
BKW Halbjahresgewinn steigt trotz tieferem EBIT
Die BKW erzielt im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 217.6 Mio. CHF. Für 2026 erwartet sie den EBIT nun im unteren Bereich des Zielbands.
Die BKW hat das erste Halbjahr 2026 mit einer Gesamtleistung von 2'182.5 Mio. CHF abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 3.1 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um 10.1 Prozent auf 387.9 Mio. CHF. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) ging um 15.1 Prozent auf 263.7 Mio. CHF zurück.
Der ausgewiesene Reingewinn erhöhte sich dagegen um 7.0 Prozent auf 217.6 Mio. CHF. Dazu trug die gute Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Mühleberg bei. Bereinigt um die Fondsperformance und die entsprechenden Steuereffekte lag der operative Reingewinn bei 169.1 Mio. CHF nach 210.4 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum.
BKW im ersten Halbjahr 2026
- Gesamtleistung: 2'182.5 Mio. CHF, minus 3.1 Prozent
- EBITDA: 387.9 Mio. CHF, minus 10.1 Prozent
- EBIT: 263.7 Mio. CHF, minus 15.1 Prozent
- Reingewinn: 217.6 Mio. CHF, plus 7.0 Prozent
- Investitionen: 209.7 Mio. CHF
Energy Solutions belastet das Halbjahresergebnis der BKW
Das Geschäftsfeld Energy Solutions erreichte eine Gesamtleistung von 950.7 Mio. CHF nach 992.0 Mio. CHF im ersten Halbjahr 2025. Das EBITDA sank um 21.2 Prozent auf 193.7 Mio. CHF und das EBIT um 24.2 Prozent auf 156.9 Mio. CHF. Belastend wirkten tiefe Pegelstände, ein geringes Windaufkommen und temporäre Marktverwerfungen infolge der Situation im Nahen Osten.
Positiv wirkten sich dagegen frühzeitig abgesicherte Strommengen aus. Die BKW hatte Strom für das Kalenderjahr 2026 bereits drei Jahre zuvor zu hohen Terminmarktpreisen abgesichert. Zusätzliche Ertragschancen entstanden durch Preisschwankungen bei Systemdienstleistungen und im Intraday-Handel, insbesondere während der Hitzeperiode im Juni.
Auch die Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Leibstadt beeinflusste das Ergebnis positiv. Die Stromproduktion aus Wasser und Wind blieb dagegen aufgrund der Umweltbedingungen unter dem Vorjahresniveau.
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Power Grid bleibt stabil und investiert weiter ins Verteilnetz
Power Grid erzielte im ersten Halbjahr eine Gesamtleistung von 322.8 Mio. CHF und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 319.3 Mio. CHF. Das EBITDA nahm um 2.3 Prozent auf 122.8 Mio. CHF zu. Das EBIT sank um 1.9 Prozent auf 68.0 Mio. CHF.
Die Energiedurchleitung lag über dem Vorjahreswert und unterstützte damit Gesamtleistung und Ergebnis. Gleichzeitig erhöhten sich aufgrund der hohen Investitionstätigkeit in die Netzinfrastruktur die Abschreibungen. Mit 87.5 Mio. CHF floss der grösste Teil der Investitionen des ersten Halbjahres in das Verteilnetz.
Ende Juni waren rund 35'500 erneuerbare Stromerzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.2 Gigawatt an das BKW Verteilnetz angeschlossen. Gleichzeitig beschleunigte die BKW den Smart-Meter-Rollout. Die Zahl installierter intelligenter Stromzähler stieg von rund 135'000 Ende 2025 auf 211'000 Ende Juni 2026.
Infrastructure & Buildings steigert die Profitabilität
Im Geschäftsfeld Infrastructure & Buildings sank die Gesamtleistung um 2.6 Prozent auf 932.8 Mio. CHF. Gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität. Das EBITDA stieg um 5.8 Prozent auf 75.7 Mio. CHF und das EBIT um 12.8 Prozent auf 34.7 Mio. CHF.
Die EBIT-Marge erhöhte sich um 0.5 Prozentpunkte auf 3.7 Prozent. Nach Angaben der BKW trugen insbesondere margenstarke Projekte in den Bereichen Engineering und Hochleitungsbau sowie der Ausbau des Servicegeschäfts in der Gebäudetechnik zur Entwicklung bei.
Herausfordernd bleiben hingegen die Marktbedingungen im Photovoltaik-Geschäft. Insgesamt investierte die BKW im Geschäftsfeld Infrastructure & Buildings 44.9 Mio. CHF, hauptsächlich in organisches Wachstum.
BKW investiert in Windkraft, Speicher und Netzinfrastruktur
Die Investitionen der BKW beliefen sich im ersten Halbjahr auf insgesamt 209.7 Mio. CHF nach 226.7 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 65.5 Mio. CHF auf Energy Solutions. In Apulien nahm der Windpark Cerignola nach zwölf Monaten Bauzeit vollständig den Betrieb auf. Mit 125 Megawatt Leistung und einer Jahresproduktion von mehr als 310 Gigawattstunden zählt er zu den grössten Windparks im Portfolio der BKW.
In Mühleberg hat die BKW zudem mit Swissgrid eine Grundsatzvereinbarung über eine Netzanschlusskapazität von 400 Megawatt für die geplante Grossbatterieanlage abgeschlossen. Beim Partnerwerk Kraftwerke Oberhasli starteten ausserdem die Bauarbeiten für Grimsel 4. Das neue Pumpspeicherwerk zwischen dem Grimsel- und dem Räterichsbodensee soll die Flexibilität der Grimselanlage erhöhen.
In Frankreich verstärkte die BKW ihre Aktivitäten durch die Übernahme des Energieversorgers Volterres. Die Investitionen und Projekte sind Teil der Strategie «Solutions 2030», mit der die BKW ihr Produktionsportfolio auf 4.7 Gigawatt erhöhen und den Anteil erneuerbarer Energieproduktion ausbauen will.
BKW bestätigt EBIT-Zielband für das Gesamtjahr
Für die zweite Jahreshälfte erwartet die BKW eine stärkere Entwicklung in den Geschäftsfeldern Infrastructure & Buildings und Energy Solutions. Power Grid dürfte sich nach Einschätzung des Unternehmens weiterhin stabil entwickeln. Damit rechnet die BKW für das Gesamtjahr weiterhin mit einem EBIT innerhalb des zu Jahresbeginn genannten Zielbands.
Die Erwartung wird jedoch konkretisiert. Für 2026 geht die BKW von einem EBIT im unteren Bereich des Zielbands von 650 Mio. CHF bis 750 Mio. CHF aus. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr wird damit insbesondere für das Erreichen des Jahresziels entscheidend.



