt technisch weiterzuentwickeln und die Energiezentralen für das neue Wärmesystem zu planen.

Aare liefert Umweltwärme für neues Wärmesystem

Im Gegensatz zum Westen der Stadt, wo die Fernwärme hauptsächlich aus der Kehrichtverwertung der Energiezentrale Forsthaus stammt, muss im Nordosten zunächst eine neue erneuerbare Produktionsinfrastruktur aufgebaut werden.

Die zentrale Energiequelle bildet dabei Umweltwärme aus der Aare. Am westlichen Aareufer auf Höhe der Engehalde soll ein Fassungsbauwerk entstehen. Von dort wird Aarewasser durch eine bestehende Kaverne von Energie Wasser Bern geleitet.

In zwei Energiezentralen wird dem Wasser Wärme entzogen. Diese wird anschliessend über einen getrennten Kreislauf in das Fernwärmenetz eingespeist und versorgt die angrenzenden Quartiere mit lokal produzierter, klimafreundlicher Wärme.

Fernwärmeprojekt Bern Nordost im Überblick

  • Nutzung von Umweltwärme aus der Aare als zentrale Energiequelle
  • Konzession zur Wassernutzung für 40 Jahre erteilt
  • Baubewilligung für Fassungsbauwerk und Wassernutzungsanlage
  • Baustart der Energiezentralen und Infrastruktur ab 2027 geplant
  • Erste Wärmeversorgung für Liegenschaften ab Ende 2031 vorgesehen

Energie Wasser Bern sieht wichtigen Meilenstein erreicht

Mit der Konzession kann Energie Wasser Bern die Planung der Energiezentralen und der zugehörigen Infrastruktur weiter vorantreiben. Für das Projekt wurden im Vorfeld umfangreiche umwelttechnische Untersuchungen durchgeführt.

Die Erteilung der Konzession ist ein wichtiger Meilenstein für den Fernwärmeausbau Bern Nordost. Und die Erteilung der Baubewilligung, für welche wir unter anderem diverse umwelttechnische Untersuchungen durchführen mussten, unterstreicht, dass die Nutzung lokaler Energie aus der Aare unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und ohne spürbare Auswirkungen auf Flora und Fauna möglich ist.
Michael Balmer Gesamtprojektleiter, Energie Wasser Bern

Gemäss aktueller Planung sollen die Bauarbeiten für das Fassungsbauwerk und die Energiezentralen ab 2027 starten. Abgestimmt auf den Ausbau des Wärmenetzes könnten erste Gebäude ab Ende 2031 mit klimafreundlicher Wärme aus der Aare versorgt werden.