Feldschlösschen-Areal in Rheinfelden mit neuer Holzschnitzel-Dampfanlage und Kamin.
Die neue Holzschnitzel-Dampfanlage auf dem Feldschlösschen-Areal in Rheinfelden produziert regionale Prozesswärme und unterstützt die Dekarbonisierung der Brauerei. zvg
Sektorkopplung (Wärme, Gas, Strom) 24. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit

Feldschlösschen Holzschnitzel-Dampf senkt CO2

Die neue Holzschnitzel-Dampfanlage in Rheinfelden senkt fossile Prozesswärme und spart bei Feldschlösschen rund 3’500 Tonnen CO2 pro Jahr.

Die Wärmeverbund Rheinfelden AG und Feldschlösschen haben auf dem Areal der Brauerei in Rheinfelden eine neue holzschnitzelbefeuerte Dampferzeugungsanlage in Betrieb genommen. Seit diesem Frühjahr liefert die Anlage Energie für die Brauerei und unterstützt indirekt den Wärmeverbund Rheinfelden Mitte bei der Abdeckung der Spitzenlast.

Das Projekt ist ein wichtiger Schritt in der Dekarbonisierung der industriellen Prozesswärme. Es reduziert den Einsatz fossiler Energieträger deutlich und stärkt zugleich die regionale Wertschöpfung, weil Waldholzschnitzel aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Umgebung eingesetzt werden.

Feldschlösschen deckt ein Drittel des Wärmebedarfs regional

Die neue Anlage produziert Dampf aus regionalen Waldholzschnitzeln. Auf Jahresbasis deckt sie rund ein Drittel des Wärmebedarfs von Feldschlösschen. Die Holzversorgung erfolgt über den Forstbetrieb Rheinfelden in Zusammenarbeit mit weiteren Forstbetrieben der Region.

Mit einer installierten Leistung von 2.3 Megawatt entspricht die Anlage dem Wärmeleistungsbedarf von rund 400 modernen Einfamilienhäusern. Pro Jahr sollen voraussichtlich 10 bis 12 Gigawattstunden Energie erzeugt werden. Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe können bei Feldschlösschen künftig rund 3’500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Mit der neuen Anlage kommen wir unserem Ziel einer weitgehend fossilfreien Wärmeversorgung einen grossen Schritt näher
Thomas Janssen Leiter Nachhaltigkeit, Feldschlösschen

AEW betreibt die Anlage im Contracting-Modell

Die Wärmeverbund Rheinfelden AG und Feldschlösschen haben für die Anlage einen langfristigen Contracting-Vertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Die Wärmeverbund Rheinfelden AG ist ein Tochterunternehmen der AEW Energie AG und wurde 2014 gemeinsam mit der Stadt Rheinfelden gegründet. AEW und Stadt Rheinfelden halten je 50 % der Aktien.

Die AEW verantwortet im Auftrag der Wärmeverbund Rheinfelden AG den Betrieb, die Wartung sowie die Beschaffung der Holzhackschnitzel. Feldschlösschen sorgt für die Einbindung der Anlage in das bestehende Energiesystem der Brauerei. Die Investition in die Anlage beträgt rund 6.4 Millionen Franken.

Regionale Prozesswärme für Feldschlösschen

  • Installierte Leistung der Holzschnitzel-Dampfanlage: 2.3 Megawatt.
  • Erwartete Jahresproduktion: 10 bis 12 Gigawattstunden Energie.
  • CO2-Einsparung bei Feldschlösschen: rund 3’500 Tonnen pro Jahr.
  • Investition in die Anlage: rund 6.4 Millionen Franken.
  • Contracting-Vertrag zwischen WVR und Feldschlösschen: 25 Jahre.
Mit diesem Projekt zeigt die Wärmeverbund Rheinfelden AG, wie die Dekarbonisierung von Prozesswärme konkret und regional verankert umgesetzt werden kann.
Marc Ritter CEO der AEW und Präsident des Verwaltungsrats der WVR

Holzschnitzel-Dampfanlage integriert sich ins Schlossareal

Die Einbindung der Anlage in die historische Bausubstanz des Feldschlösschen-Areals war anspruchsvoll. Auch die engen Platzverhältnisse stellten besondere Anforderungen an Planung und Bau. Der neue 32 Meter hohe Kamin wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege gestaltet, damit er sich in das Erscheinungsbild des Areals einfügt.

Die neue Anlage ergänzt bestehende erneuerbare Energiequellen der Brauerei. Dazu gehören Biogas aus der Abwasserbehandlung sowie Alkohol aus der Produktion alkoholfreier Biere, der energetisch genutzt wird. Damit entsteht ein breiterer erneuerbarer Energiemix für den Brauereibetrieb.

Rheinfelden öffnet Anlage für die Bevölkerung

Die Bevölkerung kann die neue Holzschnitzel-Dampfanlage am 23. September 2026 im Rahmen eines Tags der offenen Tür besichtigen. Interessierte erhalten vor Ort Einblick in die Funktionsweise der Anlage. Mit Abschluss der Bauarbeiten stehen auch die Parkplätze vor dem Feldschlösschen Restaurant wieder uneingeschränkt zur Verfügung.

Das Projekt zeigt, wie Stadt, Energieversorger und produzierende Industrie gemeinsam eine regionale Lösung für erneuerbare Wärme umsetzen. Für Energieversorger ist die Anlage ein Beispiel für die Dekarbonisierung von Prozesswärme im Contracting-Modell. Für Rheinfelden stärkt das Projekt die lokale Energieversorgung und die Nutzung regionaler Ressourcen.

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