Göscheneralpsee mit Staudamm und geplanter Dammerhöhung zur Stärkung der Winterstromversorgung
Die geplante Dammerhöhung am Göscheneralpsee soll das Speichervolumen um rund 28 Prozent erhöhen und mehr Stromproduktion in den Winter verschieben. zvg
Projekte 9. Juli 2026 · 4 Min Lesezeit

KWG Dammerhöhung Göscheneralpsee startet Bauplanung

Die KWG startet die Bauprojektierung für die Dammerhöhung am Göscheneralpsee und will damit die Winterstromversorgung stärken.

Die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) treibt eines der 16 national priorisierten Wasserkraftprojekte weiter voran. Nach vertieften Abklärungen zur geplanten Dammerhöhung am Göscheneralpsee hat der Verwaltungsrat beschlossen, die konkrete Bauprojektierung auszulösen.

Geplant ist eine Erhöhung des bestehenden Staudamms um 15 Meter. Dadurch würde das Speichervolumen des Göscheneralpsees um rund 28 Prozent steigen. Die zusätzliche Speicherkapazität soll vor allem dazu dienen, Stromproduktion vom Sommer in die Wintermonate zu verschieben.

Göscheneralpsee-Projekt kommt in die Bauplanung

Die vertiefte Prüfung der Dammerhöhung startete Anfang 2024 unter der Führung von CKW. Beteiligt waren Fachleute von SBB, Axpo sowie externe Dienstleister. Im Vorprojekt wurden technische, ökologische, rechtliche, politische und wirtschaftliche Aspekte untersucht.

Nach diesen Abklärungen sieht die KWG keine Punkte, die das Vorhaben grundsätzlich verunmöglichen. Das Projekt gehört damit zu den ersten Wasserkraftprojekten von nationalem Interesse, die in die Phase der konkreten Bauprojektierung übergehen.

Die durchgeführten Abklärungen zur technischen Umsetzbarkeit, ökologischen Verträglichkeit sowie zur Wirtschaftlichkeit inklusive Restwertvereinbarung zeigten keine Punkte auf, die das Projekt grundsätzlich verunmöglichen. Wir freuen uns, jetzt den nächsten Planungsschritt in diesem national wichtigen Projekt zu starten
Angela Krainer Präsidentin des Verwaltungsrates, Kraftwerk Göschenen AG

Eckpunkte der Dammerhöhung am Göscheneralpsee

  • Der bestehende Staudamm soll um 15 Meter erhöht werden.
  • Das Speichervolumen des Göscheneralpsees würde um rund 28 Prozent steigen.
  • In der Reusskaskade könnten rund 60 GWh Stromproduktion vom Sommer in den Winter verschoben werden.
  • Die Ausarbeitung des Bauprojekts dauert voraussichtlich bis Frühling 2027.

Mehr Winterstrom für die Reusskaskade

Mit der Dammerhöhung kann das Kraftwerk nur geringfügig mehr Energie produzieren. Entscheidend ist die zeitliche Verschiebung der Produktion. Durch das grössere Speichervolumen lässt sich ein ansehnlicher Teil der Sommerproduktion in das Winterhalbjahr verlagern.

In der gesamten Reusskaskade mit den Kraftwerken Göschenen, Wassen und Amsteg rechnet die KWG mit einer Produktionsverschiebung von rund 60 GWh. Das entspricht der Jahresstrommenge von rund 13’500 Vierpersonen-Haushalten mit einem Verbrauch von 4’500 kWh pro Jahr.

Die Dammerhöhung leistet damit einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz. Gerade im Winter ist zusätzliche Flexibilität im Stromsystem zentral, weil der Strombedarf hoch ist und die Produktion aus Photovoltaik saisonal tiefer ausfällt.

Technische Prüfung bestätigt Machbarkeit

Die bisherigen Variantenstudien zeigen, dass der bestehende Staudamm um 15 Meter erhöht werden kann. Nach Angaben der KWG bleiben zentrale Sicherheitsanforderungen wie Hochwassersicherheit und Erdbebensicherheit auch bei einer Erhöhung gewährleistet.

Auch bei den Wasserzuleitungen aus den Gebieten Voralp und Tiefenbach sowie bei den Triebwasserwegen zu den Turbinen wurden keine unüberwindbaren Hindernisse erkannt. Damit ist die technische Basis für die nächste Planungsphase gegeben.

Die Ausarbeitung des Bauprojekts soll voraussichtlich bis Frühling 2027 dauern. Danach wird das Projekt öffentlich aufgelegt. Ein Investitionsentscheid mit anschliessendem Baustart ist frühestens 2029 zu erwarten.

Restwertvereinbarung sichert Wirtschaftlichkeit ab

Ein zentrales Element für das Projekt ist die Restwertvereinbarung. Die bestehenden Konzessionen zur Nutzung der Wasserkräfte der Göscheneralp-, Voralp- und Furkareuss sowie des Lochbachs laufen im Jahr 2043 aus.

Aufgrund dieser vergleichsweise kurzen verbleibenden Restnutzungsdauer wäre die Wirtschaftlichkeit der Dammerhöhung ohne Restwertvereinbarung nicht gegeben. Mit der Vereinbarung soll der nicht amortisierbare Restwert der Investition am Ende der Konzession abgesichert werden.

Die KWG hat mit dem Kanton Uri sowie den Korporationen Uri und Urseren eine entsprechende Vereinbarung erarbeitet. Diese wird nun zusammen mit der erforderlichen Zusatzkonzession den zuständigen Gremien zur Genehmigung vorgelegt.

Wir freuen uns über die erzielte Einigung sowie die weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kanton Uri und den beiden Korporationen
Angela Krainer Präsidentin des Verwaltungsrates, Kraftwerk Göschenen AG

Ökologische Ersatzmassnahmen bleiben Teil der Planung

Parallel zu den technischen und wirtschaftlichen Abklärungen prüfte das Projektteam auch die gesetzlich geforderten Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen. Dazu trat die KWG in einen Dialog mit den Umweltschutzorganisationen.

In vielen Punkten besteht nach Angaben der KWG Einigkeit. Die Umweltschutzverbände tragen eine Dammerhöhung um 15 Meter grundsätzlich mit. Offen sind noch weitergehende Ausgleichsmassnahmen, welche die 16 priorisierten nationalen Wasserkraft-Ausbauprojekte zusätzlich erbringen müssen.

Die KWG zeigt sich zuversichtlich, dass auch für diese offenen Fragen tragfähige Lösungen gefunden werden können. Die ökologische Planung bleibt damit ein zentraler Bestandteil des Bauprojekts.

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