Öffentliche Ladestation für Elektroautos in einem Wohnquartier.
Winterthur will öffentliche Ladestationen in Wohnquartieren schrittweise weiterentwickeln.
E-Mobilität 18. Juni 2026 · 2 Min Lesezeit

Winterthur Ladeinfrastruktur im Quartier wird ausgebaut

Die Stadt Winterthur zieht eine positive Bilanz aus «eCity Charge» und will öffentliche Ladestationen in Wohnquartieren schrittweise weiterentwickeln.

Öffentliche Ladeinfrastruktur in Wohnquartieren wird in Winterthur stärker nachgefragt. Die Stadt hat das Pilotprojekt «eCity Charge – Ladestationen im Quartier» ausgewertet und kommt zum Schluss, dass die getesteten Standorte gut genutzt und breit akzeptiert werden.

Während eineinhalb Jahren wurden E-Ladestationen auf öffentlichem Grund an der Ackeretstrasse 17, der Bullingerstrasse 2 und der Nordstrasse 4 getestet. Der Stadtrat hat den Schlussbericht zur Kenntnis genommen und die schrittweise Weiterführung der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur beschlossen. Ab November 2026 werden die bestehenden Ladestationen in den Regelbetrieb überführt.

Nachfrage nach Quartier-Ladestationen nimmt deutlich zu

Die Ergebnisse zeigen, dass Ladestationen im Quartier funktionieren. Die Nachfrage hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. Eine Mehrheit der befragten Anwohnenden unterstützt den Ausbau der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum.

Mit dem Angebot wird insbesondere für Personen ohne privaten Parkplatz eine zentrale Hürde beim Umstieg auf ein Elektroauto reduziert. Einzelne Anwohner:innen sind bereits während der Testphase auf ein Elektroauto umgestiegen. Ein grosser Teil der Befragten zieht beim nächsten Fahrzeugkauf ein Elektroauto in Betracht.

Quartier-Ladestationen mit klarer Nachfrage

Die Pilotstandorte in Neuwiesen, Endliker und Im Lee wurden während eineinhalb Jahren getestet. Die Nutzung nahm kontinuierlich zu, die Nachfrage hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht.

Beitrag zum Klimaziel netto null bis 2040

Winterthur verfolgt das Klimaziel «netto null Treibhausgasemissionen bis 2040». Die Elektrifizierung der Mobilität ist neben der Reduktion und Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs ein zentraler Hebel der städtischen Klimapolitik. Der motorisierte Individualverkehr verursacht rund 55 Prozent der direkten CO₂-Emissionen der Stadt.

Die Stadt hält fest, dass die im Vorfeld geäusserte Befürchtung von zusätzlichem Verkehr durch die Ladestationen nicht erhärtet werden konnte. Kritisch beurteilt wurde von einzelnen Anwohnenden vor allem der Wegfall einzelner Parkplätze in der Blauen Zone.

Strategie Ladeinfrastruktur bis Mitte 2027

Für den weiteren Ausbau analysiert die Stadt die Auslastung, Quartierstruktur, Nachfrage nach Parkplätzen, Wirtschaftlichkeit und den Absatz von Elektrofahrzeugen. Besonders geeignete Quartiere sollen prioritär erschlossen werden.

Zusätzlich wird geprüft, wie neue Standorte gezielt mit E-Carsharing-Angeboten kombiniert werden können. Damit soll die kombinierte Mobilität gestärkt und der Flächenbedarf des motorisierten Individualverkehrs reduziert werden.

Das Departement Bau und Mobilität erarbeitet bis Mitte 2027 eine umfassende Strategie Ladeinfrastruktur inklusive Umsetzungskonzept für die Skalierung von «eCity Charge». Darin werden Anzahl und Standorte öffentlich zugänglicher Ladestationen in Winterthurer Quartieren sowie die Kombination mit Sharing-Angeboten analysiert und definiert.

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