Romande Energie und E4S entwickeln gemeinsam Lösungen für Flexibilität im Stromnetz
Romande Energie und E4S verlängern ihre Partnerschaft und rücken die Flexibilität von Stromproduktion und Stromverbrauch stärker in den Mittelpunkt. zvg
M&A / Kooperationen 18. August 2026 · 4 Min Lesezeit

Romande Energie und E4S treiben Flexibilität voran

Romande Energie und E4S verlängern ihre Partnerschaft und rücken flexible Stromnutzung als Schlüssel für Solarenergie, Netze und Elektrifizierung ins Zentrum.

Mit der erneuerten Zusammenarbeit wollen Romande Energie und das Enterprise for Society Center (E4S) praxisnahe Lösungen für die Transformation des Energiesystems entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Flexibilität von Stromproduktion und Stromverbrauch. Sie gewinnt mit dem Ausbau der Photovoltaik, der Elektromobilität, von Wärmepumpen und weiteren elektrischen Anwendungen an Bedeutung.

Romande Energie und E4S verbinden Praxis und Forschung

Die verlängerte Vereinbarung baut auf der bisherigen Zusammenarbeit auf. Romande Energie stellt Erfahrungen und Elemente für Studien zur Verfügung, während Studierende und Forschende konkrete Fragestellungen aus der Energiewirtschaft bearbeiten können. Zudem können Studierende des gemeinsam von EPFL, HEC-UNIL und IMD angebotenen Masterprogramms «Sustainable Management and Technology» Praktika bei Romande Energie absolvieren.

Für angewandte Projekte sollen weitere Arbeitsthemen definiert werden. Forschung und praktische Erprobung sollen so enger miteinander verbunden werden. Ziel sind pragmatische Lösungen für die Dekarbonisierung und die zunehmende Elektrifizierung.

Flexibilität soll mehr Solarenergie ins Stromnetz integrieren

Der Ausbau erneuerbarer Energien verändert die Anforderungen an das Stromsystem. Insbesondere die Solarstromproduktion schwankt im Tages- und Jahresverlauf, während gleichzeitig neue Verbraucher wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Cloud-Anwendungen die Stromnachfrage erhöhen. Flexible Produktion und flexibler Verbrauch sollen helfen, das Gleichgewicht im Stromnetz zu sichern und Kosten zu begrenzen.

Dazu können beispielsweise Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen auf Zeiten mit hoher Solarstromproduktion verschoben werden. Auch Boiler, Wärmepumpen und Batteriespeicher können gezielt gesteuert werden, um Lastspitzen zu reduzieren und lokal produzierten Strom besser zu nutzen. Eine weitere Möglichkeit ist die Bündelung vieler kleiner Flexibilitäten bei Kundinnen und Kunden zu einer für das Stromnetz nutzbaren Ressource.

Schwerpunkte der Partnerschaft

  • Anwendungsfälle für Flexibilität bei Gebäuden, Elektromobilität, Speichern und dezentraler Stromproduktion identifizieren
  • Akzeptanzbedingungen wie Einfachheit, Transparenz, Datenschutz, Nutzen und Komfort untersuchen
  • Den Mehrwert von Flexibilität für Kundinnen und Kunden, Stromnetz und Stromsystem bewerten
  • Geschäftsmodelle sowie Möglichkeiten zur Vertragsgestaltung und Wertteilung entwickeln

E4S untersucht Akzeptanz und wirtschaftliche Modelle

Für E4S eröffnet die Partnerschaft Zugang zu Daten, praktischen Erfahrungen und konkreten Herausforderungen bei der Umsetzung. Studierende können damit reale Anwendungsfälle bearbeiten und gemeinsam mit Fachpersonen Lösungsansätze entwickeln. Neben der technischen Machbarkeit spielt dabei insbesondere die Akzeptanz von Flexibilitätslösungen bei Kundinnen und Kunden eine Rolle.

« Notre mission est de mettre la recherche et la formation au service de solutions actionnables pour la société. En poursuivant ce partenariat avec Romande Energie, nous offrons aux étudiant·e·s et à notre écosystème académique un terrain d’étude concret sur la flexibilité énergétique, un sujet central pour la décarbonation et la résilience du système électrique. La confiance accordée dans le cadre de ce partenariat témoigne de son importance et d’une l’ambition partagée »
Michaël Aklin Co-Direktor E4S und Professor an der EPFL

Romande Energie will mit der Zusammenarbeit insbesondere geeignete Flexibilitätsressourcen identifizieren und untersuchen, welche Lösungen für Kundinnen und Kunden tatsächlich sinnvoll und akzeptabel sind. Gleichzeitig sollen wirtschaftlich tragfähige Modelle für die vertragliche Einbindung und den Einsatz dieser Flexibilitäten entwickelt werden.

Romande Energie fokussiert auf dezentrale Flexibilität

Die gemeinsamen Arbeiten sollen Anwendungsfälle mit hohem Potenzial bei Gebäuden, Elektromobilität, Speichern und dezentraler Stromproduktion untersuchen. Dabei wird auch bewertet, welchen Nutzen Flexibilität für Kundinnen und Kunden, das Stromnetz und das gesamte Stromsystem schaffen kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf geeigneten Vertragsmodellen und der Verteilung des geschaffenen Mehrwerts an Konsumenten und Produzenten.

« Pour réussir la transition énergétique, il ne suffit pas de produire plus d’électricité renouvelable : il faut aussi apprendre à la consommer au bon moment. La flexibilité est devenue primordiale pour intégrer le solaire et accompagner l’électrification des usages. Avec E4S, nous créons un pont entre le terrain et le monde académique pour faire mûrir des solutions concrètes, utiles au réseau et aux clients »
François Fellay CEO, Romande Energie

Die erneuerte Partnerschaft verbindet damit Forschung, Ausbildung und praktische Erfahrungen eines Energieversorgers. Im Zentrum stehen Lösungen, die zusätzliche Solarenergie in das Stromnetz integrieren, die Stabilität des Stromsystems unterstützen und die Elektrifizierung weiterer Anwendungen ermöglichen sollen.

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