Vertreter der Gemeinde Hergiswil, des EWN und der beteiligten Projektpartner beim Spatenstich für den Seewasser-Wärmeverbund Hergiswil.
Bild 2: (v.l.n.r.) Alessandro Barrasso, Projektleiter Tiefbau Slongo Röthlin Partner AG, Remo Infanger, Direktor EWN, Adrian Burri, Leiter Geschäftseinheit Wärme EWN, Kevin Steiger, Projektleiter Anex, Samuel Jucker, Geschäftsführer Willy Stäuble Ing. AG, Michael Künzli, Projektleiter Schenk AG, Roli Scherer, CEO architekturwerk, Reto Zimmermann, CEO Zimmermann Tiefbau
Sektorkopplung (Wärme, Gas, Strom) 17. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit

EWN baut Seewasser-Wärmeverbund Hergiswil

In Hergiswil entsteht ab 2028 eine regionale Wärmeversorgung mit Seewasser. Das EWN investiert rund CHF 37 Mio. in den Wärmeverbund.

Der Seewasser-Wärmeverbund Hergiswil erreicht einen weiteren Projektmeilenstein. Die Gemeinde hat die Baubewilligung im Mai 2026 erteilt, die wichtigsten Verträge sind unterzeichnet und die Bauarbeiten haben begonnen. Mit dem offiziellen Spatenstich startet nun der Bau der Energiezentrale, die künftig das Herzstück der regionalen Wärmeversorgung bildet.

Ab 2028 soll Hergiswil mit Wärme aus dem Vierwaldstättersee versorgt werden. Anfang Juni begann der Rückbau der bestehenden Wertstoffsammelstelle Lopper bei der ARA in Hergiswil. Diese wird später vollständig in das Gebäude der Energiezentrale integriert. Erste Aushubarbeiten für die Seewasserleitungen wurden bereits ausgeführt.

Energiezentrale nutzt Seewasser aus dem Vierwaldstättersee

Die Energiezentrale übernimmt im Seewasser-Wärmeverbund eine zentrale technische Funktion. Dort wird die Wärmeenergie aus dem Seewasser an einen Zwischenkreis abgegeben. Anschliessend wird sie mit hocheffizienten Wärmepumpen erwärmt und über Fernleitungen zu den angeschlossenen Liegenschaften transportiert.

Der offizielle Spatenstich fand gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Hergiswil, dem Hauptplaner Anex Ingenieure, weiteren Fachplanern und Unternehmern statt. Für das EWN ist der Baustart ein wichtiger Schritt beim Aufbau einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in der Region. Neben Hergiswil setzt das Unternehmen auch in Buochs auf nachhaltige Wärme aus Seewasser.

Heute markieren wir einen wichtigen Meilenstein im Projekt und für unsere Energiezukunft. Schritt für Schritt setzten wir in den kommenden Jahren neben Buochs auch in Hergiswil eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung um
Remo Infanger Direktor, EWN

Fernleitungsnetz in Hergiswil wächst etappenweise

Parallel zu den ersten Bauarbeiten rund um die Wasserfassung und die Energiezentrale hat das EWN mit der Ausführungsplanung für das Fernleitungsnetz begonnen. Der Ausbau erfolgt in Hergiswil etappenweise, ausgehend von der Energiezentrale in Richtung Norden. Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümer werden jeweils pro Etappe durch das EWN kontaktiert und über die Anschlussmöglichkeiten informiert.

Eine frühzeitige Entscheidung für einen Anschluss soll zu einer reibungslosen und effizienten Umsetzung beitragen. Während der Bauarbeiten sind Beeinträchtigungen wie erhöhter Lärm oder temporäre Strassensperrungen möglich. Das EWN dankt der Bevölkerung für ihr Verständnis.

Die Gemeinde Hergiswil hat sich schon in der Vergangenheit strategisch mit der Entwicklung eines Wärmeverbunds im Dorf auseinandergesetzt. Wir freuen uns, dass dieses zukunftsweisende Projekt zusammen mit dem EWN nun konkrete Formen annimmt.
Daniel Stadler Gemeinderat, Hergiswil

Seewasser-Wärmeverbund Hergiswil in Zahlen

  • Das EWN investiert rund CHF 37 Mio. in den Seewasser-Wärmeverbund Hergiswil.
  • Bis zu 170 Liegenschaften können künftig an den Wärmeverbund angeschlossen werden.
  • Die erwartete CO₂-Einsparung beträgt bis zu 4’000 Tonnen pro Jahr.
  • Die erste Wärmelieferung ist voraussichtlich ab Mitte 2028 geplant.

Seewasser-Wärmeverbund senkt CO₂-Emissionen

Mit dem Seewasser-Wärmeverbund schafft das EWN in Hergiswil die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Das Projekt hat ein erhebliches Wirkungspotenzial für die regionale Energiewende. Künftig können bis zu 170 Liegenschaften mit Wärme aus dem Vierwaldstättersee versorgt werden.

Die geplante CO₂-Einsparung beträgt bis zu 4’000 Tonnen pro Jahr. Der Wärmeverbund ersetzt damit fossile Einzellösungen durch eine regionale Infrastruktur, die Seewasser, Wärmepumpen und Fernleitungen kombiniert. Für Kundinnen und Kunden bedeutet der Anschluss zugleich weniger Aufwand beim eigenen Heizsystem.

Wärmeversorgung wird planbarer und platzsparender

Der Seewasser-Wärmeverbund bietet angeschlossenen Kundinnen und Kunden eine zukunftssichere und umweltfreundliche Wärmeversorgung. Der eigene Betrieb einer Heizungsanlage entfällt. Wartung, Brennstoffbeschaffung und Investitionsrisiken müssen nicht mehr selbst getragen werden.

Zudem sinkt der Platzbedarf in den Liegenschaften, weil weder Heizkessel noch Tankraum notwendig sind. Die Versorgung erfolgt ganzjährig über das Fernwärmenetz. Damit verbindet das Projekt regionale Energieinfrastruktur mit einem direkten Nutzen für Eigentümerinnen, Eigentümer und Mietende.

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