Die Stadtwerke Weisswasser, die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda und die Städtischen Werke Spremberg gehen bei der kommunalen Wärmewende in die nächste Phase. Mit dem unterzeichneten Planervertrag startet die konkrete ingenieurtechnische Planung ihres gemeinsamen Wärmetransformationsprojekts. Fraunhofer IEG begleitet das Vorhaben als wissenschaftlicher Konsortialpartner und bringt anwendungsnahe Forschung zur Integration und Machbarkeit zukunftsfester Energietechnologien ein.
Fraunhofer IEG begleitet die Wärmewende in der Lausitz
Das beauftragte Konsortium vereint Planungskompetenz und wissenschaftliche Expertise. Neben der federführenden Fichtner Gruppe gehören Fraunhofer IEG, das Forschungsunternehmen Solites sowie weitere lokale Partner dazu. Ziel ist es, technisch ausgereifte, wirtschaftlich tragfähige und langfristig belastbare Lösungen für die Wärmeversorgung der Region zu entwickeln.
Im Zentrum stehen Technologien wie Grosswärmepumpen, Solarthermie und saisonale Speicher. Gleichzeitig werden unterschiedliche Versorgungsszenarien verglichen, von eigenen Erzeugungsanlagen bis zu Kooperationsmodellen. Damit soll eine Grundlage entstehen, die auch für andere Energieversorger als Modell dienen kann.
«Wir sehen die Lausitz als Modellregion für die Wärmewende in Deutschland. Es war leicht hier fachliche Expertise und praxisnahe Umsetzungskompetenz in einem Konsortium zu bündeln»
Wichtige Eckpunkte der Planungsphase
- Drei Stadtwerke treiben die Wärmetransformation gemeinsam voran
- Geplant wird bis zur Genehmigungsreife auf Basis der Transformationsstudie von 2023
- Geprüft werden Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Fördermöglichkeiten
- Das Projekt wird durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze unterstützt
Planung schafft Grundlagen für Investitionen bis Mitte der 2030er Jahre
Seit 2020 arbeiten die drei Stadtwerke zusammen, um die Wärmeversorgung in der Lausitz zukunftsfähig aufzustellen. Die Transformationsstudie unter Leitung von Prof. Mario Ragwitz lieferte 2023 die erste wissenschaftliche Grundlage. Mit der aktuellen Beauftragung werden nun belastbare Grundlagen für strategische Investitionsentscheide geschaffen.
Die Leistung umfasst die ingenieurtechnische Planung bis zur Genehmigungsreife. Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte, wirtschaftlich tragfähige und zuverlässige Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. Die Ergebnisse der Planungen sollen in der zweiten Jahreshälfte vorliegen.
Bis 2027 soll klar sein, welche Investitionen für eine zukunftsfeste Wärmeerzeugung notwendig sind, wie wirtschaftlich diese im Vergleich zu klassischen Optionen ausfallen und welche Fördermittel zur Verfügung stehen. Erst auf dieser Basis sollen fundierte Investitionsentscheide getroffen werden. Damit rückt die wirtschaftliche Umsetzbarkeit der kommunalen Wärmewende ins Zentrum.
Stadtwerke setzen trotz politischer Unsicherheiten auf Wirtschaftlichkeit
Die Diskussionen über mögliche Änderungen am Gebäudeenergiegesetz sorgen laut den Beteiligten für Unsicherheit bei Bürgerinnen und Bürgern sowie in der Wohnungswirtschaft. An der wirtschaftlichen Notwendigkeit der Transformation ändere das jedoch nichts. Die drei Unternehmen wollen deshalb jetzt belastbare Antworten zu Kosten, Technologien und zeitlichen Etappen erhalten.
«Politische Rahmenbedingungen mögen sich ändern, aber die physikalische und wirtschaftliche Realität bleibt: Wir müssen unsere Wärmeerzeugung neu aufstellen»
Auch für Weisswasser steht die Planungsqualität im Vordergrund. Die gemeinsame Ausschreibung mit Hoyerswerda und Spremberg soll wirtschaftliche Vorteile mit Zugang zu erstklassiger Expertise verbinden. Damit wollen die Stadtwerke Lösungen identifizieren, die auch in 15 Jahren noch tragfähig sind.
«Für Weisswasser ist klar: Wir brauchen fundierte Planungen, um die Wärmewende erfolgreich zu gestalten. Die gemeinsame Ausschreibung mit Hoyerswerda und Spremberg war der richtige Weg – sie bringt uns nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch Zugang zu erstklassiger Expertise»
Gemeinsame Ausschreibung wird zum Modell für kommunale Wärmeprojekte
Die gebündelte Vergabe wird von den Projektpartnern als Erfolg gewertet. Nach ihren Angaben führte die gemeinsame Ausschreibung zu qualitativ hochwertigen Angeboten und zu wirtschaftlichen Vorteilen. Damit gewinnt auch der Kooperationsansatz für andere kommunale Wärmeprojekte an Gewicht.
Für die drei Stadtwerke ist die jetzige Phase entscheidend, weil sie die Grundlage für spätere Investitionen schafft. Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und strategische Unabhängigkeit bilden die zentralen Kriterien der weiteren Planung. Das Projekt in der Lausitz könnte damit über die Region hinaus Signalwirkung für die kommunale Wärmewende entfalten.
«Die gemeinsame Ausschreibung hat sich ausgezahlt – wir haben nicht nur qualitativ hochwertige Angebote erhalten, sondern auch wirtschaftliche Vorteile durch die gebündelte Vergabe erzielt. Das zeigt, dass Kooperation der Schlüssel zum Erfolg ist»







