Alpiq erweitert ihr europäisches Portfolio mit Batteriespeichern, Pumpspeicherkraft und weiteren Flexibilitätslösungen.
Alpiq baut ihr europäisches Flexibilitätsportfolio mit Batterieenergiespeichern und dem Pumpspeicherprojekt Navaleo weiter aus. zvg
Finanzberichte 28. August 2026 · 4 Min Lesezeit

Alpiq Flexibilitätsportfolio wächst auf über 1’000 MW

Alpiq baut das europäische Speicherportfolio auf über 1’000 MW aus und stärkt mit Wasserkraft, Anleihen und Harmony Energy ihre Wachstumsstrategie.

Das gesicherte Portfolio an Batterieenergiespeichersystemen (BESS) von Alpiq ist bis Ende Juni europaweit auf mehr als 1’000 MW gewachsen. Davon befinden sich 130 MW in Betrieb und 225 MW im Bau. Mit weiteren Speicherprojekten und dem Einstieg bei Harmony Energy baut der Energiekonzern seine Position bei Flexibilitätslösungen in Europa weiter aus.

Alpiq setzt auf Speicher und finanzielle Flexibilität

  • Gesichertes BESS-Portfolio von mehr als 1’000 MW per Ende Juni
  • 535-MW-Pumpspeicherprojekt Navaleo in Spanien übernommen
  • Anleihen über insgesamt 400 Mio. CHF platziert
  • Bereinigtes EBITDA im ersten Halbjahr von 163 Mio. CHF
  • Netto-Finanzguthaben von 151 Mio. CHF per Ende Juni

Alpiq baut Batteriespeicher in mehreren Märkten aus

Zu den wichtigen Projektschritten zählt die Integration der sich in Betrieb befindlichen 100-MW-Batteriespeicheranlage Cheviré in Frankreich. Gleichzeitig sicherte sich Alpiq die Netzanschlusskapazität für ein geplantes BESS-Projekt mit 300 MW in Niedergösgen. Damit erweitert das Unternehmen sein Flexibilitätsportfolio sowohl mit bestehenden Anlagen als auch mit neuen Projekten.

Nach der Berichtsperiode folgte im Juli ein weiterer strategischer Schritt. Alpiq schloss den Erwerb einer 90-prozentigen Beteiligung an Harmony Energy ab. Die Transaktion erweitert das Portfolio um rund 400 MW an Batteriespeichern im Bau sowie um eine Multi-Gigawatt-Projektpipeline im Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich und Polen.

Alpiq will damit ihre Präsenz entlang der gesamten BESS-Wertschöpfungskette ausbauen. Neben der Entwicklung und dem Betrieb von Batteriespeichern verbindet das Unternehmen flexible Anlagen mit Stromerzeugung, Kundengeschäft und Marktkompetenz.

Navaleo erweitert das Wasserkraftportfolio in Spanien

Auch bei der Wasserkraft erweitert Alpiq ihr europäisches Portfolio. Das Unternehmen hat das Pumpspeicherprojekt Navaleo in Spanien mit einer geplanten Leistung von 535 MW erworben. Es handelt sich um die erste bedeutende Investition von Alpiq in Wasserkraft ausserhalb der Schweiz.

Gleichzeitig investiert Alpiq weiterhin in bestehende Wasserkraftanlagen. Zusammen mit den wachsenden Batteriespeicheraktivitäten soll die flexible Stromproduktion dazu beitragen, schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen und zusätzliche Flexibilität im europäischen Energiesystem bereitzustellen.

Auch die Kernenergie bleibt Bestandteil des Produktionsportfolios. Das Kernkraftwerk Gösgen nahm im März den Betrieb wieder auf und schloss anschliessend wie das Kernkraftwerk Leibstadt die jährliche Revision ab.

«Wir haben deutliche Fortschritte in der Strategie-Umsetzung erzielt und operative sowie organisatorische Meilensteine erreicht. Dank den Mitarbeitenden, schlanken Strukturen und enger Zusammenarbeit ist Alpiq gut positioniert, Wachstumschancen zu nutzen, zur Versorgungssicherheit beizutragen und die Energiewende voranzutreiben.»
Antje Kanngiesser CEO, Alpiq

Alpiq-Ergebnis sinkt im ersten Halbjahr deutlich

Das bereinigte EBITDA von Alpiq belief sich im ersten Halbjahr auf 163 Mio. CHF nach 398 Mio. CHF in der Vorjahresperiode. Das bereinigte EBIT sank von 335 Mio. CHF auf 105 Mio. CHF. Das bereinigte Reinergebnis ging von 247 Mio. CHF auf 42 Mio. CHF zurück.

