Die Herausforderungen für die Schweizer Energiebranche sind gross und vielschichtig. Zwischen energiepolitischem Anspruch und der praktischen Umsetzung klafft oft eine Lücke. Genau diese Differenz steht am Schweizerischen Stromkongress 2026 in Bern im Zentrum.
Schweizerischer Stromkongress 2026 verbindet Politik, Wirtschaft und Branche
Der Schweizerische Stromkongress 2026 startet am 15. Januar in Bern und wird von den Dachverbänden VSE und Electrosuisse organisiert. Er bietet eine Plattform für den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Energiebranche und Wissenschaft. Inhaltlich geht es unter anderem um eine langfristig gesicherte Versorgung mit erneuerbarer Energie, bezahlbare Preise, die Dekarbonisierung des Energiesystems und die Umsetzung des Stromgesetzes.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit der EU sowie der Aus- und Umbau von Produktion und Netzen. Damit greift der Kongress zentrale Fragen auf, die für die Versorgungssicherheit besonders im Winterhalbjahr entscheidend sind. Das Leitthema «Mind the Gap» rückt die Lücke zwischen Zielbild und erwarteter Entwicklung bewusst in den Vordergrund.
Stromkongress 2026 in Kürze
- Start am 15. Januar 2026 in Bern, organisiert von VSE und Electrosuisse
- Leitthema «Mind the Gap» mit Fokus auf Versorgungssicherheit und Winterhalbjahr
- VSE Stromversorgungs-Index 2026 als Frühwarnsystem mit Bewertung 69 von 100 Punkten im Jahr 2050
VSE Stromversorgungs-Index 2026 zeigt Handlungsbedarf
Am Stromkongress präsentiert der VSE den neu lancierten Stromversorgungs-Index 2026. Der Index ist als Frühwarnsystem für die zukünftige Versorgungssicherheit konzipiert und zeigt den erwarteten Versorgungsgrad der kommenden Jahre. Ein besonderer Fokus liegt auf dem kritischen Winterhalbjahr, in dem die Schweiz vor den grössten Herausforderungen steht.
Die ausgewiesenen Ergebnisse sind aus Sicht des VSE besorgniserregend. Für das Jahr 2050 erreicht die Schweiz 69 von 100 Punkten. Damit liefert der Index eine Grundlage für die Diskussion, wie die Versorgungslücke in den kommenden Jahren geschlossen werden kann.
Podien zu EU-Zusammenarbeit und Netzinfrastruktur
Energiepolitische Fragen werden am Kongress auch in Podiumsdiskussionen eingeordnet. Teilnehmende aus Politik, Industrie und Energiebranche diskutieren Chancen, Risiken und mögliche Wege zwischen Souveränität und Integration. Dabei stehen auch Themen wie die Zusammenarbeit mit der EU und die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Stromsystems im Fokus.
Zum Thema Netze geht es um die koordinierte Erweiterung der Infrastruktur und die Zusammenarbeit zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern. Ebenfalls angesprochen wird die grenzüberschreitende Kooperation im Netzbetrieb zwischen der Schweiz und Frankreich. Zum Abschluss gibt Benoît Revaz, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), einen Einblick in die aktuelle Energiepolitik des Bundes und ordnet zentrale Themen ein.







