
VSE-Betriebsleitertagung 2026 Branche diskutiert Regulierung, Flexibilität und KI
Regulierung, dynamische Tarife, Flexibilität, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz: Die Betriebsleitertagung 2026 des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat während zwei Tagen zentrale Herausforderungen der Schweizer Energiewirtschaft zusammengebracht.
Am 10. und 11. September 2026 trafen sich Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Schweizer Energiewirtschaft zur Betriebsleitertagung des VSE im Seehotel Waldstätterhof in Brunnen. Das zweitägige Programm spannte den Bogen von aktuellen regulatorischen und energiepolitischen Fragen über neue Tarif- und Flexibilitätsmodelle bis zu Cybersicherheit und künstlicher Intelligenz.
Regulierung und dynamische Tarife zum Auftakt
Nach der Begrüssung stand zunächst der Dialog mit VSE-Präsident Martin Schwab auf dem Programm. Dr. Matthias Gysler, Chefökonom des Bundesamts für Energie (BFE), nahm anschliessend eine Lagebeurteilung vor und zeigte Strategien des BFE auf.
Wie breit die Herausforderungen für Energieversorgungsunternehmen inzwischen sind, zeigte das weitere Programm. Rechtliche Fragestellungen rund um Datencenter und Batteriespeichersysteme wurden ebenso behandelt wie laufende regulatorische Entwicklungen.
Einen starken Praxisbezug brachte Karl Resch, Leiter Regulierungsmanagement & Netzwirtschaft bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ), mit ersten Erkenntnissen zu dynamischen Tarifen ein. Damit griff die Tagung ein Thema auf, das mit neuen Möglichkeiten zur Flexibilisierung von Verbrauch und Produktion zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Christine Döbeli von Primeo Netz AG beleuchtete laufende Herausforderungen der regulatorischen Entwicklungen mit Fokus Energie. Mit dem Beitrag «Wer bist du, wenn du führst» wurde der erste Veranstaltungstag zudem um die Führungsperspektive ergänzt.
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Cybersicherheit und Flexibilität im Fokus
Der zweite Tag begann mit Fragen der Sicherheit. Neben Neuigkeiten aus der VSE-Kommission Sicherheit standen neue Angriffsformen in der Cyberdefence und der Schutz kritischer Infrastrukturen im Mittelpunkt. Ergänzt wurde dieser Themenblock durch den Faktor Mensch im Risikomanagement.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Flexibilität im Stromsystem. Fausto De Angelis und Damian Zurmühle von CKW zeigten auf, wie sich die Schweizer Flexibilitätsmärkte, Anlagen und Erlösmöglichkeiten verändern. Nadine Brauchli und Dr. Thomas Marti vom VSE ordneten anschliessend aktuelle Entwicklungen mit Fokus Flexibilität ein.
Zentrale Themen der Betriebsleitertagung 2026
- Regulatorische Entwicklungen und Energiepolitik
- Dynamische Tarife und Flexibilitätsmärkte
- Cybersicherheit und Schutz kritischer Infrastrukturen
- ZEV, vZEV, LEG und Zukunft der Verteilnetze
- Künstliche Intelligenz im Energiealltag
- Europäischer Gasmarkt und Auswirkungen auf den Schweizer Strommarkt
Von der Regulierung zur Realität
Wie regulatorische Veränderungen in der Praxis ankommen, zeigte Michael Gruber, CEO der Energie Thun AG. Unter dem Titel «Von der Regulierung zur Realität» standen die Energiestrategie 2050 sowie ZEV, virtuelle ZEV (vZEV), lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), der Photovoltaik-Zubau und die Zukunft der Verteilnetze im Zentrum.
Auch die europäischen Energiemärkte waren Teil des Programms. Andy Sommer von Axpo Solutions AG beleuchtete den europäischen Gasmarkt und dessen Auswirkungen auf den Schweizer Strommarkt. Emmeline Stempfel von Axpo Power AG zeigte anschliessend Anwendungen und Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz im Energiealltag.
ElCom und Ausblick auf 2027 zum Abschluss
Zum Abschluss der Betriebsleitertagung informierte Jürg Rauchenstein, Mitglied der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom, über aktuelle Themen der Regulierungsbehörde. VSE-CEO Michael Frank beendete die Veranstaltung mit der Verabschiedung und einem Ausblick auf 2027.
Die Betriebsleitertagung 2026 machte damit deutlich, wie stark sich die Aufgaben der Energieversorgungsunternehmen derzeit gleichzeitig auf mehreren Ebenen verändern. Neben Regulierung und Versorgung stehen zunehmend Flexibilität, Digitalisierung, Sicherheit und künstliche Intelligenz auf der Agenda der Branche.



