Die Strommarktliberalisierung in Österreich führte laut AEA-Studie zu niedrigeren Strompreisen, mehr Wettbewerb und grösserer Wahlfreiheit.
Eine Studie der Österreichischen Energieagentur beziffert die Entlastung durch 25 Jahre Strommarktliberalisierung in Österreich auf mehr als 15 Mrd. Euro. Eine Studie der Österreichischen Energieagentur beziffert die Entlastung durch 25 Jahre Strommarktliberalisierung in Österreich auf mehr als 15 Mrd. Euro. zVg
Studien 11. September 2026 · 4 Min Lesezeit

Strommarkt Liberalisierung senkte Preise in Österreich

Die Strommarktliberalisierung in Österreich führte laut AEA-Studie zu niedrigeren Strompreisen, mehr Wettbewerb und grösserer Wahlfreiheit.
Eine Studie der Österreichischen Energieagentur beziffert die Entlastung durch 25 Jahre Strommarktliberalisierung in Österreich auf mehr als 15 Mrd. Euro. zVg

Eine AEA-Studie beziffert die Entlastung durch die Strommarktliberalisierung auf über 15 Mrd. Euro. Haushalte zahlten im Mittel 16,3 % weniger.

Die Strommarktliberalisierung in Österreich führte laut AEA-Studie zu niedrigeren Strompreisen, mehr Wettbewerb und grösserer Wahlfreiheit.
Eine Studie der Österreichischen Energieagentur beziffert die Entlastung durch 25 Jahre Strommarktliberalisierung in Österreich auf mehr als 15 Mrd. Euro. Eine Studie der Österreichischen Energieagentur beziffert die Entlastung durch 25 Jahre Strommarktliberalisierung in Österreich auf mehr als 15 Mrd. Euro. zVg

Seit dem 1. Oktober 2001 können Stromkundinnen und Stromkunden in Österreich ihren Lieferanten frei wählen. Eine Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) im Auftrag von Oesterreichs Energie untersucht nun die wirtschaftlichen Auswirkungen der Marktöffnung über einen Zeitraum von 25 Jahren.

Nach der Modellierung lagen die durchschnittlichen Strompreise für österreichische Haushalte über den gesamten Betrachtungszeitraum 16,3 % unter einem fiktiven Szenario ohne Liberalisierung. Die kumulierte Entlastung von 2001 bis 2025 beträgt demnach mehr als 15 Mrd. Euro.

25 Jahre liberalisierter Strommarkt in Österreich

  • Haushalte zahlten im Durchschnitt 16,3 % weniger als im modellierten Szenario ohne Marktöffnung.
  • Die kumulierte Entlastung beträgt mehr als 15 Mrd. Euro.
  • Davon entfallen 12,7 Mrd. Euro auf Haushalte und 2,5 Mrd. Euro auf Nicht-Haushalte.
  • Aktuell stehen rund 150 Stromlieferanten zur Auswahl, davon bieten 50 ihre Tarife österreichweit an.

Haushalte wurden um 12,7 Mrd. Euro entlastet

Den grössten Anteil der errechneten Entlastung verbuchten private Haushalte. Für sie weist die Studie zwischen 2001 und 2025 insgesamt 12,7 Mrd. Euro aus. Bei den Nicht-Haushalten beträgt der modellierte Vorteil weitere 2,5 Mrd. Euro.

Die Analyse vergleicht die tatsächliche Entwicklung mit einem ökonomisch modellierten Szenario, in dem die österreichischen Strommärkte nicht geöffnet worden wären. Damit quantifiziert die Studie den möglichen wirtschaftlichen Effekt der Liberalisierung auf Strompreise und Gesamtwirtschaft.

«In Summe ergibt unsere Modellierung von 2001 bis 2025 eine kumulierte Entlastung von mehr als 15 Milliarden Euro – davon 12,7 Milliarden Euro für Haushalte und 2,5 Milliarden Euro für Nicht-Haushalte.»
Franz Angerer Geschäftsführer, Österreichische Energieagentur

Marktöffnung erhöhte Auswahl bei Stromlieferanten

Vor der Liberalisierung waren Stromerzeugung, Netz und Vertrieb in regionalen Monopolen gebündelt. Mit der Marktöffnung wurden Erzeugung und Vertrieb dem Wettbewerb geöffnet. Die Stromnetze blieben dagegen regulierte Monopole.

