v.l.n.r.: Dermot Fleischmann, Chief Commercial Officer Germany bei E.ON Energy Infrastructure Solutions, und Jörg Heidelberg, Chief Operating Officer der MEYER WERFT, bei der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung.
v.l.n.r.: Dermot Fleischmann, Chief Commercial Officer Germany bei E.ON Energy Infrastructure Solutions, und Jörg Heidelberg, Chief Operating Officer der MEYER WERFT, bei der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung. zVg
M&A / Kooperationen 21. September 2026 · 3 Min Lesezeit

E.ON und MEYER WERFT 25 Prozent weniger CO₂

E.ON und MEYER WERFT starten eine langfristige Energiepartnerschaft. Fünf Projekte sollen die CO₂-Emissionen in Papenburg bis 2030 deutlich senken.

E.ON und die MEYER WERFT haben eine langfristige Partnerschaft für ein umfassendes Energiekonzept an den deutschen Werftstandorten der MEYER Gruppe vereinbart. In einem ersten Schritt sollen die CO₂-Emissionen am Standort Papenburg bis 2030 um rund 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2022 sinken.

Grundlage ist ein Rahmenvertrag, der die Entwicklung und Umsetzung konkreter Energieprojekte regelt. Gleichzeitig wurden fünf Projektentwicklungsverträge für erste Dekarbonisierungsmassnahmen geschlossen. E.ON übernimmt die erforderlichen Investitionen in die Energieanlagen. Die MEYER WERFT soll die Infrastruktur auf Pachtbasis nutzen. Für die ersten Massnahmen bis 2030 plant E.ON Investitionen von bis zu 38 Millionen Euro.

Fünf Projekte für den Werftstandort Papenburg

Im Mittelpunkt stehen die Elektrifizierung der Wärmeversorgung, eine effizientere Lüftung, Photovoltaik sowie eine bidirektionale Landstromversorgung. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen.

Bidirektionale Landstromversorgung

Am Ausrüstungspier soll eine bidirektionale Landstromversorgung entstehen. Der während des Probebetriebs von Schiffsmotoren und Stromgeneratoren an Bord erzeugte Strom kann derzeit nicht genutzt werden. Künftig soll Strom sowohl vom Schiff an Land als auch von Land zum Schiff übertragen werden können.

Wärmepumpe ersetzt Öl-Gas-Heizung

Eine neue Luftwärmepumpe soll perspektivisch die bestehende Öl-Gas-Heizung für die Gebäude ersetzen. Dazu ist vorgesehen, das Gasleitungssystem in den Schiffbauhallen durch ein wassergeführtes System zu ersetzen.

Elektrische Heizstrahler für die Produktion

Bei der Beheizung von Bauteilen sollen elektrische Strahler die bislang eingesetzten Gas-Heizstrahler ablösen. Eine bedarfsgerechte Steuerung soll zusätzlich helfen, den Energieverbrauch zu optimieren.

Wärmerückgewinnung bei der Lüftung

Auch die Lüftungsanlage soll erneuert werden. Durch Wärmerückgewinnung und eine optimierte Luftverteilung erwarten die Unternehmen Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz.

Fünf Megawatt Photovoltaik auf den Werfthallen

Auf einer Dachfläche von 24’500 Quadratmetern ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund fünf Megawatt Peak vorgesehen. Der erzeugte Solarstrom soll direkt am Werksstandort eingesetzt werden.

E.ON plant bis zu 38 Millionen Euro Investitionen

«Mithilfe eines starken Partners wie E.ON wollen wir bei der MEYER WERFT unseren Beitrag zur CO2-Redduktion leisten. Wir setzen dabei nicht nur auf die schrittweise Dekarbonisierung des Standortes und eine zukunftsfähige Produktion, sondern haben auch umweltfreundlichere Kreuzfahrtschiffe der Zukunft im Visier», sagt Jörg Heidelberg, Chief Operating Officer der MEYER WERFT.

Die Werft entwickelt im Rahmen ihrer Konzeptstudie «Vision» derzeit auch batterieelektrisch betriebene Kreuzfahrtschiffe.

Dermot Fleischmann, Chief Commercial Officer Germany bei E.ON Energy Infrastructure Solutions, erklärt: «Die Dekarbonisierung der Industrie ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Entscheidend ist, dass neue Energielösungen nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sind.»

Weitere Projekte für die NEPTUN WERFT geplant

Umfang, Zeitplan und konkrete Ausgestaltung der Projekte hängen noch von weiteren Planungen sowie technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen ab. Die Zusammenarbeit soll zugleich über Papenburg hinausgehen. Für die NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde, die ebenfalls zur MEYER Gruppe gehört, befinden sich vergleichbare Projekte bereits in Planung.

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