Photovoltaikanlage und Batteriespeicher als Elemente des Schweizer Stromsystems
Photovoltaikinstallationen Schweiz - Quelle: BFE 2025: Statistik Sonneneneraie, Proanose durch Swissolar • Erstellt mit Datawrapper
Studien 9. Juli 2026 · 3 Min Lesezeit

Swissolar fordert bessere Regeln für Solarstrom

Die Solarstatistik zeigt 9.5 Gigawatt PV-Leistung und starkes Speicherwachstum. Swissolar fordert bessere Regeln für den Ausbau.

Photovoltaikanlage und Batteriespeicher als Elemente des Schweizer Stromsystems
Behind-the-meter-Batteriespeicher Schweiz - Quelle: BFE 2026: Statistik Sonnenenergie, Prognose durch Swissolar • Erstellt mit Datawrapper

Photovoltaik trägt neue erneuerbare Energien deutlich

Das Bundesamt für Energie hat die Solarenergie-Statistik für 2025 veröffentlicht. Sie weist eine installierte Photovoltaikleistung von 9.5 Gigawatt aus. Die Anlagen lieferten im vergangenen Jahr knapp 8 Terawattstunden Strom und deckten damit nahezu 14 Prozent des Strom-Endverbrauchs.

Solarstrom stellte damit den grössten Teil der Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien ohne Wasserkraft. Insgesamt lag diese Produktion bei 10.3 Terawattstunden. Das Zwischenziel der Energiestrategie 2050 von 11.4 Terawattstunden im Jahr 2035 dürfte bereits 2026 erreicht werden.

Swissolar sieht dennoch Handlungsbedarf. Für das mit dem Stromgesetz neu gesetzte Ziel von 45 Terawattstunden erneuerbarer Energien ausserhalb der Wasserkraft bis 2050 brauche es verbesserte Rahmenbedingungen. Im Zentrum stehen der weitere Photovoltaik-Ausbau, lokale Strommodelle und die Verbindung mit Batteriespeichern.

Solarenergie-Statistik 2025

  • Die installierte Photovoltaikleistung erreichte Ende 2025 rund 9.5 Gigawatt.
  • Solarstrom lieferte knapp 8 Terawattstunden und nahezu 14 Prozent des Strom-Endverbrauchs.
  • Die Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen gingen gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent zurück.
  • Die neu installierte Batteriespeicherkapazität stieg um 70 Prozent auf 490 Megawattstunden.

PV-Markt reagiert auf neue Strommarktbedingungen

Die Statistik zeigt erstmals seit 2017 einen Rückgang bei den neu installierten Photovoltaikanlagen. Die Neuinstallationen lagen 26 Prozent unter dem Vorjahr. Swissolar wertet dies als Zeichen für Verunsicherung in der Energie- und Strompolitik des Bundes sowie als Ausdruck eines strukturellen Wandels im Photovoltaik-Markt.

Der starke Ausbau der Solarstromproduktion verändert die Preisstruktur am Strommarkt. Über Mittag und im Sommer sinken die Preise häufiger, während Strom in den Morgen- und Abendstunden sowie im Winter an Bedeutung gewinnt. Dadurch wird lokal gespeicherter und direkt verbrauchter Solarstrom wirtschaftlich wichtiger.

Mit dem Stromgesetz wurden neue Instrumente eingeführt, um Solarstrom stärker auf den Verbrauch auszurichten. Dazu zählen virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch, lokale Elektrizitätsgemeinschaften und die Netzentgelt-Befreiung für Batteriespeicher. Swissolar fordert insbesondere bei den lokalen Elektrizitätsgemeinschaften Korrekturen.

Swissolar fordert Nachbesserungen bei LEG und Förderung

Bei lokalen Elektrizitätsgemeinschaften sieht Swissolar Konstruktionsfehler. Der Rabatt auf die Netznutzung soll nach Ansicht des Branchenverbands von 40 auf 60 Prozent erhöht werden. Bei Nutzung mehrerer Netzebenen soll der Rabatt von 20 auf 40 Prozent steigen.

Zudem fordert Swissolar, dass Strom zwischen den Netzebenen 5 und 7 sowie in umgekehrter Richtung gehandelt werden kann. Diese Anpassungen sollen lokale Strommodelle vereinfachen und attraktiver machen. Der Verband ruft Bundesrat und Parlament dazu auf, entsprechende Vorstösse rasch umzusetzen.

Auch bei der künftigen Abnahmevergütung sieht Swissolar Handlungsbedarf. Ab 2027 wird die Vergütung mit Übergangsfrist bis 2028 neu geregelt und am Stundenmarktpreis ausgerichtet. Um die Investitionssicherheit zu stärken, verlangt Swissolar eine stärkere Erhöhung der Einmalvergütung per April 2027 als vom Bundesrat vorgeschlagen.

Batteriespeicher gewinnen für Solarstrom an Bedeutung

Batteriespeicher sind für Swissolar ein zentrales Element der nächsten Phase des Photovoltaik-Ausbaus. Sie machen Solarstrom zeitlich flexibler nutzbar und helfen, Produktion und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig können sie Netzeinspeisung bei tiefen Marktpreisen reduzieren.

Der Markt entwickelte sich 2025 stark. Neu installiert wurden 490 Megawattstunden Speicherkapazität, 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Ende 2025 waren mehr als 93’000 Batteriespeichersysteme installiert, 42 Prozent mehr als 2024.

Die gesamte installierte Kapazität lag Ende 2025 bei 1’380 Megawattstunden. Damit könnte der Tagesverbrauch von rund 140’000 Haushalten gedeckt werden. In diesen Zahlen sind Front-of-the-meter-Speicher der Netzbetreiber nicht enthalten.

Verteilnetzbetreiber sollen Speicher netzdienlich steuern

Swissolar sieht weiteres Potenzial bei der Kombination von Photovoltaik, Batteriespeichern und Elektromobilität. Dieses Potenzial sei für eine kostengünstige, stabile und effiziente Energieversorgung erst teilweise erkannt. Entscheidend sei ein intelligenter Betrieb der Speicher im Verteilnetz.

Verteilnetzbetreiber sollen nach Ansicht des Verbands mit dynamischen Bezugs- und Abnahmetarifen Anreize für netzdienliches Verhalten schaffen. Einheitliche Datenstandards sollen den intelligenten Betrieb zusätzlich erleichtern. Auf Bundesebene fordert Swissolar eine rasche nationale Speicherstrategie.

Für 2026 erwartet Swissolar eine Stabilisierung der Photovoltaik-Installationen mindestens auf dem Niveau von 2025. Solarstrom dürfte knapp 17 Prozent des Strom-Endverbrauchs decken. Bei Batteriespeichern rechnet Swissolar mit einer erneuten Verdoppelung der neu installierten Kapazität gegenüber dem Vorjahr.

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