Für Kundinnen und Kunden bedeutete dies erstmals die freie Wahl des Stromlieferanten und die Möglichkeit, verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen. Nach Angaben von Oesterreichs Energie können sie heute aus rund 150 Stromlieferanten wählen.

50 dieser Anbieter stellen ihre Tarife österreichweit zur Verfügung. Der Wettbewerb verlagerte sich damit nicht nur auf die Preise, sondern auch auf Dienstleistungen, Tarifmodelle und digitale Angebote.

«Mit der Marktöffnung konnten Stromkundinnen und -kunden erstmals Stromtarife vergleichen und ihren Lieferanten wechseln. Aktuell können sie aus rund 150 Stromlieferanten wählen, von denen 50 ihre Tarife österreichweit anbieten.»
Barbara Schmidt Generalsekretärin, Oesterreichs Energie

Studie sieht auch positive Effekte auf Wirtschaft

Die Modellierung weist neben niedrigeren Strompreisen weitere volkswirtschaftliche Effekte aus. Dazu zählen mehr Konsum, höhere Realeinkommen sowie zusätzliche Investitionen und Exporte.

Für die Jahre 2001 bis 2022 lag das reale Bruttoinlandsprodukt laut Studie im Durchschnitt 0,11 % über dem modellierten Vergleichsszenario ohne Liberalisierung. Zudem errechnet die Untersuchung rund 2'700 zusätzliche Beschäftigte pro Jahr.

Die Autoren verbinden den liberalisierten und europäisch vernetzten Strommarkt zudem mit der Versorgungssicherheit während der Energiekrise. Gleichzeitig habe der Markt Investitionen in erneuerbare Stromerzeugung unterstützt.

Oesterreichs Energie fordert nächste Reformschritte

Für Oesterreichs Energie ist die Marktöffnung nach 25 Jahren nicht abgeschlossen. Markt, Netze, Erzeugung, Speicher und Flexibilität müssten künftig stärker als Gesamtsystem betrachtet werden.

«Jetzt geht es um die nächste Etappe: Markt, Netze, Erzeugung, Speicher und Flexibilität müssen als Gesamtsystem funktionieren. Dafür brauchen wir Tempo, klare Spielregeln und Investitionssicherheit.»
Michael Baminger Präsident, Oesterreichs Energie

Eine zentrale Rolle sollen dabei Speicher, Digitalisierung und intelligente Steuerung übernehmen. Aus Sicht der Branche sind zusätzlich gesicherte Kapazitäten und eine europäische Strategie für die Gasversorgung notwendig, um Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden.

EVN verweist insbesondere auf die Verbindung von erneuerbarer Stromproduktion, Digitalisierung und neuen Tarifmodellen. Entscheidend sei, erneuerbare Energie möglichst dann zu nutzen, wenn sie verfügbar ist.

«Erneuerbare Energie ist dann besonders wertvoll, wenn sie auch zum richtigen Zeitpunkt genutzt wird. Genau hier schaffen heute Digitalisierung und innovative Tarife einen echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden.»
Stefan Szyszkowitz Vorstandssprecher, EVN

Energiewirtschaft diskutiert Strommarkt der Zukunft

Die weitere Entwicklung des Stromsystems steht auch beim Oesterreichs Energie Kongress am 16. und 17. September 2026 in der Wiener Hofburg im Zentrum. Die Veranstaltung steht unter dem Motto «Zukunft unter Strom».

Vertreterinnen und Vertreter aus Energiewirtschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren dort die nächsten Schritte für ein sicheres, sauberes und leistbares Energiesystem. Veranstaltet wird der Kongress von Oesterreichs Energie und EVN.

Nach 25 Jahren Marktöffnung richtet sich der Blick damit zunehmend auf die nächste Entwicklungsstufe des europäischen Strommarktes. Speicher, Flexibilität, Digitalisierung, Netzausbau und zusätzliche erneuerbare Erzeugung stehen dabei im Zentrum.

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