Zu den Belastungsfaktoren zählten niedrigere Strompreise, der längere Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen und deutlich geringere Wasserzuflüsse aufgrund der ausserordentlichen Trockenheit in den Alpen. Nach einem herausfordernden Jahresauftakt verbesserte sich das Ergebnis im zweiten Quartal.

Der Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit belief sich im ersten Halbjahr auf 6 Mio. CHF nach 263 Mio. CHF im Vorjahr. Per Ende Juni wies Alpiq ein Netto-Finanzguthaben von 151 Mio. CHF aus.

Assets bleibt grösster Ergebnisbeitrag von Alpiq

Das Wertschöpfungselement Assets einschliesslich Asset Trading erzielte ein bereinigtes EBITDA von 205 Mio. CHF und lieferte damit erneut den grössten Ergebnisbeitrag. Schwächere Ergebnisse aus Kernenergie und Wasserkraft wurden teilweise durch höhere Beiträge der thermischen Kraftwerke in Italien, Spanien und Ungarn kompensiert.

Energy Solutions erwirtschaftete ein bereinigtes EBITDA von 27 Mio. CHF. Der Geschäftsbereich profitierte von einem stärker diversifizierten Portfolio, höherer Photovoltaikproduktion und einer wachsenden Nachfrage nach flexiblen Lösungen, während die Nachfrage in mehreren Märkten verhalten blieb.

Merchant Trading, das die Eigenhandelsaktivitäten der Gruppe umfasst, wies ein bereinigtes EBITDA von -34 Mio. CHF aus. Trading unterstützt darüber hinaus die Wertschöpfung entlang der verschiedenen Geschäftsbereiche von Alpiq.

Anleihen über 400 Mio. CHF stärken Alpiqs Spielraum

Alpiq platzierte Anleihen über insgesamt 400 Mio. CHF. Damit stärkte das Unternehmen seine finanzielle Flexibilität und verlängerte das Fälligkeitsprofil. Die zusätzlichen Mittel unterstützen Investitionen in Flexibilität, Speicher, Kundenlösungen und weitere Wachstumschancen.

«Wir hatten im ersten Halbjahr wie erwartet Gegenwind. Unser starkes finanzielles Fundament ermöglicht es uns jedoch, die Wachstumsstrategie diszipliniert umzusetzen. Fürs zweite Semester erwarten wir eine Ergebnisverbesserung. Unsere jüngsten Portfolio-Ankündigungen zeigen unsere Entschlossenheit zur Umsetzung der Strategie.»
Peter-Wim Gerssen CFO, Alpiq

Für das zweite Halbjahr erwartet Alpiq eine Ergebnisverbesserung. Als unterstützende Faktoren nennt das Unternehmen die Rückkehr des Kernkraftwerks Gösgen zum Normalbetrieb, eine weitgehend abgesicherte Position sowie wieder bessere Möglichkeiten, volatile Märkte zur Wertschöpfung zu nutzen.

Bianca Sarbu übernimmt Energy Solutions im November

Im November stösst Bianca Sarbu als designierte Leiterin des Geschäftsbereichs Energy Solutions zu Alpiq. Gleichzeitig wird sie Mitglied der Geschäftsleitung. Sie soll die nächste Wachstumsphase des Kundengeschäfts unterstützen.

Alpiq verweist dabei auf Sarbus Führungserfahrung und ihre Erfahrung bei der Skalierung von Organisationen im Bereich Energielösungen in Europa. Mit dem Ausbau von Energy Solutions verbindet das Unternehmen sein Kundengeschäft stärker mit flexiblen Anlagen und erneuerbarer Stromproduktion.

Der Ausbau von Batteriespeichern, das Pumpspeicherprojekt Navaleo und die Beteiligung an Harmony Energy bilden zentrale Elemente der aktuellen Wachstumsstrategie. Alpiq will sich damit als Anbieterin von Flexibilitätslösungen in mehreren europäischen Märkten positionieren.

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