Repower hat den Rückbau des ehemaligen Kraftwerks Lietha in Grüsch abgeschlossen. Die früheren Hoch- und Niederdruckanlagen wurden entfernt, die betroffenen Flächen renaturiert. Erhalten bleibt die historisch bedeutsame Niederdruck-Zentrale.
Repower hat den Rückbau des ehemaligen Kraftwerks Lietha in Grüsch abgeschlossen. Die früheren Hoch- und Niederdruckanlagen wurden entfernt, die betroffenen Flächen renaturiert. Erhalten bleibt die historisch bedeutsame Niederdruck-Zentrale.
Projekte 20. Mai 2026 · 3 Min Lesezeit

Repower schliesst Rückbau in Grüsch ab

Repower hat das frühere Kraftwerk Lietha zurückgebaut und Flächen renaturiert. Damit endet ein Stück Elektrizitätsgeschichte im Prättigau.

Der Rückbau des ehemaligen Kraftwerks Lietha in Grüsch ist abgeschlossen. Repower hat die baulichen Überreste der früheren Hoch- und Niederdruckanlagen entfernt und die betroffenen Flächen in Grüsch und Seewis renaturiert beziehungsweise rekultiviert.

Erhalten bleibt einzig die historisch bedeutsame Niederdruck-Zentrale im Zentrum von Grüsch. Sie ist eines der letzten sichtbaren Zeugnisse einer Anlage, die über Jahrzehnte zur lokalen Stromversorgung im Vorderprättigau beigetragen hat.

Kraftwerk Lietha verschwindet aus der Landschaft

Die Rückbauarbeiten begannen im Sommer 2025. Entfernt wurden sämtliche baulichen Elemente der ehemaligen Hoch- und Niederdruckanlagen. Dazu gehörten die Wasserfassungen am Sagabach und am Taschinasbach, die Freispiegelleitung zum Reservoir sowie die Druckleitungen beider Anlagen.

Ebenfalls zurückgebaut wurde die markante Stahlbrücke, auf der die Leitungen den Bach querten. Von dort verliefen sie entlang der Felswand bis nach Grüsch. Mit dem Abschluss des Projekts wurden frühere Eingriffe in die Landschaft rückgängig gemacht.

Die Gesamtkosten für den Rückbau belaufen sich auf rund 1.6 Millionen Franken. Grundlage dafür war die konzessionsrechtliche Entfernungs-, Sicherungs- und Wiederherstellungspflicht.

Rückbau des Kraftwerks Lietha in Grüsch

  • Repower hat den Rückbau des ehemaligen Kraftwerks Lietha abgeschlossen.
  • Die früheren Hoch- und Niederdruckanlagen wurden entfernt.
  • Die betroffenen Flächen in Grüsch und Seewis wurden renaturiert oder rekultiviert.
  • Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1.6 Millionen Franken.
  • Erhalten bleibt die historisch bedeutsame Niederdruck-Zentrale im Zentrum von Grüsch.

Wasserkraft prägte Grüsch über Jahrhunderte

Die Geschichte des Kraftwerkstandorts reicht weit zurück. Bereits für das Jahr 1552 ist die Nutzung der Wasserkraft des Taschinasbachs in Grüsch urkundlich belegt. Zunächst diente die Wasserkraft dem Betrieb von Mühlen und Sägereien.

Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich die Firma Lietha zu einem bedeutenden Gewerbe- und Industriebetrieb im Prättigau. Später versorgte das Elektrizitätswerk auch die Gemeinden Grüsch, Seewis und Fanas mit Strom.

Das Kraftwerk Lietha war damit nicht nur ein Teil der regionalen Industriegeschichte. Es gehörte auch zu jenen Infrastrukturen, welche die frühe Elektrifizierung im Vorderprättigau ermöglichten.

Kraftwerk Taschinas ersetzte die frühere Anlage

Über viele Jahrzehnte hatte das Wasserkraftwerk Lietha eine energiewirtschaftliche Bedeutung für die Region. Diese nahm erst mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks Taschinas im Jahr 2011 deutlich ab.

Zwei Jahre später stellte Repower den Betrieb des Kraftwerks Lietha ein. Die nun abgeschlossenen Arbeiten betreffen damit die baulichen Reste eines Standorts, an dem über Jahrhunderte Wasser gewerblich und später elektrisch genutzt wurde.

Mit dem Rückbau verschwindet ein Teil dieser Infrastruktur aus dem Landschaftsbild. Die erhaltene Niederdruck-Zentrale bleibt jedoch als sichtbares Zeugnis der lokalen Elektrizitätsgeschichte bestehen.

Repower lässt Geschichte des Kraftwerks dokumentieren

Zur Würdigung der historischen Bedeutung des Wasserkraftwerks Lietha hat Repower eine umfassende Dokumentation der verbliebenen Anlagen und ihrer Geschichte in Auftrag gegeben.

In der Publikation «Das Elektrizitätswerk der Firma Lietha Grüsch» zeichnen die Historiker Hansjürg Gredig und Gion Caprez die Rolle des Kraftwerks für die wirtschaftliche Entwicklung von Grüsch nach.

Die Dokumentation zeigt, wie eng Energieproduktion, Industrie und lokales Leben über Jahrzehnte miteinander verflochten waren. Damit bleibt die Geschichte des Kraftwerks Lietha auch nach dem Rückbau der baulichen Anlagen nachvollziehbar.

Schlagwörter: Repower, Grüsch, Seewis, Fanas, Prättigau, Wasserkraft, Elektrizitätswerk, Energieversorgung, Renaturierung, Kraftwerk, Industriegeschichte, Stromversorgung, Energiewirtschaft, Schweiz

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