Stadt Schaffhausen beschliesst schrittweisen Ausstieg aus Gas

Die Stadt Schaffhausen plant den geordneten Ausstieg aus der Gasversorgung bis spätestens 2040. Ausschlaggebend sind wirtschaftliche und ökologische Gründe sowie der zunehmende Verlust an Wirtschaftlichkeit des Gasnetzes. Der Stadtrat hat dazu eine entsprechende Vorlage an den Grossen Stadtrat verabschiedet.

Der Ausbau erneuerbarer Wärmelösungen ist bereits im Gang. Wärmeverbünde, Wärmepumpen und weitere erneuerbare Systeme gewinnen an Bedeutung, während die Zahl der Gasanschlüsse kontinuierlich sinkt. Das parallele Betreiben zweier konkurrierender Infrastrukturen gilt als wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Der Gasausstieg betrifft die Gasversorgung für Komfortwärme und Kochgas durch SH POWER im Gebiet der Stadt Schaffhausen.

Wärmewende als Beitrag zu den Klimazielen

Mit dem geplanten Gasausstieg leistet die Stadt Schaffhausen einen Beitrag zu den nationalen, kantonalen und kommunalen Klimazielen. Die Umstellung von fossiler auf erneuerbare Wärme ist eine Voraussetzung für das Netto-Null-Ziel.

Gleichzeitig reduziert die Stadt ihre Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern und deren Preisschwankungen. Die Wärmetransformation stärkt damit auch die langfristige Versorgungssicherheit.

Der Ausbau der erneuerbaren Wärmeversorgung wird gezielt mit der Stilllegung der Gasinfrastruktur koordiniert.

Planungssicherheit durch lange Ankündigungsfristen

Der Gasausstieg beginnt frühestens zehn Jahre nach der offiziellen Ankündigung. Eigentümerschaften werden jeweils mindestens drei Jahre vor der Stilllegung ihres Gasanschlusses direkt informiert.

Diese Fristen sollen ausreichend Zeit für die Planung und Umsetzung eines neuen Heizsystems bieten. Ziel ist ein koordinierter und sozialverträglicher Übergang.

Ein unkoordinierter Rückgang der Gasversorgung soll so vermieden werden.

Erneuerbare Alternativen für alle Liegenschaften

Für sämtliche Liegenschaften mit Gasanschluss sollen geeignete erneuerbare Alternativen zur Verfügung stehen. Je nach Standort kommen Wärmeverbünde, Erdsonden- oder Luft-Wasser-Wärmepumpen sowie weitere Technologien in Frage.

Die Umstellung wird eng mit dem Ausbau der Wärmeverbünde abgestimmt. Eine interaktive Karte soll künftig aufzeigen, welche Heizsysteme an welchem Standort möglich sind.

Damit erhalten Eigentümerschaften eine transparente Entscheidungsgrundlage.

Gasausstieg Stadt Schaffhausen

  • Schrittweiser Ausstieg aus der Gasversorgung bis 2040
  • Mindestens zehn Jahre Ankündigungsfrist
  • Netznutzungsentgelte auf maximal 5.5 Rp./kWh begrenzt

Industrie weiterhin mit Prozessgas versorgt

Bestimmte industrielle Prozesse bleiben auch künftig auf Gas angewiesen. Dafür wird ein stark reduziertes Gaszielnetz betrieben.

Dieses Netz versorgt die Industrie mit Prozesswärme und stellt die Spitzenlastabdeckung für Wärmeverbünde sicher.

Spätestens ab 2040 soll das Gaszielnetz vollständig mit erneuerbarem Gas betrieben werden.

Finanzielle Auswirkungen des Gasausstiegs

Die Stilllegung von Leitungen, Restwertentschädigungen sowie vorzeitige Abschreibungen führen zu steigenden Netznutzungsentgelten. Diese werden auf maximal 5.5 Rappen pro Kilowattstunde gedeckelt.

Ziel ist es, die Gastarife auf einem Niveau zu halten, das mit anderen Heizlösungen vergleichbar bleibt.

Die Abgeltungen von SH POWER an den städtischen Haushalt sollen gemäss Prognosen bei rund 7 Mio. Franken pro Jahr stabil bleiben.