ESiP Analyzer mit Kennzahlen zur Speicherplanung für Fabriken und Industrieunternehmen.
Auslegungsergebnisse im ESiP Analyzer zeigen relevante Kennzahlen wie Spitzenlastsenkung, Speichergrösse und Amortisation. © Fraunhofer IWU
Forschung & Entwicklung 19. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit

Fraunhofer IWU optimiert Speicher in Fabriken

Der ESiP Analyzer hilft Fabriken, erneuerbaren Strom besser zu nutzen, Lastspitzen zu senken und Speicher wirtschaftlich auszulegen.

Richtig geplant und dimensioniert können Energiespeicher in der Produktion dazu beitragen, selbst erzeugte erneuerbare Energie besser zu nutzen. Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU zeigt vom 23. bis 25. Juni 2026 auf der «The Smarter E Europe» in München den aktuellen Stand seines ESiP Analyzer.

Das Auslegungs- und Simulationstool wurde 2025 auf der ees Europe vorgestellt und hat inzwischen Praxistests bei Energieversorgern und Industrieunternehmen bestanden. Es unterstützt produzierende Unternehmen dabei, erneuerbare Energien stärker in den Betrieb zu integrieren, Leistungsspitzen zu reduzieren und Speicherlösungen wirtschaftlich zu planen.

ESiP Analyzer bewertet Speicher von der Maschine bis zur Fabrik

Der ESiP Analyzer unterstützt das Energiemanagement vor allem in produzierenden Unternehmen. Neben der klassischen Lastspitzensenkung können verschiedene Anwendungsfälle bewertet werden.

Das Tool umfasst unterschiedliche Energiespeichertechnologien von der Maschinen- bis zur Fabrikebene. Unternehmen können damit individuelle Speicherlösungen planen, integrieren und Betriebsstrategien für den laufenden Einsatz entwickeln.

Ein Kernmerkmal ist die Entwicklung spezifischer Auslegungsverfahren für unterschiedliche Anwendungsszenarien. Dabei werden auch Betriebsführungsfaktoren wie Systemeffizienz und produktionsspezifische Parameter in die Simulation einbezogen.

Speicherplanung für Fabriken und Netze

  • Der ESiP Analyzer unterstützt die Planung und Dimensionierung von Energiespeichern in der Produktion.
  • Simulationen helfen, Lastspitzen zu senken und erneuerbaren Eigenstrom besser zu nutzen.
  • Geglättete Verbrauchsprofile können auch zur Netzstabilität beitragen.
  • Das Fraunhofer IWU präsentiert das Tool vom 23. bis 25. Juni 2026 in München.

Simulationen ergänzen auch unvollständige Lastprofile

Der Nutzen des ESiP Analyzer zeigt sich besonders in realen Anwendungsszenarien. Auch wenn Planungsinformationen noch unvollständig sind, können fehlende Werte in Lastprofilen oder Ertragsdaten über geeignete Skalierungen und Simulationen ergänzt werden.

Dadurch bleiben aussagekräftige Analysen möglich. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass optimierte Betriebsstrategien in einzelnen Szenarien die Nutzung von annähernd der Hälfte des selbst erzeugten Stroms ermöglichen können.

Zusätzlich lassen sich weitere Anwendungen prüfen. Dazu zählen die Teilnahme am Energiemarkt, die Notstromversorgung oder Effizienzsteigerungen durch rückgespeiste Energie auf Maschinenebene.

Fraunhofer IWU zeigt ESiP Analyzer in München

Auf der «The Smarter E Europe» demonstriert das Fraunhofer IWU den ESiP Analyzer anhand realer Anwendungsfälle. Der Messeauftritt findet in Halle B2/151 auf dem Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung Sachsen statt.

Interessierte Unternehmen können den Analyzer auf unterschiedliche Weise nutzen. Für eine umfassende Analyse des Ist-Stands und Empfehlungen sind individuelle Projektvereinbarungen mit Beratungsleistungen durch das Fraunhofer IWU möglich.

Für eine kontinuierliche Nutzung können Lizenzvereinbarungen abgeschlossen werden. Damit richtet sich das Angebot sowohl an Unternehmen mit konkreten Speicherprojekten als auch an Betriebe, die ihr Energiemanagement langfristig weiterentwickeln möchten.

Pilotanlage zerlegt Traktionsbatterien bis auf Zellebene

Neben dem ESiP Analyzer gibt das Fraunhofer IWU in München einen Ausblick auf eine Pilotanlage zur ressourcenschonenden Demontage von Traktionsbatterien. Die Anlage wird gemeinsam mit EDAG Production Solutions konzipiert und befindet sich in Chemnitz im Aufbau.

Künftig soll sie Traktionsbatterien automatisiert bis auf Zellebene demontieren können. KI-Technologien und ein Analysemodul sollen den «Gesundheitszustand» von Komponenten bewerten und funktionstüchtige Teile für eine geeignete Wiederverwendung identifizieren.

Die neue Anlage soll im August ihren Betrieb aufnehmen. Sie dient künftig auch dem Nachweis, dass neue Batteriesysteme mit Fokus auf Design-for-Recycling wirtschaftlich demontierbar sind.

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