Batteriespeicher Bollingstedt als Pilotanlage für flexible Netzanschlussverträge von E.ON und ECO STOR.
Der Batteriespeicher Bollingstedt diente als Pilotprojekt für flexible Netzanschlussmodelle von E.ON und ECO STOR. © Schleswig-Holstein Netz
Speicher 18. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit

E.ON öffnet Netzanschlüsse für Batteriespeicher

Flexible Netzanschlüsse sollen Batteriespeicher schneller integrieren und vorhandene Netzkapazitäten in Deutschland besser nutzen.

E.ON führt bei allen eigenen Netzbetreibern einen einheitlichen Standard für flexible Netzanschlussverträge ein. Die sogenannten Flexible Connection Agreements (FCA) sollen den Anschluss von Batteriespeichern beschleunigen, ohne die Netzsicherheit zu gefährden.

Der neue Standard wurde gemeinsam mit ECO STOR im Grossspeicherprojekt Bollingstedt in Schleswig-Holstein erprobt. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sind in den konzernweiten Standard eingeflossen, der bis Ende 2026 bei allen E.ON-Netzbetreibern ausgerollt werden soll.

E.ON standardisiert flexible Netzanschlüsse bundesweit

Flexible Connection Agreements verbinden den Betrieb von Batteriespeichern enger mit den tatsächlichen Netzbedingungen. In Phasen hoher Netzauslastung kann die Einspeise- oder Bezugsleistung temporär angepasst werden. In Zeiten geringerer Netzlast nutzen Speicher freie Kapazitäten gezielt.

Damit sollen Batteriespeicher auch an Standorten angeschlossen werden können, an denen ein konventioneller Netzanschluss kurzfristig nicht oder nur mit erheblichem Netzausbau möglich wäre. Für Speicherbetreiber sollen die Modelle schnellere Anschlüsse, mehr Planungssicherheit und wirtschaftlich tragfähige Investitionen ermöglichen.

Für Netzbetreiber liegt der Nutzen in einer effizienteren Auslastung der vorhandenen Infrastruktur. E.ON sieht darin einen Beitrag zur Optimierung der Systemkosten und zur Netzstabilität.

Batteriespeicher nutzen Netzkapazitäten flexibler

  • E.ON führt einen einheitlichen FCA-Standard bei allen eigenen Netzbetreibern ein.
  • Der Rollout in den E.ON-Netzgebieten ist bis Ende 2026 geplant.
  • Das Modell wurde mit ECO STOR im Grossspeicherprojekt Bollingstedt erprobt.
  • Bei E.ON liegen neben 25 Gigawatt zugesagter Anschlussleistung weitere Speicheranfragen über 500 Gigawatt vor.

Grossspeicher Bollingstedt liefert Praxiserfahrung

Das Modell wurde im Projekt Bollingstedt gemeinsam mit ECO STOR getestet und optimiert. Der Batteriespeicher in Schleswig-Holstein gehörte zum Zeitpunkt des Pilotprojekts zu den grössten Batteriespeichern Deutschlands.

Die Erprobung zeigte laut E.ON, dass Batteriespeicher durch ihre hohe betriebliche Flexibilität aktiv zur besseren Nutzung bestehender Netzkapazitäten beitragen können. Sie sind damit nicht nur zusätzliche Anschlussnehmer, sondern können den Netzbetrieb unterstützen.

Die Nachfrage nach Netzanschlüssen für Batteriespeicher steigt stark. Neben bereits zugesagten Anschlussleistungen von rund 25 Gigawatt liegen den E.ON-Netzbetreibern weitere Anfragen für Speicherkapazitäten von über 500 Gigawatt vor.

Richtig eingesetzt sind Batteriespeicher ein entscheidender Baustein für das Gelingen der Energiewende.
Thomas König Netzvorstand, E.ON

Flexible Connection Agreements ergänzen den Netzausbau

E.ON plant, flexible Anschlussmodelle auch für weitere Anwendungsfälle einzuführen. Dazu gehören Batteriespeicher in Kombination mit erneuerbaren Energien, Biogasanlagen und Kombinationen verschiedener erneuerbarer Erzeugungsanlagen.

Ziel ist ein konzernweit einheitlicher Rahmen für Netzanschlusskunden. E.ON betont zugleich, dass Flexible Connection Agreements kein Ersatz für den weiterhin notwendigen Netzausbau sind.

Für die weitere Elektrifizierung bleiben gezielte Investitionen, Digitalisierung und Verstärkungen der Infrastruktur zentral. Flexible Netzanschlüsse sollen diese Massnahmen ergänzen und Engpässe im bestehenden Stromnetz reduzieren.

Standardisierte Lösungen wie die FCA von E.ON schaffen Investitionssicherheit für Speicherprojekte und helfen gleichzeitig, die Integration erneuerbarer Energien und den Ausbau der Speicherkapazitäten in Deutschland zu beschleunigen.
Georg Gallmetzer Mitglied der Geschäftsführung, ECO STOR

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