
Regio Energie Solothurn BHKW stärkt Stromreserve
Ein zweites Blockheizkraftwerk im Hybridwerk Aarmatt stärkt Stromreserve, Regelenergie und Fernwärmeversorgung in Solothurn.
Regio Energie Solothurn hat im Hybridwerk Aarmatt ein zusätzliches Blockheizkraftwerk installiert. Die Anlage wurde nach erfolgreichem Abschluss der Inbetriebnahme-Arbeiten durch die Lieferantin Avesco AG im Juni 2026 an die Energiedienstleisterin übergeben.
Das seit 2015 betriebene Hybridwerk Aarmatt ist ein wichtiger Bestandteil des Notversorgungskonzepts der Regio Energie Solothurn. Mit dem zweiten Blockheizkraftwerk erhöht sich die verfügbare Energieversorgungskapazität für Strom und Wärme.
Blockheizkraftwerk liefert Strom und Wärme gleichzeitig
Das neue Blockheizkraftwerk besteht aus einem 20-Zylinder-Gasmotor, der mit einem Generator gekoppelt ist. Aus dem Eingangsenergieträger Gas stellt die Anlage gleichzeitig 2.3 Megawatt Strom und 2.3 Megawatt Wärme her.
Der Strombeitrag ist für die nationale Versorgungssicherheit relevant. Ab 2027 ist das Blockheizkraftwerk Teil der Winterstromreserve des Bundes.
Diese Reserve wird seit dem Winter 2022/2023 jeweils vom 15. Februar bis 30. April bereitgestellt. Zusätzlich wird die Anlage für den Regelenergiemarkt der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid angemeldet.
BHKW Aarmatt erhöht Flexibilität im Energiesystem
- Das neue Blockheizkraftwerk erzeugt 2.3 Megawatt Strom und 2.3 Megawatt Wärme.
- Ab 2027 ist die Anlage Teil der Winterstromreserve des Bundes.
- Die Anlage wird für den Regelenergiemarkt von Swissgrid angemeldet.
- Die entstehende Wärme wird ins Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn eingespeist.
Swissgrid-Regelenergie gleicht kurzfristige Schwankungen aus
Mit der Anmeldung für den Regelenergiemarkt kann das neue Blockheizkraftwerk zur Stabilisierung des Übertragungsnetzes beitragen. Der Regelenergiemarkt dient dazu, kurzfristige Schwankungen im Netz auszugleichen.
Die Anlage ergänzt damit die Funktion des Hybridwerks Aarmatt als flexibler Knotenpunkt zwischen verschiedenen Energieträgern. Am Standort kreuzen sich Gas-, Strom-, Fernwärme- und Wassernetz der Regio Energie Solothurn.
Diese Netzkonvergenz ermöglicht es, Energie flexibel umzuwandeln, zu speichern oder direkt ins Netz einzuspeisen. Neben den beiden Blockheizkraftwerken umfasst das Hybridwerk einen Gasheizkessel, einen Elektrolyseur, einen Wärme- und Wasserstoffspeicher sowie eine Wärmerückgewinnung.
Fernwärmenetz Solothurn erhält zusätzliche Reserve
Die beim Betrieb des Blockheizkraftwerks entstehende Wärme wird ins Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn eingespeist. Dadurch erhöht sich die im Hybridwerk installierte Wärmeversorgungskapazität.
Das ist insbesondere für Störungsfälle relevant. Falls eine Fernwärmeleitung oder die Versorgung der Kehrichtverwertungsanlage kenova AG komplett ausfällt, kann der Wärmebedarf des Netzes über einen grösseren Zeitraum des Jahres abgedeckt werden als bisher.
Die kenova AG versorgt das seit dem Baustart im Jahr 2007 stetig ausgebaute Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn mit der erforderlichen Wärme. Das zusätzliche Blockheizkraftwerk ergänzt diese Versorgung um eine weitere betriebliche Reserve.
